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Ägyptens prächtiges neues Museum nimmt Gestalt an | BR24

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Um ein Jahr wurde die Eröffnung verschoben, 2020 soll es eröffnet werden: Das Grand Egyptian Museum direkt vor den Pyramiden in Giseh wird das angeblich größte Museum der Welt – und womöglich auch das überwältigendste.

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Ägyptens prächtiges neues Museum nimmt Gestalt an

Um ein Jahr wurde die Eröffnung verschoben, 2020 soll es eröffnet werden: Das Grand Egyptian Museum direkt vor den Pyramiden in Giseh wird das angeblich größte Museum der Welt – und womöglich auch das überwältigendste.

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Die letzte große Reise von Ramses II. wurde zum Volksfest: Als seine Kolossalstatue vor zwölf Jahren vom Kairoer Hauptbahnhof in die Nähe des neuen Ägyptischen Museums gebracht wurde, säumten Tausende die 35 Kilometer lange Strecke, sie jubelten dem Pharao zu und applaudierten. Und nun steht er da, der Ramses II – 3.200 Jahre alt, 80 Tonnen roter Granit, 14 Meter hoch – und wartet im Atrium des neuen ägyptischen Museums auf die Eröffnung.

Imposante Ausstellungsstücke, imposante Architektur

Das Grand Egyptian Museum ist ein Bau der Superlative. Das irische Architekturbüro Heneghan Peng hat eine Art künstliches Felsplateau entworfen. Die Hauptfassade aus Glas und Alabaster ist fast einen Kilometer lang. Das mehr als 100 Jahre alte Ägyptische Museum am Tahrir-Platz im Stadtzentrum von Kairo ist dagegen längst zu einer Art Rumpelkammer geworden. Das neue Museum habe fünf Mal mehr Ausstellungsfläche, sagt dessen Generaldirektor Tarek Tawfik: "Von den 50.000 Artefakten, die hier ausgestellt werden sollen, sind 20.000 nie zuvor gezeigt worden."

Der Ägyptologe mit der deutschen Mutter, der in Bonn promoviert wurde, weiß gar nicht, wovon er zuerst schwärmen soll: Von der Piazza vor dem Haupteingang mit einem der größten altägyptischen Obelisken. Oder vom Atrium, in dem die Kolossalstatue von Ramses II. die Besucher begrüßen wird. Oder von der majestätischen Treppe, die nach oben zum Licht führt und auf der 87 der wichtigsten Exponate stehen werden. Am Ende der Treppe, gewissermaßen als Belohnung für den Aufstieg, sieht der Besucher durch ein 27 Meter hohes Panoramafenster in nur 2000 Metern Entfernung die Pyramiden von Gizeh.

© picture alliance / AP Photo

Umzug mit Ehren: Die riesige Statue von Ramses II wird zu ihrem neuen Standort im Grand Egyptian Museum gebracht.

Ein Direktor aus Bonn, ein Raumkonzept aus Stuttgart

"Der Star dieser Ausstellung wird natürlich König Tutenchamun sein", sagt Tawfik. "Auf 7.000 Quadratmetern wird zum ersten Mal der komplette Tutenchamun gezeigt. Zum ersten Mal zeigt Ägypten die gesamten über 5.000 Artefakte, die in seinem Grab gefunden wurden." Bislang waren es, im Museum in der Innenstadt nur 1.800. Bereits jetzt arbeiten rund 400 Mitarbeiter in den hochmodernen Werkstätten des Museums, unter anderem Spezialisten für Holz, Leder und Textilien. Denn alle Exponate sollen, bevor sie ins neue Museum gestellt werden, noch einmal restauriert werden.

Den Auftrag zur Gestaltung der wichtigsten Ausstellungsbereiche bekam vor zwei Jahren die Firma "Atelier Brückner" aus Stuttgart. "Das war natürlich der totale Wahnsinn", sagt Sharon Brückner, die die Firma mit ihrem Mann zusammen betreibt. "Ich konnte mir damals nie vorstellen, dass wir mal das größte Museum der Welt gestalten werden."

© picture alliance/Xinhua

Blick auf die Pyramiden: Bauarbeiter auf der Baustelle des Grand Egyptian Museums im Mai 2018

Wissensvermittlung über Emotionen

Das Herzstück ihrer Arbeit ist natürlich die Tutenchamun-Galerie. Aber auch das Konzept für das große Kindermuseum innerhalb des Komplexes stammt vom Atelier Brückner. "Da erklären wir, welche Stellung Pharaonen hatten", erklärt die Gestalterin. "Wir erklären, wie das alltägliche Leben war, wie sie Spiele gespielt haben, wie die Könige angezogen waren. Sobald emotionale Geschichten erzählt werden, ist es wie bei einem guten Buch, einem guten Film: Ist die Geschichte gut, macht es Spaß – und so ist es im Museum letztendlich auch."

Museumsdirektor Tarek Tawfik freut sich besonders darauf, dass die Artefakte der Königin Hetepheres gewissermaßen heimkehren. Die Grabbeigaben der Mutter von König Cheops wurden einst ganz in der Nähe des neuen Museums gefunden. "Sie werden direkt vor den großen Glasfassaden ausgestellt werden, die direkt über den Entdeckungsplatz schauen", sagt Tawfik. "Das ist ein Erlebnis, auf das ich mich schon freue. Das ist eine derartig innige Beziehung – so sollte ein Museum sein."

Piazza und Atrium, die majestätische Ausstellungstreppe und die Tutenchamun-Galerie mit der berühmten Goldmaske des Königs sowie etliche andere Ausstellungsbereiche sollen 2020 feierlich eröffnet werden, der Rest bis 2022.

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