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Anfrage der Landtags-Grünen Kaum noch Windkraft-Ausbau in Bayern

Der Windkraft-Ausbau in Deutschland schreitet weiter voran - in Bayern allerdings nicht. Das zeigt die Antwort des bayerischen Wirtschaftsministeriums auf eine Landtagsanfrage der Grünen. Grund ist auch eine umstrittene Regelung.

Von: BR-Autoren

Stand: 13.07.2018

Windräder drehen sichim Sonnenuntergang. | Bild: pa/dpa/Peter Gercke

Bayern hat in Sachen Windkraft den Anschluss verloren. Das geht aus einer Antwort des bayerischen Wirtschaftsministeriums auf eine Grünen-Anfrage hervor. Im vergangenen Jahr gingen im Freistaat noch 111 neue Windräder im Betrieb. Von Januar bis März dieses Jahres waren es dagegen nur noch acht. Die Zahl der Genehmigungsanträge für neue Anlagen wird in diesem Jahr zwar voraussichtlich etwas steigen, sie ist jedoch weit von früheren Zahlen entfernt. In den ersten drei Monaten des Jahres wurde noch keine einzige Anlage genehmigt.

Grüne kritisieren 10H-Regelung

Die Grünen machen für die Entwicklung die verschärften Abstandsregeln verantwortlich. Seit 2014 gilt in Bayern die 10H-Regelung. Demnach muss der Mindestabstand eines Windrads zur nächsten Wohnsiedlung mindestens das Zehnfache der Bauhöhe betragen. Um den Ausbau wieder anzukurbeln, fordern die Grünen die Abschaffung dieser Regelung. Daneben hat aber auch der Bund die Subventionen für erneuerbare Energien gesenkt und auf Ausschreibungen umgestellt, früher gab es Pauschalzahlungen.

"Mit der unsinnigen 10H-Regelung hat die CSU die Windkraft in Bayern waidwund geschossen. Das Ausschreibungsmodell der Groko im Bund hat ihr dann noch den Fangschuss gegeben. Die Windkraft in Bayern ist nach ihren Blütejahren bis 2013 nun endgültig tot", erklärte Grünen-Energieexperte Martin Stümpfig.

Windkraft legt im restlichen Deutschland zu

Bayern steht mit der Flaute im Bereich Windenergie ziemlich alleine da. In Deutschland hat der Ausbau der Windenergie dem Bundesverband Windenergie zufolge um rund 15 Prozent zugelegt. 2017 war damit das bisher ausbaustärkste Jahr.

Grünen-Politiker Stümpfig fordert deswegen: "Im Prinzip brauchen wir jetzt einen doppelten Befreiungsschlag: Die 10H-Regelung muss abgeschafft werden und wir brauchen eine ausreichende Regionalquote bei den Ausschreibungen für Süddeutschland, damit das Erfolgsmodell Windkraft auch bei uns in Bayern wieder funktioniert."

Bundesverband Windenergie kritisiert Auflagen

Weitere Hürden in Bayern seien "teils unsinnige und fachlich nicht begründete Naturschutz-Anforderungen" des Genehmigungsverfahrens, sagte Raimund Kamm, der Landesvorsitzende des Bundesverbands Windenergie gegenüber der dpa.

In Bayern standen dem Verband Windenergie zufolge Ende 2017 genau 1153 Windräder mit insgesamt fast 2500 Megawatt Leistung.

Mit Material von dpa


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CSU-ler, Freitag, 13.Juli, 16:17 Uhr

7. Windkraft-Ausbau

Die Windräder können in anderen Bundesländer gebaut werden. Wir brauchen die nicht, im Land der Eliten. Auch Ungarn und Österreich sollte man in Betracht ziehen. Europa lässt grüßen.

Erich, Freitag, 13.Juli, 16:03 Uhr

6. Landschaftszerstörung ala Grün.

Nebenbei hauen die Windräder noch soviele Vögel vom Himmel, daß die Füchse nicht mehr jagen müssen, weil das Futter vom Himmel fällt!

Wo ist da eigentlich der Vogelschutzbund???

Egon, Freitag, 13.Juli, 15:42 Uhr

5. 2500 MW ??

Was für ein Witz .....Da machen ja die noch derzeit laufenden AKWs in Bayern noch mehr Strom. Und das Dauerstrich ! Alleine die Stromleitung aus dem Norden (Südlink) überträgt, wenn sie einmal fertiggestellt ist, 4000 MW Windstrom aus dem Norden in den Süden. Kann man nur hoffen, dass Nordstream2 genügend Gas zu den Kraftwerken im Süden liefern kann. Es sollen ja noch welche gebaut werden ..... sicher ist sicher !

Per, Freitag, 13.Juli, 15:11 Uhr

4. Wieso auch!

Der Strom kommt ja aus der Steckdose!

Schweijck , Freitag, 13.Juli, 14:27 Uhr

3. Danke

Horst Seehofer hat Franken for dem Windräder Wahnsinn gerettet.