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Kultur

10. Todestag von Michael Jackson: Das schwierige Gedenken | BR24

© BR/Julia Müller

Das Michael Jackson Memorial am Promenadeplatz.

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    10. Todestag von Michael Jackson: Das schwierige Gedenken

    Zum zehnten Todestag von Michael Jackson gedenken seine Fans in München dem "King of Pop". Trotz der neusten Missbrauchsvorwürfe haben sie einige Aktionen rund um die Gedenkstätte am Promenadeplatz geplant. Von den Anschuldigungen halten sie nichts.

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    In den vergangenen Tagen hat Nena Snezana Akhtar unzählige Lichter, Blumen und Plakate für Michael Jacksons Todestag vorbereitet. "Er ist der Inbegriff einer Legende, er hat meine Seele für immer berührt", sagt sie.

    Als Michael Jackson am 25. Juni 2009 starb, funktionierte sie zusammen mit weiteren Fans die Statue des Komponisten Orland di-Lasso am Promenadeplatz beim Bayerischen Hof zu einem Denkmal des "King of Pop" um. Seitdem pflegt sie die mittlerweile berühmt gewordene Gedenkstätte - drei Mal pro Woche schaut sie dort vorbei.

    Dreitägiges Gedenken zum 10. Todestag

    Jacksons Tod jährt sich am Dienstag, den 25. Juni, zum zehnten Mal. Akhtar will nun drei Tage lang gemeinsam mit anderen Fans in München an den verstorbenen Popstar erinnern und ihn ehren. Zum Programm gehören unter anderem ein Auftritt der "Beat it"-Bühnenshow-Macher und eine Besichtigung der "Michael Jackson Suite" im Bayerischen Hof.

    Missbrauchsvorwürfe legen dunklen Schatten auf Erbe des "King of Pop"

    Das umfangreiche Gedenken kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele den Glauben an Jacksons Unschuld verloren haben. Grund dafür war der Dokumentationsfilm "Leaving Neverland", der Anfang dieses Jahres weltweit bekannt wurde. Darin erzählen James Safechuck und Wade Robson detailliert, wie der Sänger sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht haben soll. Die Dokumentation offenbart ein dunkles Muster in Jacksons Leben: Er soll sich immer wieder verschiedenen Kindern systematisch angenähert haben.

    Fans halten Anschuldigungen gegen Jackson für "Intrige"

    Die neuesten Vorwürfe haben eine öffentliche Debatte ausgelöst: Darüber, ob etwa Radio- und Fernsehsender, aber auch Privatpersonen Jacksons Musik boykottieren sollten - oder ob man Kunst und Künstler trennen könne. Dass der Superstar ausgerechnet an seinem zehnten Todestag so umstritten ist wie noch nie, ändert für seine Fans nichts.

    "Das Ganze hat viel Wut in uns ausgelöst. Auch ich bin persönlich enttäuscht. Für mich handelt es sich um eine große Intrige und ein Rachefeldzug der Protagonisten." Nena Snezana Akhtar, "MJ's Legacy" Fanclub

    Die Mitglieder des Fanclubs wollen sich dafür einsetzen, die Welt von der Unschuld ihres Idols zu überzeugen. Ihr Argument: Jackson wurde nie von einem Gericht verurteilt und sei damit unschuldig - darin sind sich die Fans einig.

    Regierung von Oberbayern duldet Michael-Jackson-Schrein weiter

    Trotz einiger Beschwerden will die Regierung von Oberbayern das Denkmal in München nicht entfernen lassen, da sich die Vorwürfe gegen Michael Jackson bis heute nicht haben bestätigen lassen. Eine Entscheidung, über die sich die Mitinitiatorin freut.

    "Das Denkmal über die Jahre zu pflegen ist schwere Arbeit. Und solange uns die Behörden das erlauben, werden wir es erhalten und darum kämpfen. Und sollten uns die Behörden irgendwann die Erlaubnis entziehen, werden wir uns ein neues Konzept überlegen." Nena Snezana Akhtar, "MJ's Legacy" Fanclub

    Bis heute umstrittene Pop-Ikone

    Michael Jackson war einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Entertainer der Musikgeschichte. 2005 wurde er nach einem aufsehenerregenden Prozess wegen unter anderem sexueller Belästigung eines Minderjährigen in allen Anklagepunkte freigesprochen.

    Immer wieder wurde er in Zusammenhang mit Kindesmissbrauchsvorwürfen gebracht, die auch nach seinem Tod anhielten. Bis heute gilt sein Verhältnis zu einigen Kindern aus seinem damaligen Umfeld als umstritten.