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Natascha Kohnen, BayernSPD "Kein großer Freund der GroKo"

Die Vorsitzende der Bayerischen SPD, Natascha Kohnen, sieht die Einigung von Union und SPD bei den Koalitionssondierungen kritisch. Sie sei kein Freund der Großen Koalition, sagte Kohnen im Bayerischen Rundfunk.

Stand: 13.01.2018

Die Vorsitzende der Bayerischen SPD, Natascha Kohnen, sieht die Einigung von Union und SPD bei den Koalitionssondierungen kritisch. Sie sei kein großer Freund der Großen Koalition, sagte Kohnen im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, hob aber auch die Erfolge der Sozialdemokraten bei den Verhandlungen hervor und sprach sich für Koalitionsverhandlungen aus. Dazu gehöre die Durchsetzung von Solidarrente und Parität bei der Krankenversicherung, aber auch der Familiennachzug bei subsidiär geschützten Flüchtlingen.

Einigung war schwere Geburt

Merkel und Schulz nach Abschluss der Sondierungen von Union und SPD

Was die CSU dagegen haben wollte, so Kohnen, sei jenseits von Menschenwürde und Menschenrechten gewesen. Völlig falsch sei es, jetzt alles "super" zu nennen. In einem Brief an die Partei habe Kohnen klar gemacht, dass die Einigung eine schwere Geburt gewesen sei, das Gesamtbild sie jedoch dazu bewogen habe, in Verhandlungen zu gehen. Sie appelliere jedoch an SPD-Basis und Öffentlichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Bayerische Jusos kritisieren Sondierungsergebnis

Die bayerischen Jusos kritisieren das Resultat der Sondierungsgespräche scharf. In einer Pressemitteilung heißt es, das Ergebnis komme einer Bankrotterklärung der Sozialdemokratie gleich. Die bayerischen Jusos erklärten, sie müssten ernüchtert feststellen, dass CDU und CSU systematisch alle inhaltlichen Schwerpunkte der SPD vom Verhandlungstisch gefegt hätten.

Die Landesvorsitzende Krammer erklärte, dieses "desaströse Verhandlungsergebnis" nun auch noch als Erfolg zu verkaufen, sei Selbstbetrug. Die Vize-Vorsitzenden Dreyer und Scholz, Niedersachsens Ministerpräsident Weil und Bundestagsfraktionschefin Nahles werben dagegen dafür, dass der SPD-Parteitag am 21. Januar das Sondierungsergebnis akzeptiert und der Aufnahme förmlicher Koalitionsverhandlungen zustimmt.


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