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Aktionsbündnis fordert Frauenweihe | BR24

© Bayerischer Rundfunk/Rundschau/Anna Kemmer

In München haben heute die Mitglieder eines Aktionsbündnisses für den Diakonat der Frau demonstriert: Sie fordern den Zugang von Frauen zu Weiheämtern in der katholischen Kirche.

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Aktionsbündnis fordert Frauenweihe

In München haben heute die Mitglieder eines Aktionsbündnisses für den Diakonat der Frau demonstriert: Sie fordern den Zugang von Frauen zu Weiheämtern in der katholischen Kirche.

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Während im Münchner Liebfrauendom fünf verheiratete Familienväter auf dem Boden vor dem Altar liegen und vom Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, zu ständigen Diakonen geweiht werden, bereiten vor der Kirche Demonstranten eine Protestkundgebung vor: Der erste Auftritt des neu gegründeten "Aktionsbündnisses zur vollen Gleichberechtigung in der katholischen Kirche". Das fordert die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern, erklärt Stefan Schori von der Reforminitiative Münchner Kreis.

"Weil es eine Frage der Menschenrechte ist. Wir haben im Grundgesetz den Grundsatz stehen, dass keiner wegen seines Geschlechts benachteiligt werden darf." Stefan Schori, Münchner Kreis

Die katholische Kirche kennt die Forderungen, auch Frauen zu Weiheämtern zuzulassen, seit Jahrzehnten. Genauso lange allerdings wird den Frauen gesagt, dass das nicht möglich sei. Damit wollen sich viele Gläubige nicht mehr vertrösten lassen.

Mit Protesten wie der "Aktion Lila Stola" kämpft das Bündnis dafür, dass möglichst bald auch Frauen zum Diakonat zugelassen werden, so Stefan Schori: "Die Frauen machen ja in ganz vielen Pfarreien die Hauptarbeit und da ist es wichtig, dass sie auch in die Entscheidungspositionen kommen und nicht nur dafür zuständig sind, dass der Pfarrsaal schön geschmückt ist und dass es was zu Essen und zu Trinken gibt."

Frauen in der katholischen Kirche: "Nicht nur zuständig für Essen und Trinken"

Stefan Schori, selbst Diakon, hat das Bündnis gemeinsam mit anderen Reformgruppen und den großen katholischen Frauenverbänden KFD und KDFB ins Leben gerufen, um der Forderung nach mehr Gleichberechtigung mehr Nachdruck zu verleihen. Geplant ist auch, sich der Frauenbewegung Maria 2.0 anzuschließen, die seit diesem Jahr vehement für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche eintritt.

Für Christine Braun, die als Vertreterin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, bei der Kundgebung mit dabei ist, stellt fest: Frauen dürfen in der katholischen Kirche nicht länger nur "zu Hilfsdiensten herabkommandiert werden".

"Wenn die weiter mauern, dann wird einfach nur die Stimme lauter werden. Ich glaube auch, dass die Frauen langsam ihre Ämter niederlegen werden, dass die Frauen sich aus der Kirche zurückziehen werden." Christine Braun, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands.

Die Bündnispartner hoffen, dass Kardinal Reinhard Marx sich im Oktober bei der Versammlung der Bischöfe in Rom zur sogenannten Amazonassynode für den Diakonat der Frau einsetzt. Bislang aber ist nicht davon auszugehen, dass der Vatikan die Weihe von Frauen in Kürze zulassen wird.