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Ahnungslos und unsicher: "Lost" ist das Jugendwort des Jahres | BR24

© Robin Utrecht/Picture Alliance

Junge Leute in der Bar

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    Ahnungslos und unsicher: "Lost" ist das Jugendwort des Jahres

    Es gehört zum "aktiven Sprachgebrauch" der Teenager: "Lost" ist für sie die Umschreibung von unentschlossen und verwirrt. Weitere Kandidaten für das Jugendwort des Jahres: "Cringe" und "wild/wyld". Seit 2008 wird die Abstimmung durchgeführt.

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    Diesmal hat nicht eine Jury entschieden, sondern die Jugendlichen selber: 48 Prozent derjenigen, die an der diesjährigen Online-Abstimmung über das "Jugendwort des Jahres" mitgemacht haben, haben sich für "lost" entschieden, so der Langenscheidt-Verlag, der die Aktion seit 2008 durchführt.

    "Mit unserem neuen Abstimmungsverfahren haben wir unser Ziel erreicht: Wir wollten den Jugendlichen die Wahl überlassen – schließlich sind sie die echten Experten und Expertinnen", so Kristina Baketaric, die das Verfahren betreut hat. In allen drei Phasen des Wettbewerbs sollen "mehr als eine Million" Stimmen abgegeben worden sein. Zunächst konnten frei Begriffe vorgeschlagen werden, eine Jury ermittelte daraus die Top Ten. Nach Angaben des Verlags waren dafür ausschlaggebend der "Verbreitungsgrad des Wortes", "Originalität" und "gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse".

    100.000 beteiligten sich an Schlussabstimmung

    Das englische "lost" bedeutet eigentlich "verloren". Es wurde schon als Titel einer Fernsehserie über auf eine einsame Insel verschlagene Flugzeugabsturz-Opfer (2004 - 2010) verwendet und brachte es mit dem Film "Lost in Translation" (2003) zu einiger Berühmtheit. Deutsche Teenager verwenden es im übertragenen Sinne für begriffsstutzige Menschen. Bei der Schlussrunde vom 20. September bis zum 10. Oktober stimmten 100.000 User ab.

    © Sebastian Gollnow/Picture Alliance

    Für Ältere kryptisch: "lost"

    Der Begriff "Hurensohn" wurde übrigens "trotz zahlreicher Einreichungen" nicht zugelassen: "Wir wissen, dass dieses Wort durchaus auch im jugendlichen Sprachgebrauch und zum Teil auch sarkastisch verwendet wird. Jedoch sehen wir uns in der Verantwortung, die Verbreitung von diskriminierenden Wörtern nicht zu unterstützen. Da wir aber ein umfassendes Bild über die Jugendsprache vermitteln wollen, nehmen wir das Wort 'Hurensohn’ mit in die aktuelle Ausgabe unseres Buches ‚100% Jugendsprache’ auf", so die Langenscheidt-Redaktion.

    "Köftespieß" und "Sauftag" unter Top Ten

    Zu den Top Ten gehörten außer "lost" auf Platz 2 "cringe" für Fremdschämen und unangenehme, peinliche Gefühle. "Wild" bzw. "Wyld" für heftig und krass, "Schabernack" als sarkastische Bemerkung, um eine Unterhaltung oder ein Thema jäh zu beenden, "Mittwoch", als stehender Begriff im Ausdruck "Es ist Mittwoch, meine Kerle", "Sauftag" für ein geplantes Besäufnis, "no front" als Hinweis darauf, dass etwas nicht als verletzend oder beleidigend aufgefasst wird. Außerdem waren "Köftespieß" im Rennen (den Fans von Rapper Xatar bekannt), sowie "Digga/Diggah" als Umschreibung für Kumpel und "Mashallah" als lobendes Kompliment.

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