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Flüchtlinge Kardinal Marx verteidigt das Kirchenasyl

Die katholische Kirche wird nach Aussage von Kardinal Reinhard Marx trotz der Kritik von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an der Praxis des Kirchenasyls festhalten. Es gebe keine Hinweise, dass sich an der Ausgestaltung der Kirchenasyle etwas ändern werde, sagte der Münchner Erzbischof am Freitag im Münchner Presseclub.

Stand: 15.12.2017

Erzbischof Reinhard Marx | Bild: picture-alliance/dpa

Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, hat die Tradition des Kirchenasyls verteidigt. Allerdings müssten sich auch die Gemeinden, die geflüchteten Menschen in ihren Räumen Asyl bieten, «konsequent» an die Absprachen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) halten.

Anzahl der Flüchtlinge im Kirchenasyl ist verschwindend gering

Kein Mensch werde in einem Kirchenasyl versteckt, jeder Fall sei den Behörden bekannt, betonte Marx, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist. In Deutschland befinden sich seinen Angaben zufolge rund 2.000 Menschen im Kirchenasyl. Diese Gruppe sei verschwindend gering im Vergleich zu der Gesamtzahl der Asylbewerber, sagte der Kardinal. Bundesinnenminister de Maizière hatte Anfang der Woche kritisiert, dass Kirchengemeinden immer mehr Flüchtlinge aufnähmen, die abgeschoben werden sollen.

Eine alte Tradition - kein Massenphänomen

Das Kirchenasyl ist eine alte Tradition - und vielen Behörden in Deutschland ein Dorn im Auge. Vor kurzem schimpfte der Staatssekretär des Bundesinnenministeriums, Michael Martin, das Kirchenasyl hebele zunehmend europäische rechtsstaatliche Verfahren aus, indem Kirchen viele Menschen vor der Abschiebung aus Deutschland schützen.


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