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45. Fränkische Musiktage starten in Alzenau trotz Corona | BR24

© Katrin Küx/BR-Mainfranken

Die Fränkischen Musiktage in Alzenau gelten als eines der traditionsreichsten Musikfestivals Deutschlands. Die Absage wegen Corona stand zwar im Raum, die Organisatoren entschieden sich aber bewusst für ein Alternativ-Programm.

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45. Fränkische Musiktage starten in Alzenau trotz Corona

Sie gelten als eines der traditionsreichsten Musikfestivals Deutschlands: die Fränkischen Musiktage in Alzenau. Die Absage wegen Corona stand zwar im Raum, die Organisatoren entschieden sich aber bewusst für ein Programm – angepasst an die Pandemie.

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Auch die Macher der Fränkischen Musiktage Alzenau haben sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Frage gestellt, ob erstmals in ihrer 45-jährigen Geschichte ein Festival nicht stattfinden kann. Die Entscheidung der Organisatioren: Ja, die Fränkischen Musiktage Alzenau finden auch in diesem Jahr statt: zwischen dem 16. Oktober und dem 22. November.

Festival-Programm unter Pandemiebedingungen

"Die Entscheidung, die Herausforderung anzunehmen und ein Programm zu entwickeln, das Pandemiebedingungen gerecht wird, beruht insbesondere auf der Überzeugung, dass ein Festival junger Künstler, diese aktuell besonders stark betroffene Gruppe, nicht sich selbst überlassen werden darf", heißt es von den Organisatoren. Die Fränkischen Musiktage sind das älteste Musikfestival in der Rhein-Main-Region und gelten als eines der traditionsreichsten Festivals junger Künstler in Deutschland.

Neue Konzert-Orte und strenges Hygiene-Konzept

Gerhard Jenemann, der künstlerische Leiter und Mitbegründer des Festivals, sagte dem BR: "Natürlich mussten wir vieles anpassen in diesem Jahr. Im Schlösschen Michelbach oder im Rittersaal der Burg Alzenau werden dieses Jahr keine Konzerte stattfinden, dafür im Bibliothekssaal des Alzenauer Kulturforums – auf drei Etagen verteilt. Maximal 14 Musiker dürfen gleichzeitig auf der Bühne stehen."

Die Corona-Auflagen bedeuten auch ein Umdenken für die großen Ensembles, die nach Alzenau kommen. Howard Arman dirigiert den Chor des Bayerischen Rundfunks, der am 18. Oktober auftritt. Der Radius zwischen den einzelnen Sängern wird dann drei Meter betragen, betont Arman. Dementsprechend musste nicht nur die Chor-Größe angepasst werden, sondern auch das Programm. "Denn Raum ist auch Klang, Abstand ist auch Klang. In diesem Fall fahren wir mit einem sehr schlanken Kammerchor. Wichtig, dass man am Ende nicht mit einer Notlösung rauskommt, sondern dass man mit einer kreativen Reaktion anbietet, was sonst vielleicht nicht gehört werden würde und so ist es in diesem Fall!", erklärt der Dirigent.

Hommage an Beethoven und Hölderlin

Im Mittelpunkt der 45. Auflage des Festivals stehen die Jubilare Ludwig van Beethoven und Friedrich Hölderlin anlässlich deren 250. Geburtstagen. So kommt es am 14. November in der Räuschberghalle Alzenau-Hörstein zu einer besonderen Uraufführung: Der Süddeutsche Kammerchor führt mit den Instrumentalisten des MUSIC CAMPUS Frankfurt RheinMain eine Chorfassung von Beethovens 6. Symphonie "Pastorale" auf Texte von Friedrich Hölderlin auf. Außerdem zeigt die Berliner Schriftstellerin Christine Eichel anhand ihres Bestsellers "Beethoven – Der empfindsame Titan" den Komponisten im Spiegel charakteristischer Klavierwerke wie der Mondscheinsonate.

Auch Newcomer auf der Bühne

In der "Rising Stars"-Reihe kommen zwei internationale Shootingstars der Klassikszene zu den Fränkischen Musiktagen: Am 17. Oktober trott die 19-jährige Geigerin Noa Wildschut aus Holland auf und am 24. Oktober der 13-jährigen Pianistin Alexandra Dovgan aus Russland. Das Konzert in der Michelbacher St. Laurentius-Kirche ist dem estnischen Komponisten Arvo Pärt gewidmet, der dieses Jahr seinen 85. Geburtstag feiert.

Zur Eröffnung des Musikfestivals am 16. Oktober wird erstmals ein Mitglied der Bundesregierung in Alzenau erwartet: Staatsministerin Prof. Monika Grütters, die Beauftragte für Kultur und Medien.

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