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Bekämpfung von Kinderpornografie Mit Fake-Kinderpornos gegen Sexualverbrecher

Bayerns Justizminister Bausback (CSU) will Sexualstraftätern im Internet nun auf unkonventionelle Art und Weise das Handwerk legen. Mit gefälschten kinderpornographischen Inhalten sollen Ermittler Pädophilen schneller auf die Schliche kommen.

Stand: 13.03.2018

ARCHIV - ILLUSTRATION - 07.07.2017, Hessen, Wiesbaden: Ein Screenshot einer Login-Seite der Kinderpornografie-Plattform «Elysium» ist am Rande einer Pressekonferenz von Bundeskriminalamt (BKA) und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt auf dem Monitor eines Computers zu sehen. (zu dpa «Fake-Kinderpornos: Bausback will Sexualverbrecher ködern» vom 13.03.2018) Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Arne Dedert

Der Nachweis von Straftaten im Darknet ist per se schwierig. Ein Problem sind dabei fehlende "Keuschheitsproben" für die verdeckten Ermittler. Diese brauchen die Ermittler um nicht sofort aufzufliegen, denn sie werden von den Nutzern der Tauschbörse aufgefordert selbst kinderpornographisches Material hoch zu laden. "Da ihnen dies nach geltendem Recht nicht möglich ist, können die Täter verdeckte Ermittler schnell enttarnen.", erklärt Bayerns Justizminister Winfried Bausback.

Neue Wege bei der Bekämpfung von Kinderpornografie

Für den obersten Juristen im Freistaat ein Grund, laut über ungewöhnliche neue Wege nachzudenken. Die Polizei soll nach Ansicht von Winfried Bausback künftig mit gefälschten Kinderpornos im Internet auf Verbrecherjagd gehen. "Gerade im Bereich Kinderpornografie stoßen unsere verdeckten Ermittler nach geltendem Recht häufig an Grenzen", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Behörden sind auf verdeckte Ermittler im Darknet angewiesen

Oftmals hätten die Behörden abseits der Tauschbörsen keine weiteren Ermittlungsansätze, um den Tätern "ihr abscheuliches und widerwärtiges Unwesen" nachzuweisen, betonte Bausback. "Das müssen wir dringend ändern." "Gerade bei der Bekämpfung von Kinderpornografie im Darknet ist der Einsatz von verdeckten Ermittlern von zentraler Bedeutung", sagte Bausback.

Denn anders als bei der Bekämpfung des Drogen- und Waffenhandels oder anderer organisierter Kriminalität gebe es bei der Kinderpornografie keine "Offline-Komponente", die klassische Ermittlungsmaßnahmen etwa bei der Auslieferung des Materials ermögliche.

Der Schutz der Kinder muss an oberster Stelle stehen

Durch den Einsatz von eigens zu Zwecken der verdeckten Ermittlung hergestellten Fake-Bildern und - Videos mit kinderpornografischen Inhalten könne die Tarnung der Beamten aufrecht erhalten und zugleich Tätern besser das Handwerk gelegt werden. Die Ermittler müssten zweifelsohne "sehr behutsam vorgehen", zudem brauche die Neuregelung enge Grenzen:

"So dürfen die verdeckten Ermittler selbstverständlich kein echtes kinderpornografisches Material hochladen, sondern nur echt aussehendes", sagte Bausback. Die Ermittlungsbehörden dürften keinesfalls dazu beitragen, dass Kinder tatsächlich zu Schaden kommen. Ziel aller Anstrengungen müsse es sein, sexuellen Missbrauch zu verhindern und weitere Taten zu unterbinden. "Jedes missbrauchte Kind ist eines zu viel."


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DerMaestro, Samstag, 17.März, 08:50 Uhr

4. Pädophile?

Sind hier nicht eher Pädokriminelle gemeint?

Wosniak, Dienstag, 13.März, 17:42 Uhr

3. Im Prinzip ja, aber...

...die polizeilichen Anstrengungen decken lediglich den Teil der Repression ab.

Kriminologisch betrachtet gibt ss kaum eine Diskussion darüber, warum das so ist? Warum fühlen sich erwachsene Menschen sexuell zu Kindern hingezogen? Das Problem ist ja offenkundig sehr viel breitbandiger und nicht auf irgendwelche Priester, Pädagogen, Familienväter, Trainer oder sonst mit Kindern Beschäftigten beschränkt.
Wer geht das Thema an, um auf den Kern der Ursachen zu kommen? Die Polizei kann das nicht leisten und ist dafür nicht ausgestattet.

Die Ursachen müssen tiefer in der Psyche und der Erwachsenensexualität begründet sein. Was sagen Kriminalpsychologen dazu, was Psychiater und welche Entwicklungen führen dazu pädophil zu sein?

Ungeachtet dessen müssen die Ermittlungswerkzeuge der Polizei angepasst werden. Dazu gehören eben auch VDS oder deep packet inspection.
Alles andere gleicht der Kapitulation des Rechtsstaates in der digitalen Welt.

Cosi, Dienstag, 13.März, 15:24 Uhr

2. Sehr gut viel Erfolg!

Vielleicht nicht zu viel verraten damit diese Menschenrechtsverletzer nicht zuviel Vorsprung haben.
Ich wünsche der Polizei jedenfalls viel Erfolg!!!

Leon, Dienstag, 13.März, 12:21 Uhr

1. Guter Ansatz

Jeder Weg, diese Täter zu bekommen, ist legitim!