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Ali Zamir: „Die Schiffbrüchige“ | BR24

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© BR Cornelia Zetzsche

Ali Zamir in "radioTexte"

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Ali Zamir: „Die Schiffbrüchige“

"Francfort en français" heißt es in zehn Tagen. Die Buchmesse begrüßt französische Autoren/Innen als Ehrengäste. Ali Zamir von den Komoren reist in der Delegation. Im Gepäck: Sein Flüchtlingsroman "Die Schiffbrüchige". Von Cornelia Zetzsche

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„Das Land, ja, das Land hat mich ausgespuckt, das Meer verschlingt mich …“ (Zitat)

Anguille ertrinkt. Im Indischen Ozean. Beim Versuch, von Anjouan auf die französische Nachbarinsel Mayotte zu kommen. In höchster Not sieht sie ihr Leben nochmal vor sich.

Anguille, wie Aal

Der Vater nannte sie Anguille, weil sich Aale gut unter Steinen verstecken können. Sie selbst fühlt sich fremd wie ein Aal. Enttäuscht von ihrer ersten Liebe, verstoßen vom Vater, folgt Anguille den Bootsflüchtlingen von Anjouan, auf der Suche nach Freiheit und einem Leben ohne Tabus als junge Frau.

"Die Frau symbolisiert für mich Leben und Schönheit. Mit der Perspektive der Frau gelang es mir, mich zu befreien und zu sagen, was ich möchte." (Ali Zamir)

Flüchtlingsdrama

Anguille kommt von Anjouan, einer Hauptinsel der Komoren vor der Ostküste Afrikas. Ali Zamir läßt sie von der Schönheit der Insel erzählen, den Bergen, der Altstadt, dem Hafen, den Fischern, dem Meeresrauschen. Aber die Armut treibt viele Menschen in Kwassa Kwassas, kleinen Booten, übers Meer. Anguille wird nie in Mayotte landen.

„Es ist ein Drama, für die, die sterben, für das ganze komorische Volk. Mit meinem Roman will ich der Welt erzählen, was im Indischen Ozean geschieht - und den Opfern die Ehre erweisen.“ (Ali Zamir)

„Kwassa Kwassas fischen nicht, sie bringen nur Komorer“, sagte Präsident Macron kürzlich. Traurig für einen Politiker, meint Ali Zamir vorsichtig, er lebt heute in Montpellier. Sein Roman ist ein atemloser Bewußtseinsstrom, ein Buch, das man nicht vergißt.

Ali Zamir: „Die Schiffbrüchige“, Übersetzung: Thomas Brovot, Eichborn 22 Euro