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Aktionskünstler entschuldigen sich für umstrittene Asche-Stele | BR24

© picture alliance / Christophe Gateau / dpa

Pietätloses Mahnmal? Die Gedenksäule vor dem Reichstag, angeblich mit Asche von NS-Opfern, wollen die Aktionskünstler jetzt verhüllen.

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    Aktionskünstler entschuldigen sich für umstrittene Asche-Stele

    Das Zentrum für Politische Schönheit reagiert auf die Kritik an der temporären Gedenkstätte am Reichstag und räumt im Internet Fehler ein. Nicht nur jüdische Verbände hatten das Mahnmal, angeblich mit Asche von NS-Opfern, als pietätlos bezeichnet.

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    "Wir haben Fehler gemacht!" Nach breiter Kritik unter anderem von jüdischen Verbänden vollzieht das Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) eine Kehrtwende: Am Mittwochnachmittag veröffentlichten die Aktionskünstler im Internet eine Entschuldigung an Holocaust-Überlebende und Angehörige von NS-Opfern und räumen Fehler ein: "Wir verneigen uns vor Millionen Menschen, den Opfern des Holocaust und ihren Nachkommen," heißt es in der Erklärung.

    Zwar sei ihnen bewusst gewesen, dass sie mit ihrer Aktion viele Menschen aufwühlen würden. "Dennoch lag uns nichts ferner, als die religiösen und ethischen Gefühle von Überlebenden und Nachkommen der Getöteten zu verletzen. Wir wollen bei Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen aufrichtig um Entschuldigung bitten, die wir in ihren Gefühlen verletzt haben", betonten die Aktivisten.

    Entschuldigung bei jüdischen Institutionen und Verbänden

    Explizit entschuldigt sich das Künstlerkollektiv auch bei jüdischen Institutionen, Verbänden und Einzelpersonen, "deren Gefühle wir verletzt haben, weil durch unsere Arbeit die Totenruhe nach jüdischem Religionsrecht gestört oder angetastet worden sein könnte". Das Kernstück der Säule – ein orangefarbenes Glasmodul, darin offenbar von Kunstharz umschlossene Asche und Knochen – soll nun verhüllt werden. Der Zapfenstreich für Samstag wurde abgesagt, die Internetseite für die Aktion unter dem Titel "Sucht nach uns!" wurde abgeschaltet.

    Die Aktionisten hatten Anfang der Woche zwischen Bundestag und Kanzleramt eine Stahlsäule zum Gedenken an NS-Opfer installiert. Nach Angaben der Gruppe befanden sich in der Säule auch Asche und Knochenreste von Holocaust-Opfern. Damit wollte das ZPS vor einer Zusammenarbeit von CDU/CSU mit der AfD auf Bundes- und Landesebene warnen. Doch die Kunstaktion war auf breite Ablehnung und Unverständnis gestoßen. Der Zentralrat der Juden kritisierte eine mögliche Störung der Totenruhe. Der Grünen-Politiker Volker Beck wollte Strafanzeige erstatten.

    "Solche Kunstaktionen sind Beitrag zu Verrohung der Gesellschaft"

    "Das weitere Vorgehen wird beraten", sagte eine Sprecherin der Gruppe dem Evangelischen Pressedienst epd. Zuvor hatte der der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Klein, im ARD-Hörfunk erklärt, es wäre gut, wenn das "Zentrum für politische Schönheit" beim Abbau der Installation einen Rabbiner hinzuzöge, "um wenigstens dann für die Beachtung der jüdischen Religionsgesetze zu sorgen".

    Falls tatsächlich Asche jüdischer NS-Opfer verwendet worden sei, hätten die Künstler ihre Aktion nicht zu Ende gedacht, sagte Klein. "Es ist erschütternd, dass heutzutage Künstler meinen, zu solch drastischen Mitteln greifen zu müssen, um auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen. Durch das bewusste oder unbewusste Verletzen religiöser Gesetze von Minderheiten tragen sie zur Verrohung der Gesellschaft bei, vor der sie ja eigentlich warnen wollen", erklärte Klein.

    BR24 Redaktion, mit Informationen des Evangelischen Pressedienstes epd und RBB-Info

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