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200 ehemalige Domspatzen nehmen Abschied von Georg Ratzinger | BR24

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Mit einer Totenvesper im Regensburger Dom haben sich ehemalige und aktive Domspatzen vom verstorbenen Domkapellmeister Georg Ratzinger verabschiedet. Domprobst Frühmorgen würdigte Ratzinger als "Glücksfall" für den traditionsreichen Knabenchor.

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200 ehemalige Domspatzen nehmen Abschied von Georg Ratzinger

Mit einer Totenvesper im Regensburger Dom haben sich ehemalige und aktive Domspatzen vom verstorbenen Domkapellmeister Georg Ratzinger verabschiedet. Domprobst Frühmorgen würdigte Ratzinger als "Glücksfall" für den traditionsreichen Knabenchor.

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Mehr als 200 aktive und ehemalige Domspatzen haben am Sonntagnachmittag im Regensburger Dom Abschied vom verstorbenen Domkapellmeister und Papstbruder Georg Ratzinger genommen. Verteilt über den gesamten Kirchenraum und mit Mindestabstand sangen die Domspatzen eine Totenvesper. Andere Gläubige waren zu der Andacht nicht zugelassen.

"Glücksfall für die Domspatzen"

Domprobst Franz Frühmorgen nannte den verstorbenen Domkapellmeister in seiner Predigt "ein Ausnahmetalent und einen Glücksfall für die Domspatzen". Ratzinger habe den Chor zu Weltruhm geführt. "Er war ein Segen für Euch und Ihr ein Segen für ihn", sagte Frühmorgen zu den versammelten Sängern.

Der Domprobst erinnerte in seiner Predigt auch an die erst spät enthüllten, über Jahrzehnte währenden Misshandlungen bei den Domspatzen. Viele Betroffene hätten sich damals alleingelassen gefühlt. Ratzinger habe sich später für seine eigenen Verfehlungen entschuldigt und menschliche Größe gezeigt, sagte Frühmorgen.

Georg Ratzinger ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 96 Jahren gestorben. Der ältere Bruder von Joseph Ratzinger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI., fungierte 30 Jahre lang – bis 1994 – als Regensburger Domkapellmeister und Leiter der Domspatzen.

Auftakt der Trauerwoche

Die Totenvesper am Sonntag im Dom war zugleich der Auftakt für die mehrtägigen Trauerfeiern. Am Montag wird im Dom der Sterberosenkranz für den ehemaligen Domkapellmeister gebetet. Am Dienstag ist der Verstorbene für ein Trauerdefilee in der Stiftskirche St. Johann aufgebahrt. Für das Requiem im Dom am Mittwoch können sich interessierte Gläubige anmelden. Beerdigt wird Ratzinger ebenfalls am Mittwoch auf dem Unteren Katholischen Friedhof in Regensburg. Dort sind alle Regensburger Domkapellmeister bestattet.

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