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40 Jahre "Die drei Fragezeichen": Kinderkrimis auf Kassette | BR24

© Wolfram Kastl / dpa

"Die drei Fragezeichen"-Kassetten von Alfred Hitchcock

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    40 Jahre "Die drei Fragezeichen": Kinderkrimis auf Kassette

    Am 12. Oktober 1979 ermittelten "Die drei Fragezeichen" zum allerersten Mal auf Deutsch. Die Kinderkrimis gelten heute als die weltweit erfolgreichste Hörspielserie überhaupt. Die Hälfte der riesigen Fangemeinde besteht allerdings aus Erwachsenen.

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    Seit 40 Jahren ermitteln "Die drei Fragezeichen" nun schon im fiktiven Ort Rocky Beach irgendwo an der Küste Kaliforniens. Sie haben permanent Sommerferien, einen eigenen Chauffeur, jede Menge Freiheiten und ein gemeinsames Motto: Wir übernehmen jeden Fall. Natürlich lösen sie auch jeden Fall. Aber bis dahin wird es erstmal gruslig und rätselhaft wie schon die Titel auf den eindrucksvollen Cover verraten: der tanzende Teufel, die flüsternde Mumie, Botschaften aus der Unterwelt.

    Ein Produkt der "Kassettenkinderzeit"

    Die ersten Drei-Fragezeichen-Hörspiele gab es gleichzeitig auf Platte und auf MC-Kassette zu kaufen, wobei letztere wohl für den Siegeszug des Produkts verantwortlich ist. Man nennt die Jahre, als das Label EUROPA für günstige 5DM jede Menge Kinder-Hörspiele auf den Markt brachte, auch die „Kassettenkinderzeit“. So ein Rekorder war kinderleicht zu bedienen, nahezu unzerstörbar und bedeutete ein Stück Unabhängigkeit von der Erwachsenenwelt. Viele der Kinder von damals hören sich auch heute noch ihre „DDF“-Folgen auf Kassette an, um den Sound und die Gefühlswelt von damals heraufzubeschwören. Bis heute gibt es die Serie deshalb auf LP und MC zu kaufen, aber auch als CD, als Download und im Streaming.

    © Kühl PR / EUROPA Archiv

    Archivfoto: Oliver Rohrbeck, Andreas Fröhlich und Jens Wawrczeck im Studio

    Hunderttausende wollen Justus, Peter und Bob live sehen

    Doch nicht nur das Medium ist gleich geblieben, auch die Sprecher der drei Hauptrollen sind bis heute die selben. Die Schauspieler und Synchronsprecher Oliver Rohrbeck, Andreas Fröhlich und Jens Wawrczeck sprechen nach wie vor die inzwischen um die 18 Jahre alten Detektive Justus, Bob und Peter und das mit großem Erfolg. Zu ihren Live-Auftritten auf gigantischen Bühnen wie der in der Color Line Arena in Hamburg kommen Hunderttausende. Und sobald der legendäre Satz „Hier ist unsere Karte!“ fällt, gibt es La-Ola-Wellen.

    Schauspieler Jens Wawrczeck (Peter), erklärt den geradezu unheimlichen Erfolg der Serie so: „Die Geschichten waren ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Kinder- oder Jugendserien, weil man war in Hollywood, man hatte mit Filmstars zu tun, Alfred Hitchcock war noch so als Schutzheiliger über allem geschwebt und ich denke, wir drei waren jetzt nicht die besten Sprecher, die da auf dem Markt waren, aber wir waren – und das ist ja für Hörspiele nicht unwichtig – wir waren sehr unterscheidbar. Man wusste: Das ist Justus, das ist Peter, das ist Bob. Beim ersten Hören.“

    © Kühl PR / EUROPA Archiv

    Oliver Rohrbeck, Andreas Fröhlich und Jens Wawrczeck mit ihrer Produzentin Heikedine Körting

    Die Produzentin schwört auf die alten Magnetbänder

    Ursprünglich stammt die Serie aus Amerika. Robert Arthur, ihr Erfinder, schrieb die ersten Bücher, die später dann die Vorlagen für die Hörspiele wurden. Den berühmten Film-Regisseur Alfred Hitchcock kannte Robert Arthur so gut, dass er ihn als Schirmherren für seine Serie gewinnen konnte. In den ersten Folgen prangte noch sein Konterfei sowie sein Name auf den Titelbildern. Hitchcock bekam anfangs auch die Rolle des Erzählers zugeschoben und tauchte als eigene Figur in den Geschichten auf. Ein schlauer und erfolgreicher Verkaufstrick.

    Die letzte Zutat zum Erfolg der Serie fehlt aber noch: Heikedine Körting. Die inzwischen über 70-Jährige produziert seit 1979 die Serie, erst in ihrer Villa an der Alster, dann in ihrer Villa in der Rothenbaumchaussee. Die quirlige Regisseurin schwört auf die Technik von damals und produziert bis heute immer noch auf Magnetbändern, also nicht digital. Wie herrlich nostalgisch! Wir gratulieren zum 40sten!