BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Was Musik alles sein darf: Das neue Album der Flaming Lips | BR24

© Bild: Bella Union YOUTUBE / Audio: BR

Die Flaming Lips gibt es seit über vierzig Jahren. Doch auf dem neuen Album "American Head" hätten sich die Musiker zum ersten Mal als US-Band begriffen und an Rock-Ikonen wie Grateful Dead orientiert - sagt Frontmann Wayne Coyne.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Was Musik alles sein darf: Das neue Album der Flaming Lips

Ihre Heimat ist Oklahoma, nur: Wo lassen sich die Flaming Lips musikalisch verorten? Seit ihrer Gründung in den 80ern haben sie sich immer wieder neu erfunden. Ihr Album "American Head" klingt nach Beach Boys, Folk und ihrer amerikanischen Herkunft.

Per Mail sharen

Es ist mal wieder ein Konzeptalbum geworden. Das machen die Flaming Lips ja gerne. Aber "American Head" wirkt aufgeräumt und kaum exzentrisch, mit richtigen, nur kurz mal etwas rockigeren, meistens Harmonie-trunkenen Pop-Songs, überwiegend am Klang der Siebziger Jahre orientiert.

Man mag sich sich an den Hit der Lips von 2002 "Yoshimi Battles The Pink Robot" erinnern. Das gleichnamige Album damals war das kommerziell erfolgreichste der Flaming Lips und wurde sogar in ein Musical umfunktioniert. Und schon immer war der inzwischen elegant ergraute Wayne Coyne auch großer Fan der Beach Boys .

The Flaming Lips: Bekannt für musikalische Überraschungen

Anfang der Achtziger Jahre haben sich die Flaming Lips in Oklahoma gegründet und befinden sich seitdem in ständiger musikalischer Veränderung. Eine brachiale psychedelisch-laute Rockband waren sie anfangs. Sie veröffentlichten instrumentale, experimentelle, collagenartige und teils schwer konsumierbare Extravaganzen. Und das alles verbunden mit bunten, technisch aufwändigen und spektakelartig aufgezogenen Livekonzerten. Es gab immer wieder Überraschungen.

© Bella Union

Album-Cover "American Head" von den Flaming Lips

Platten der Flaming Lips sind meist opulent produziert, so auch hier. Zusätzlich zum Instrumentarium wie Saiten-, Blas- und elektronischen Instrumenten werden die Möglichkeiten des gesamtem Studios genutzt. Und auch die Geräusche dieser Welt, wie das Muhen von Kühen, werden liebevoll eingebaut. Wayne Coyne liebt Tiere und Blumen.

Aus dem All auf der Erde gelandet

American Head ist das 16. Studioalbum der Flaming Lips. Es klingt deutlich irdischer als andere Flaming Lips Platten, mit denen uns Wayne Coyne immer gern in den Weltraum mitgenommen hat. Diesmal taumeln wir im – nicht immer zarten – Schmelz der Erinnerung zurück in eine Jugend, ihre Erlebnisse, Freuden und Ängste. In die Macht der damaligen Drogen und in die Musik, die diese Jugend begleitet hat. Inspiriert von einer fiktionalen Geschichte, die sich Wayne Coyne ausgedacht und die er gemeinsam mit seinem musikalischen Mastermind Steve Drozd umgesetzt hat. Biografische Anteile hat diese Geschichte jedoch, wie den Überfall, den Coyne hier besingt, im Song "Mother Please Don't Be Sad".

Mit seiner unfassbaren Kreativität, seinem Eigensinn, seinem zittrig schrägen, den Songs immer Melancholie einhauchendem Gesang führt uns Wayne Coyne mit den Flaming Lips immer wieder überzeugend vor, was Musik alles sein darf. Diesmal einfach nur: schön!

American Head von den Flaming Lips ist auf Bella Union erschienen.

Die BR KulturBühne – ein Platz für Konzerte, Events, Debatten und auch großes Vergnügen. Hier geht's lang!

Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen... In unserem kulturWelt-Podcast sprechen wir täglich über das, was die Welt der Kultur bewegt. Hier abonnieren!