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Niedrige Renten Immer mehr Männer kämpfen mit Altersarmut

Von der Rente leben – für viele Senioren ist das schwierig. Die Altersarmut in Deutschland hat zuletzt weiter zugenommen, sagt der Sozialverband VdK. Inzwischen seien nicht mehr nur Frauen massiv betroffen.

Von: Monika Griebeler

Stand: 13.12.2017

Symbolbild: Altersarmut - Männer-Figur läuft mit Gehstock auf 20-Euro-Schein. | Bild: MEV/Christian Albert

Zwar sind vor allem Frauen armutsgefährdet. Doch auch immer mehr Männer rutschten mit Bezug der Rente in die Altersarmut, sagte die Vorsitzende des VdK-Bayern, Ulrike Mascher, im Gespräch mit der Bayern 2-Radiowelt.

"Grund ist, dass auch sie vermehrt unstete Erwerbsbiografien haben - also Unterbrechungen, Zeiten, in denen sie im Niedriglohnbereich gearbeitet haben oder befristete Arbeitsverhältnisse. Die Rente ist ein brutaler Spiegel der ganzen Erwerbsbiografie."

Ulrike Mascher, Präsidentin VdK-Bayern

Jede vierte Frau, jeder fünfte Mann ist betroffen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Menschen, die im Alter armutsgefährdet sind, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stetig gestiegen. 2016 waren demnach etwa jede vierte Frau und jeder fünfte Mann über 65 Jahren von Armut bedroht.

Besonders betroffen sind hierzulande Selbstständige und Teilzeitbeschäftigte. Das hatte erst vor wenigen Tagen ein Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wiedergegeben.

VdK fordert mehr Mütterrente

Erste Schritte, die Situation zu ändern, gab es bereits, sagte Mascher:

"Die durchschnittliche Rentenhöhe hat sich bei Frauen erkennbar verbessert. Ursache dafür ist die Mütterrente."

Ulrike Mascher, Präsidentin VDK-Bayern

Inzwischen werden Frauen, die vor 1992 Kinder bekommen haben, nicht nur ein, sondern zwei Jahre Erziehungszeit anerkannt. "Wir setzen sehr darauf, dass bei den Koalitionsverhandlungen das dritte Erziehungsjahr bei der Mütterrente auch noch kommt", sagte Mascher in der Radiowelt. Eine Forderung, die die CSU in den Jamaika-Verhandlungen auch vertreten hatte.

Erwerbsminderungsrentner sollen Geld behalten

Auch wer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente gegangen ist, soll nach Vorstellungen des VdK bessergestellt werden. Viele der sogenannten "Erwerbsminderungsrentner" haben zuvor harte körperliche Arbeit geleistet, etwa auf dem Bau. Bislang werden ihnen 10,8 Prozent von der Rente abgezogen. Das Geld sollten sie behalten dürfen, forderte Mascher, "denn sie gehen ja nicht freiwillig in Rente, sondern weil sie nicht mehr können."


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Wolfgang, Donnerstag, 21.Dezember, 08:20 Uhr

15. Erzeihungszeit rückwirkend und Scheidungen......

Erziehungszeiten werden Müttern auch rückwirkend mit derzeit 2 Jahren, evtl. auch 3 Jahren je Kind angerechnet,

Diese Zeiten während einer Ehe sollten aber auch nach Scheidungen nachträglich zu 50% den Vätern zugestanden werden.

Es gilt ja im Rentenausgleich daß alle Rentenanwartschaften, auch die aus "seinen" Überstunden oder Betreibsrente, geteilt werden, dann bitte auch die nachträgliche Erhöhung der Rentenanwartschaften aus Kindereziehungszeiten.

Bernhard, Mittwoch, 13.Dezember, 19:21 Uhr

14. Altersarmut

Mitte der 80 er Jahre hörte ich einen Vortrag, in dem ein Fachjurist mit großer Erfahrung im Bereich der Sozialversicherung darlegte, dass die Bundesregierung endlich öffentlich erklären müsse, dass und warum die Renten nicht sicher sind – Mitte der 80 er! Darauf ging ich zur BfA und ließ mich beraten: Das Dümmste, was ich machen könne, sei viel in die Rente einzubezahlen, denn das Geld sei verloren. Besser sei es, alternative Ansparmodelle zu wählen. Das tat ich mit den Prämissen, bis Anfang 70 zu arbeiten und meine Ausgaben immer kritisch zu überprüfen; es hat sich nach heutigem Stand schon gelohnt – und ich meine dabei Beträge im höheren sechsstelligen Bereich. Andererseits ist mir klar, dass in der heutigen Situation mit null-Verzinsung und sehr riskanten Aktienmärkten eine Lösung wahrscheinlich eine intensivere Suche und viel Nachdenken erfordert und die Bereitschaft, schon zu Beginn der Berufstätigkeit sich mit der Frage der Alterssicherung zu beschäftigen.

highwayfloh, Mittwoch, 13.Dezember, 18:35 Uhr

13. Schämen sollen Sie sich alle miteinander!

Schämen sollen Sie sich unsere Herren und Damen "Volksvertreter" angesichts dieser TATSACHEN und zwar ALLE und UNABHÄNGIG der Partei!
Es ist schon sehr unverschämt, wenn in den Landtagen und im Bundestag der Diätenerhögungsautomatismus (2016 erst eingeführt) als legitim und selbstverständlcih betrachtet wird und die normalen Leute, wissen hinten und vorne nicht mehr, wie Sie über die Runden kommen sollen.

Reinhold, Mittwoch, 13.Dezember, 17:08 Uhr

12. Nach dem Erwerbsleben....

Ab dem Moment, wo ein immer brav zahlender Bürger (er hat gar keine andere Möglichkeit,da ihm die Abzüge bereits vor Auszahlung seines Lohnes abhanden kommen) Rentner wird und zum ganz rechtmäßig zum Zahlungsempfänger wird, hat ihm der Staat die Freundschaft aufgekündigt. Jetzt wird nur noch versucht, ihm nur das notwendigste zum Leben zu belassen. Renten werden weggesteuert, Sozialabgaben werden fällig. Die Kostensteigerungen für das tägliche Leben (Miete, aber auch Unterhaltskosten für ein evtl. Häuschen) interessieren nicht mehr. Ganz zum Schluss, wenn die Alten pflegebedürftig sind dann holt man Kinder und Schwiegerkinder heran, die für den Unterhalt zahlen müssen, weil ja die geringe Rente zur Deckung der Heimkosten nicht mehr ausreichen.
So werden aus ehemals an der Gesellschaft teilhabenden Menschen immer mehr Ausgestoßene, die ganz unten in der Wichtigkeit des Staates stehen.
Und dies gerade jetzt zu Zeiten, wo der Staat in Steuereinnahmen ersäuft. Schande.....

  • Antwort von latte e mielle, Mittwoch, 13.Dezember, 18:30 Uhr

    @reinhold
    während - oder auch nach dem erwerbsleben gibt es möglichkeiten zusätzliches geld zu verdienen um sich
    in grünwald eine villa leisten zu können.....da bietet sich z.b. die möglichkeit an,als gut honorierter freier mitarbeiter im home-office von in der früh bist tief in die nacht auf die tasten hackend seinen auftraggeber zufrieden zu stellen.

  • Antwort von Reinhold, Donnerstag, 14.Dezember, 16:06 Uhr

    @latte e mielle
    Ich verstehe jetzt Ihren Kommentar nicht! Meinen Sie das ernst?
    Wie viele Hunderttausende Menschen glauben Sie, dass sich unter dem Hungerlohn (Mindestlohn) Konkurrenz machen, die von Ihnen beschriebenen gut honorierten freien Home-OfficeStellen erledigen zu dürfen. Gerade gut gebildete Frauen würden diese Jobs in der Erziehungszeit ihrer Kinder gerne ausführen. Die gibt´s auch,
    aber zu Bedingungen, die man sich nicht wünscht!!

Gustav, Mittwoch, 13.Dezember, 16:00 Uhr

11. Eine Schande ist das

"Bis 2030 brauchen wir uns um die Rente nicht kümmern" Das war doch die Ansage von Frau Merkel im Wahlkampf
Betonung liegt auf Rente, denn die Pensionen der Beamten, von denen ja einige sich tagtäglich auf diesen Seiten tummeln (ohne Namen zu nennen) und die ganz edel für alles Verständnis haben sind ja gesichert

  • Antwort von latte e mielle, Mittwoch, 13.Dezember, 18:40 Uhr

    @Gustav,grüsse sie!

    "die renten sind sicher"
    - "blümchen "-

    nur,blümchen hat vergessen die absenkung des rentenniveaus und die daraus resulitierende niederige rente zu erwähnen.

    mfg