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Hurrikan verwüstet Karibikinseln Florida wappnet sich gegen "Irma"

"Irma" zieht weiter mit zerstörerischer Kraft durch die Karibik. Mindestens 24 Todesopfer hat er laut CNN schon gefordert. Zwar ist der Wirbelsturm mittlerweile auf die zweithöchste Stufe herabgestuft, doch "Irma" bleibt extrem gefährlich, wohl auch für Florida.

Von: Brigitta Drefers

Stand: 08.09.2017

Satellitenfoto des Hurriknas "Irma" auf seinem Weg nach Florida | Bild: Reuters

"Irma" verursachte in der Karibik Schäden von rund 10 Milliarden Dollar, so Berechnungen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). "Gemessen an der Schadenssumme war dies der schlimmste Sturm in der Karibik aller Zeiten", sagte James Daniell vom "Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology" (CEDIM) in Karlsruhe. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) hatte "Irma" laut US-Meteorologen die Größe von Texas.

Am Sonntag in Florida

Jetzt nimmt "Irma" Kurs auf Florida und droht, Zerstörungen beispiellosen Ausmaßes anzurichten. Nach aktuellen Berechnungen soll "Irma" in der Nacht zum Sonntag (Orstzeit) auf Miami treffen und auch Georgia erreichen. Die Behörden riefen 650.000 Menschen zum Verlassen ihrer Häuser auf. Nach Angaben der Verwaltung handelt sich um die größte Evakuierung in der Geschichte von Miami. In der Metropolregion leben rund 5,5 Millionen Menschen. 

"Das ist die größte Evakuierung in der Geschichte der Region."

Carlos Giménez, Bürgermeister des Bezirkes Miami-Dade.

Vor allem an den Küstenorten hat ein Exodus begonnen. Allein von den Florida Keys haben sich 30.000 Menschen in Sicherheit gebracht. In Georgia ordnete der Gouverneur die Evakuierung ganzer Küstenorte an. Fluggesellschaften setzen zusätzliche Flugzeuge ein, um ihre Kunden aus dem Gefahrengebiet an der Südküste der USA herauszufliegen. Das Auswärtige Amt fordert Touristen auf, die Gegend rund um Miami zu verlassen. Der Flughafen in Miami soll bereits heute geschlossen werden, der in Orlando voraussichlich morgen.

Kriegsschiffe zur Hilfe entsendet

Die US-Regierung entsendet mehrere Kriegsschiffe vor die Küste Floridas, um bei der Bewältigung der Folgen des Wirbelsturms "Irma" zu helfen. Die Marine teilte mit, sie habe am Freitag den Marschbefehl für den Flugzeugträger "Abraham Lincoln" erhalten. Begleiten sollen ihn zwei weitere mit umfangreicher logistischer Ausrüstung ausgestattete Schiffe sowie ein Zerstörer. Die Schiffe seien dafür ausgerüstet, medizinische Hilfe zu leisten, Kommunikation sicherzustellen und Lufttransporte sicherzustellen, erklärte die Marine.

Haiti übersteht "Irma" relativ glimpflich

Auf seinem Weg durch die Karibik hat "Irma" mittlerweile Haiti passiert. Dort und im Nachbarstaat, der Dominikanischen Republik, hat der Hurrikan nach ersten Einschätzungen von Hilfsorganisationen weniger Schäden verursacht als befürchtet, da er nur nördlich der Insel vorübergezogen ist und sie so nicht mit voller Wucht getroffen hat. Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt, und die Menschen dort leiden noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und des Hurrikans "Matthew" im vergangenen Jahr.

Spur der Verwüstung auf Inseln der Kleinen Antillen

Vorgestern hatte der Wirbelsturm, der so groß ist wie Frankreich, die Antilleninseln Barbuda, Anguilla und Saint-Martin ganz oder teilweise unbewohnbar gemacht. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde zerstörte der stärkste je gemessene Atlantik-Sturm mancherorts fast alle Gebäude. Mindestens 17 Menschen kamen ums Leben, viele werden noch vermisst. Auch auf den amerikanischen Jungferninseln starben in der vergangenen Nacht mehrere Menschen. Der Wirbelsturm hinterließ zerstörte Häuser, überflutete Straßen und entwurzelte Bäume.

Hurrikan "José" wird immer stärker

Satellitenbild von "Irma" und "José"

Die Bewohner Barbudas wurden aufgerufen, sich auf der Nachbarinsel Antigua in Sicherheit zu bringen - vor dem nächsten Hurrikan "José". Dieser Tropensturm nimmt an Stärke zu und wurde vom Hurrikanzentrum der USA am Freitagvormittag in der zweithöchsten Kategorie vier eingestuft. "José" erreicht Spitzenwindgeschwindigkeiten von 240 Kilometern pro Stunde und ist damit ein extrem gefährlicher Hurrikan, wie das Zentrum mitteilte. Er bewegt sich derzeit im Pazifik mit 29 km/h in Richtung West-Nordwest und könnte am Samstag bis in die Nähe der nördlichen Kleinen Antillen wandern.


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Barbara, Freitag, 08.September, 20:55 Uhr

3. Die Tatsache, daß Stürme nach menschlichen Taufnamen benannt werden, zeigt,

daß es immer mehr christliche Analphabeten gibt, die nicht einmal mehr wissen, welche Bedeutung ein Taufname hat!

Cosi , Freitag, 08.September, 20:47 Uhr

2. Hurrikan First!

Ja für Trump kommt es dicke.
Nicht nur America First sondern auch Hurrikan First gratis dazu.
Klimaabkommen braucht einer wie Trump nicht der macht sein Klima selber.

Barbara, Freitag, 08.September, 15:26 Uhr

1. Warum wird so ein Orkan "Irma" genannt? Es ist ein völliger Unsinn, die Stürme

mit Frauen-Namen zu benennen! Vielmehr ist es der Sturm vom Siebten September oder vom anderen Datum, aber doch nicht der Sturm mit dem Namen "Irma"! Frauen-Namen sind für Frauen da, aber nicht für Stürme! Wer kommt denn auf diese absurde Idee, die Stürme mit menschlichen Namen zu benennen?

  • Antwort von Michael, Freitag, 08.September, 16:15 Uhr

    Früher wurden zur Unterscheidung Hochdruckgebiete mit männlichen Namen und Tiefdruckgebiete mit weiblichen Namen jeweils in alphabetischer Reihenfolge versehen. Auf Grund von Diskriminierungsvorwürfen werden heute im Wechsel männliche und weibliche Namen verwendet. Bei der alphabetischen Reihenfolge ist es geblieben.

  • Antwort von Leonia, Freitag, 08.September, 18:14 Uhr

    Vermutlich werden die Stürme ihrer Kategorie entsprechend auch durchgezählt je Jahr, aber ein Name ist leichter zu merken. Derzeit folgen auf Hurrikan Irma die Hurrikans Jose und Kate. Diese Namen sind auch der dort betroffenen Bevölkerung leicht zu vermitteln und durch die Personalisierung wird auch die Bedrohung realistischer. Wenn man der bitterarmen haitanischen Bevölkerung erzählt, erst käme 09/17, dann 10/17 und dann 11/17, dann denken die womöglich, es sei alles 08/15 (d.h. einfach oder Standard, abgeleitet von einer alten Maschinengewehrbezeichnung).

  • Antwort von Barbara, Freitag, 08.September, 19:31 Uhr

    Menschliche Vornamen sind völlig fehl am Platz; dann schon lieber Tiernamen verwenden, z. B. "Elefanten-Sturm", "Wolfs-Sturm" oder Teufels-Sturm", "Gangster-Sturm", "Sau-Sturm" etc. Solche Ausdrücke würden eher zu diesen "Höllen-Stürmen" passen! Aber doch bitte nicht die Taufnamen für solche höllische Katastrophen mißbrauchen!

  • Antwort von Uboginum, Freitag, 08.September, 20:02 Uhr

    @Barbara: Den Menschen, die ihr Hab und Gut (falls man das wenige, das manche der bitterarmen Inselbdwohner besitzen, überhaupt so nennen kann) verloren haben, wird es herzlich egak sein, wie der Sturm heißt...

    Auf jeden Fall ist es mal wieder ein Vorgeschmack auf die Zukunft, wenn man den Klimawandel weiter leugnet.

  • Antwort von Leonia, Freitag, 08.September, 20:30 Uhr

    Solche Namen, Barbara, sind nur dann Taufnamen, wenn jemand darauf getauft wurde. Ansonsten sind es einfach nur Namen. Und ich glaube nicht, dass diese Stürme eine christliche Taufe erhalten haben. Man verwendet Namen ja auch, wenn man buchstabiert und einen ähnlichen Hintergrund der Identifizierung hat die Namensgebung bei Stürmen. Sie sehen das Ganze sehr aus der Glaubensperspektive, aber hier handelt es sich schlicht um gewaltige Naturphänomene, die leider durch die Erwärmung der Ozeane im Gefolge der menschengemachten Erderwärmung noch extremer geworden sind und auch häufiger. Eigentlich sollte man respektvoll innehalten vor einer Natur, die uns Mores lehrt und uns zeigt, wie klein und verletzlich wir doch sind ihr gegenüber.