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Zum Tod von Kardinal Lehmann "Ohne ihn wären mehr Menschen aus der Kirche ausgezogen!"

Mit Karl Kardinal Lehmann verliert Deutschland eine große Persönlichkeit und die Katholische Kirche einen ihrer prominentesten Vertreter. Der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, würdigt die außergewöhnliche Bedeutung des Verstorbenen.

Stand: 12.03.2018

Im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2 sagte Alois Glück:

"Vielleicht war seine bedeutendste Rolle die des Brückenbauers. Brückenbauer zwischen Menschen ganz unterschiedlicher Welten!"

Alois Glück, ehemaliger ZdK-Präsident

Der ehemalige ZdK-Präsident betonte, wie wichtig die Bereitschaft von Kardinal Lehmann zum konstruktiven Streit für die Katholische Kirche in Deutschland war: "Außerordentlich wichtig, ansonsten wären sehr viel mehr Menschen ausgezogen aus dieser Kirche. Sie hätten Kirche nicht mehr als gesprächsfähig erlebt!"

Alois Glück erinnerte auch an schwierige Zeiten für Kardinal Lehmann:

"Er hat ja, weiß Gott, auch die schmerzlichen Kehrseiten der Kirche persönlich erfahren müssen - in vielen Demütigungen, in wichtigen Auseinandersetzungen. Und gleichzeitig hat er die Katholische Kirche in Deutschland in ganz schwierigen Jahrzehnten […] zusammengehalten - in vielen Spannungen, die er auch immer wieder ausgehalten hat."

Alois Glück

Alois Glück würdigte Karl Kardinal Lehmann als einen, der "Außergewöhnliches geleistet hat, für die Kirche, aber auch in die Gesellschaft hinein." Für Glück war der verstorbene Lehmann:

"Der brillante Wissenschaftler, der beachtete Theologe und der Mensch, der ganz unkompliziert, natürlich Nähe gegeben hat, der zugehört hat. Die Gespräche mit ihm waren nie belanglos, aber es war immer viel Humor dabei."

Alois Glück

Karl Kardinal Lehmann starb am 11. März in Mainz im Alter von 81 Jahren.


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