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IGLU-Studie Viele Grundschüler können nicht richtig lesen

Deutschland ist bei der Leseleistung der Grundschüler im internationalen Vergleich abgesunken - und das, obwohl die Viertklässlich heute etwa genauso gut lesen wie 2011. Das geht aus der neuen Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) hervor.

Von: Janina Lückoff

Stand: 05.12.2017

Im Vergleich aller teilnehmenden Länder liegen die deutschen Viertklässlerinnen und Viertklässler bei den Leseleistungen im unteren Mittelfeld. Verglichen mit den Ergebnissen der ersten Untersuchung 2001 haben sich die Leistungen damit kaum verändert.

Verbesserte Leistungen in anderen Ländern

Signifikant verbessert haben sich seitdem die Leseleistungen der Schülerinnen und Schüler in der Russischen Föderation, in Singapur und in Hongkong. Schlechter geworden sind die Leistungen der französischen und niederländischen Viertklässler.

Unterschiede je nach Textart und nach Elternhaus

Die Kinder in Deutschland tun sich beim Lesen von literarischen Texten leichter als beim Lesen von Sachtexten. Sie haben auch eine hohe Lese-Motivation. Rund 60 Prozent der Kinder in Deutschland geben an, mindestens eine halbe Stunde täglich außerhalb der Schule zu lesen - das sind viele im internationalen Vergleich. Mädchen nehmen dabei öfter ein Buch in die Hand. Kinder, deren Eltern mehr als hundert Bücher daheim haben, lesen dabei signifikant besser - der Leistungsvorsprung beträgt laut der Iglu-Studie ein Lernjahr. Auch Kinder, deren Eltern in Deutschland geboren wurden, haben einen Leistungsvorsprung.

Die Studienleiter empfehlen, leseschwache Schülerinnen und Schüler gezielt zu unterstützen, Sachtexte im Leseunterricht zu verwenden und für mehr Chancengerechtigkeit zu sorgen.

Hintergründe zu IGLU-Studie

Untersucht wurde eine repräsentative Stichprobe von rund 4000 Kindern der vierten Jahrgangsstufe an 200 Grund- und Förderschulen. Die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) ist eine international-vergleichende Schulleistungsuntersuchung, die von der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) verantwortet wird. International haben 47 Länder teilgenommen. Lesekompetenz wird als Fähigkeit verstanden, Texte verschiedener Arten zu verstehen und zu nutzen.


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Halmar, Mittwoch, 06.Dezember, 08:32 Uhr

2. Wundert sich irgendjemand? (Teil 2)

... heute sind es die Helden aus dem aktuellen Ego-Shooter die im Zentrum des Interesses stehen. In meinen Augen ein dramatischer Abstieg aber offensichtlich allgemein so gewünscht!
Wenn ich mich zufällig mal in irgendein Forum verirre komme ich zu dem Ergebnis das die Mehrheit der Forumsteilnehmer ein Deutsch-Niveau hat das zu meinen Kindertagen einen Wechsel ins Gymnasium gründlich verhindert hätte. Ich fürchte Analphabetismus ist eine Volkskrankheit und wird sich noch viel weiter ausbreiten als heute absehbar!
Das sogenannte „Kommunikationszeitalter“ ist in meinen Augen Selbstbetrug, noch nie in meinem Leben wurde so wenig kommuniziert wie heutzutage. Ellenbogen sind gefragt, jeder ist sich selbst der nächste, in der Stadt kennt kaum einer seine Nachbarn usw.
Wenn Kinder von ihren Eltern lernen (und davon gehe ich aus) sind wir derzeit ein beschissenes Vorbild und dürfen uns nicht wundern wenn wir statt „verantwortungsvolle Mitbürger“ nur „asoziale Egomanen“ groß ziehen.

Halmar, Mittwoch, 06.Dezember, 08:31 Uhr

1. Wundert sich irgendjemand?

Als ich vor 30 Jahren zwischen Augsburg und München pendelte hatten 50% der Zugreisenden eine Tageszeitung oder ein Buch in der Hand (man muss die Reisezeit ja irgendwie „totschlagen“) heute haben 90% ihr Handy in der Hand und die meisten davon daddeln hirnlose Handygames (keine Ahnung welcher der Sinn darin liegt bunte Bällchen abzuschießen aber scheinbar kann man damit seine Zeit verbringen), sieht man jemand der Sudoku zockt muss man diese Person schon fast als Intellektuellen einstufen.
Als ich ein Kind war lasen mir meine Eltern/Großeltern häufig die Anfänge von spannenden Geschichten (Jack London, Karl May etc.) vor und brachten mich, wenn ich mehr wollte, einfach in die Stadtbücherei. Wenn ich mich mit den Eltern in meiner Nachbarschaft unterhalte dann muss ich feststellen dass die Mehrheit noch nicht mal weiß wo die Stadtbücherei ihr Gebäude hat. Lesen ist absolut out (Alexa macht das schon!) Noch vor 40 Jahren kannte jeder Tom Saywer, Phileas Fog etc. heute sind es die ...