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Debütalbum von Albertine Sarges: Von Postpunk zu Pop und zurück | BR24

© Audio BR / Bild: Steffi Rettinger
Bildrechte: Steffi Rettinger

Allrounderin: Albertine Sarges am E-Bass in einem Tonstudio

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Debütalbum von Albertine Sarges: Von Postpunk zu Pop und zurück

Umtriebiger geht's kaum: Albertine Sarges ist in der Berliner Musikszene verwurzelt, doch der Radius ihrer Auftritte reicht von Italien bis Kalifornien. Die Krise hat sie eingebremst, dafür hatte sie Zeit für ihr starkes Debüt "The Sticky Fingers".

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Von
  • Sabine Gietzelt

Albertine Sarges ist eine, die bis zum Lockdown eigentlich immer nur unterwegs war, auf Tour mit verschiedenen Musikern, noch lieber aber mit Musikerinnen wie Holly Herndon, der kalifornischen Klangkünstlerin, und der australischen Songwriterin Kat Frankie. Sie alle leben in Berlin, und Albertine Sarges singt und spielt bei ihren Kolleginnen Keyboard und Gitarre. Auch ein italienisches Synthie-Wave Projekt namens Ithaca hat sie gegründet und tritt dort in glitzernden Fummeln als Ossi Viola auf. Für die Musik, die nun unter ihrem eigenen Namen erscheint, hatte sie bereits 2017 eine eigene Band zusammengestellt: alles Frauen. Auch in ihren Texten geht es viel um Frauen und um Genderdiskussionen.

Diskursiv und "auch irgendwie bipolar"

Albertine Sarges sagt über ihre Songs, sie seien "auch irgendwie bipolar". Und echte, tiefe Freundschaft sei ebenfalls ein wichtiges Thema für sie. Im Song "Free Today" kommen Ausschnitte aus dem Buch "Living a Feminist Live" der queeren feministischen Autorin Sara Ahmed vor. Das Stück klingt weder belehrend noch betroffen, es klingt heiter, frech, lebendig und ein bisschen hippieesk – nicht nur wegen der Flöten.

Musikalisch lässt sich Albertine schwer festlegen, Vergleiche mit den Talking Heads und den Slits wurden genannt. Aber es ist mehr in ihrer Musik zu finden. Innerhalb eines Songs gibt es Stilbrüche, von experimentell zu Post-Punk und Rock bis hin zum leichten Pop. Mal singt sie, mal ist es beinahe Spoken Word.

Von der Theorie zur Praxis

Als letztes Jahr aufgrund der Pandemie plötzlich alle Konzerte abgesagt wurden, alle Jobs wegbrachen, war das für Albertine Sarges – wie für viele andere – eine Katastrophe. Geld hatte sie nur mit Konzerten verdient. Nun hatte sie aber auch endlich einmal Zeit, sich um ihre eigene Musik zu kümmern – angefangen mit dem Album hatte sie schon 2017.

In Leipzig und Rom studierte Albertine Sarges Musikwissenschaft und Musiksoziologie. Jetzt ist die bühnenerfahrene Musikerin mit ihrem eigenen Debütalbum auch selbst im Musikgeschäft angekommen. Dabei hat sie, wie sie sagt, kein Instrument richtig studiert. Doch das hat der vielfältigen und sehr abwechslungsreichen Platte "The Sticky Fingers" keinen Abbruch getan. Es ist ein bemerkenswertes Debutalbum!

© Label Moshi Moshi
Bildrechte: Label Moshi Moshi

Album-Cover "The Sticky Fingers" von Albertine Sarges

Albertine Sarges Debüt-Album "The Sticky Fingers" ist beim englischen Label Moshi Moshi erschienen.

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