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So lebt eine vierköpfige Familie in einer Jurte | BR24

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Als vierköpfige Familie in einem Raum zu wohnen ist eine Herausforderung. Vor allem, wenn er nur sechs Meter Durchmesser hat. Nadja Schotthöfer und David Schuster haben sich freiwillig für dieses "Wohnmodell" entschieden.

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So lebt eine vierköpfige Familie in einer Jurte

Als vierköpfige Familie in einem Raum zu wohnen ist eine Herausforderung. Vor allem, wenn er nur sechs Meter Durchmesser hat. Nadja Schotthöfer und David Schuster haben sich freiwillig für dieses "Wohnmodell" entschieden.

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Seit viereinhalb Jahren leben David, Nadja und ihre Kinder Frida und Tonda in einer Jurte, einem mongolischen Zelt mit sechs Metern Durchmesser, das sind ungefähr 30 Quadratmeter. Die beiden haben sich auf der Holzbildhauerschule in Oberammergau kennengelernt und schnell gemerkt, dass sie die Sehnsucht nach einem einfachen Leben, mit und in der Natur verbindet.

"Ich habe es bei meinen Eltern gesehen, wie es läuft, wenn man ein Haus baut, wenn man Kinder hat und sich bei der Bank verschuldet und das Haus abbezahlen muss. In welches Hamsterrad man automatisch rutscht. Und was das für Auswirkungen auf die Befindlichkeit hat. Und da war mir klar: das will ich nicht. Es soll irgendwie freier sein, leichter sein, oder beweglicher. Und das trifft auf jeden Fall auf die Jurte zu." Nadja Schotthöfer

Rund 10.000 Euro kostet ihre Jurte. Geheizt wird mit Holz. Wasser und Strom beziehen sie aus dem verfallenen Haus, das auf dem Grundstück steht. Sich weitgehend selbst zu versorgen ist ihnen wichtig. Deshalb bauen sie möglichst viel Gemüse selbst an.

Das Kostbarste: viel Zeit haben

Viel Zeit haben – mit weniger auskommen. Das ist ihr größter Gewinn. Geld verdienen müssen die beiden aber trotzdem. Nadja schnitzt Skulpturen, David baut Jurten für Schulen und Kindergärten, schnitzt Bogen zum Bogenschießen und gibt auch Bogenbaukurse. Exotisch finden sie ihr Leben nicht. Denn auch sie haben ein Auto, fahren ihre Kinder in den Kindergarten oder zur Oma.

"Wir merken eine große Sehnsucht bei ganz vielen Menschen, die gerne auch so leben würden. Wir bekommen nur positives Feedback. Deshalb wollen wir auch mit Gemeinden schauen, dass Räume entstehen, wo solche Lebensformen noch mehr in die Gesellschaft integriert werden." Nadja Schotthöfer und David Schuster

Mehr zum Thema sehen Sie in STATIONEN, am 3. April um 19.00 Uhr im BR Fernsehen oder in der BR Mediathek.