46

18-Jährige verklagt ihre Eltern Nacktbilder der eigenen Tochter auf Facebook gepostet

Wegen Töpfchenbildern und anderer "peinlicher" Kinderfotos hat eine 18 Jahre alte Kärntnerin ihre Eltern verklagt. Diese hatten seit 2009 täglich Fotos von ihr auf Facebook gestellt und mit 700 Freunden geteilt.

Von: Claudia Steiner

Stand: 14.09.2016

Ein Facebook-Post der Polizei Hagen  | Bild: picture-alliance/dpa/Monika Skolimowska

"Obwohl ich damals bereits elf Jahre alt war, haben sie quasi nachträglich Babyfotos von mir auf Facebook veröffentlicht. Sie kannten keine Scham und keine Grenze. Ob ich auf dem Töpfchen saß oder nackt in meinem Kinderbettchen lag – jeder Schritt von mir wurde fotografisch festgehalten und nachträglich öffentlich gemacht. Sie haben mich nie gefragt, ob mir das recht sei."

18 Jahre alte Schülerin aus Kärnten

Vater uneinsichtig

Wie die österreichische Zeitschrift "Die ganze Woche" berichtete, entdeckte das Mädchen erst im Alter von 14 Jahren das Familienalbum auf Facebook. Die Fotos seines Kindes zu löschen, kommt für den Vater der jungen Frau, der sich voraussichtlich im November vor Gericht verantworten muss, demnach nicht in Frage.

"Ich sehe es als mein Recht an, diese Fotos veröffentlichen zu dürfen. Schließlich ist das unser Kind und es ist für meine Frau und mich ein schönes Familienalbum, das bei unseren Facebook-Freunden gut ankommt. Mittlerweile 'posten' wir kein Bild mehr von unserer Tochter, weil sie sich nicht mehr von uns fotografieren lässt. Außerdem haben wir ihre Babyfotos nur 700 Facebook-Freunden, einer begrenzten Gruppe, zugänglich gemacht, nicht allen Nutzern."

Vater des Mädchens

Im Falle einer Verurteilung droht den Eltern nach österreichischem Datenschutzrecht eine Verwaltungsstrafe zwischen 3.000 und 10.000 Euro.

Hohe Strafen in Frankreich

Laut einer Studie stellen Eltern jedes Jahr rund 200 Fotos von ihren Kindern ins Internet. Bis zu seinem fünften Lebensjahr kursieren im Schnitt etwa 1.000 Fotos eines Kindes im Netz. Frankreich hat bereits Gesetze zum Schutz der Privatsphäre erlassen. Dort drohen Eltern, die Fotos ihrer Kinder auf Facebook und ähnlichen Seiten veröffentlichen, Strafen bis zu 45.000 Euro oder einem Jahr Haft.

Polizei warnt

In Deutschland erzielte im vergangenen Jahr ein Post der Polizei Hagen große Aufmerksamkeit. "Hören Sie bitte auf, Fotos Ihrer Kinder für jedermann sichtbar bei Facebook und Co zu posten. Danke!", lautete der Post der Polizei.

"Vielleicht finden Sie die Fotos heute süß, Ihrem Kind sind sie in ein paar Jahren aber endlos peinlich. Oder Ihr Kind wird damit sogar gemobbt. Noch schlimmer: Pädophil veranlagte Menschen bedienen sich solcher Fotos und nutzen sie für ihre Zwecke bzw. veröffentlichen sie an anderer Stelle."

Facebook-Eintrag der Polizei Hagen aus dem Jahr 2015


46

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

asor, Mittwoch, 14.September, 22:32 Uhr

14. Unmöglich !!

Ist es denn so wichtig, dass man jedes vermeintlich noch so harmlose Foto ins Netz stellt?
Da stellt sich mir die Frage, ob die Eltern nicht daran denken, wer sich überhaupt in diesen Medien alles tummelt und auf solche Nacktfotos aus ist? Hier wird die Gier pädophil veranlagter Menschen ja noch gestillt und man braucht sich dann nicht zu wundern, wenn solche Kinder später auch zu "Opfern" werden.
Alle Eltern sind verpflichtet Ihre Kinder zu schützen und sie nicht bei Facebook usw. öffentlich zur Schau zu stellen.
Solch ein Verhalten Erziehungsberechtigter ist m. E. unmöglich und gehört rigoros bestraft!

Allershausen, Mittwoch, 14.September, 21:45 Uhr

13. Reißerische Überschrift

Was für eine dämliche, reisserische Überschrift ... BILD-Niveau, wirklich. So formuliert erweckt das IMHO den Eindruck, als würden die Eltern aus den Fotos in irgendeiner Art und Weise Kapital schlagen. Dabei sind sie einfach nur dumm, naiv, wasauchimmer...

Raymond, Mittwoch, 14.September, 15:46 Uhr

12. sollten das wirklich Naktbilder sein ...

dann geht das ....ueberhaupt nicht nicht mal an 50 Leuten ...wird da gar nicht ueberlegt ...wo diese landen koennten ...jeder Weiss
wie schwer so etwas aus dem Netz zu bekommen ist ..

Barbara, Mittwoch, 14.September, 15:06 Uhr

11. Verwahrlosung und christlicher Sittenverfall, wohin man schaut!

Diese Leute sind sicher keine Christen oder allenfalls abgefallene Christen!

  • Antwort von HP, Mittwoch, 14.September, 17:53 Uhr

    Sicher sind unter den 700 "Freunden" einige CHRISTLICHE Dienstboten sprich Pfarrer usw.
    Barbara hören Sie mir bloß mit ihrer Christlichen Leier auf, diejenigen, die sich am Christlichsten sehen, sind meistens die schlimmsten Täter

  • Antwort von waldler, Mittwoch, 14.September, 17:59 Uhr

    Wow was für ein Statement:" keine Christen oder abgefallene Christen"
    Sie sollten sich Jeanne d’Arc nennen!
    Daß man Bilder von seinem Kind (nackt oder in peinlichen Situationen) nicht ins Netz stellt ist auch Nichtchristen und "Ketzern" klar.

Leser, Mittwoch, 14.September, 14:57 Uhr

10.

Eine begrenzte Gruppe mit 700 Facebook-Freunden?

Die erhalten Nacktbilder vom eigenen Kind?

Dann sollen die Polizei gleich mal nach den 700 Freunden fragen. Vielleicht ist der eine oder andere darunter """ krank """" !