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Troubadour vom Rhein: BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken wird 70

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    7 Dinge, die Sie über Wolfgang Niedecken wissen sollten

    Der King of Kölsche Heimatsound wird 70: Als hemdsärmeliger BAP-Frontmann wurde er berühmt. Doch in Wolfgang Niedecken steckt mehr als Mundart. Ein Popart-Eleve zum Beispiel, ein Literaturbegeisterter außerdem. Und nicht zuletzt ein großer Dylan-Fan.

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    Von
    • Markus Mayer

    1. Pop-Art-Schüler

    Er tut immer so, als wär er der hemdsärmelige Typ von nebenan, dabei hat Wolfgang Niedecken Kunst studiert – unter anderem in New York bei Larry Rivers, einem Ahnherren der Pop-Art. Niedecken, der nach wie vor zeichnet und malt, nennt Rivers deshalb übrigens seinen "Polarstern".

    2. Klassischer Songwriter

    So unbedarft wie er sich gerne gibt, ist der Kölner nicht. Zwar hat er auch Konzerte der Kölner Krautrock-Pioniere Can besucht, ihm war aber schnell klar, dass das Rumdaddeln, wie es Can perfektioniert haben, nichts ist für ihn. Die klassische Songform mit Strophe und Refrain dagegen hat es ihm angetan.

    3. Dylan-Verehrer

    Dass man sich, wenn man schon auf Songs steht, an den Großen des Songwriting orientiert, liegt da nahe. Niedecken ist erklärter Fan von Bob Dylan, dem Literaturnobelpreisträger. Pünktlich zum eigenen 70. Geburtstag hat Niedecken deshalb ein neues Buch über den Meister auf den Weg gebracht. Es rekapituliert eine USA-Reise, die Niedecken unternommen hat, um dem Mysterium Bob Dylan auf die Spur zu kommen.

    4. Büchermensch

    Einer der Kernsätze des soeben erschienen Buches über Bob Dylan lautet: Er war immer bei mir. Niedecken hat sein Idol sogar zweimal getroffen. Filmemacher Wim Wenders hat ihn vor einem Konzert mit dem Meister bekannt gemacht. Dylan ist ein Büchermensch, sagt Niedecken, einer, der sich – wie er auch – Dinge über das Lesen erschließe.

    "Bob Dylan ist so‘ ne Art Privatgelehrter", verrät der Deutschrocker: "Der ist unglaublich wissbegierig. Ich erinnere mich noch, als ich mit dem Wim bei ihm war, da wollte er alles über Bismarck wissen. Dahinter steckt auch eine ganz bestimmte Lebensform auch: ein moderner Troubadour, der durch die Welt zieht und seine Lieder spielt, mal besser, mal schlechter."

    5. Heimatdichter

    Dylan oder Bobby, wie ihn Fans liebevoll nennen, ist sich immer treu geblieben, hat sich nie angepasst. Was auch Niedecken für sich in Anspruch nimmt: "Der Wim hat mal gesagt, eigentlich müsstest Du Dich im Hotel als Heimatdichter eintragen."

    6. Boss-Buddy

    Niedecken kennt auch Bruce Springsteen persönlich. Als der Boss Mitte der 90er Jahre in Berlin ein Video für seinen Hit "Hungry Heart" drehte, engagierte er den Kölner und seine damalige Band, um mit den Jungs im vollbesetzten Tacheles den 80er Jahre-Hit zum Besten zu geben. Niedecken ist im Clip mehrfach kurz zu sehen.

    7. Höchste Würden

    Da müssen sich seine Altersgenossen, die ewigen Deutschrock-Rivalen Grönehagen und Westermeyer noch ins Zeug legen, aber Niedecken hat es bereits, die Anerkennung von ganz oben, das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.

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