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Bildungsausschuss diskutiert Handyverbot an Bayerns Schulen noch zeitgemäß?

Smartphones, wenn sie nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden, müssen an Bayerns Schulen aus bleiben. Für die Grünen ist das nicht mehr zeitgemäß. Auch Eltern und Lehrer fordern die Abschaffung des Handyverbots. Kultusminister Spaenle (CSU) will aber nur nachjustieren.

Von: Nikolaus Neumaier

Stand: 01.02.2018

Im Bildungsausschuss des Landtages wird heute diskutiert, ob das Handyverbot an Schulen abgeschafft werden kann, wie es die Grünen fordern. Für sie ist es endlich Zeit, das formal geltende Handyverbot an den Schulen abzuschaffen. Was erlaubt ist, sollen Lehrer, Schüler und Eltern entscheiden, fordert die Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze und verweist auf die Realität an den Schulen, zu der eben auch das Handy gehört. Dem BR sagte Schulze:

"Das komplette Handyverbot ist dem Jahr 2018 nicht mehr angemessen. Es ist doch viel wichtiger und besser die Kinder in der Mediennutzung und Medienkompetenz zu schulen, damit sich sicher im digitalen Raum auskennen und dazu gehört eben auch die Handy Nutzung."

Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze

Spaenle: Wir haben kein striktes Handyverbot

Kultusminister Ludwig Spaenle sieht das allerdings anders. Der CSU-Politiker meint, dass das Handyverbot ohnehin in der Praxis nicht mehr angewandt werde, und betont auch die Gefahren eines unkontrollierten Handygebrauchs.

"Wir haben kein Handyverbot, wir haben ein pädagogisches Handygebot. Entsprechende Geräte können selbstverständlich im Unterricht eingesetzt werden. Wir haben natürlich Formen von Cyber Mobbing. Auch da muss eine entsprechende Regelung getroffen sein."

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU)

Keiner will unkontrollierte Fake-News

In der Bewertung des Handymissbrauchs scheinen Grüne und Kultusministerium nicht allzu weit auseinander zu liegen. So verurteilt auch die Grünen-Fraktionschefin, wenn im Unterricht private Nachrichten verschickt werden oder Fake-News über Lehrer und Schüler verbreitet werden.

Katharina Schulze würde dennoch gerne eine liberalere Regelung einführen, wie es auch der Bayerische Lehrerinnen und Lehrerverband vorschlägt, der dafür bietet die Handynutzung zu reglementieren, aber nicht generell zu verbieten. Schüler würden dabei auch erlernen, was erlaubt sei und was nicht.

Kultusminister Spaenle will nun einen  runden Tisch einberufen. Dieser soll dann klären, wo das geltende Regelwerk nachjustiert werden kann. "Über die Gewichtung, die Justierung und die Einordnung macht es Sinn mit allen Beteiligten zu sprechen", sagte Spaenle dem BR.


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Oliver M., Donnerstag, 01.Februar, 11:44 Uhr

24.

Hauptsache wieder dagegen? Handyverbot finde ich richtig! Schon mal beobachtet, wie Kinder drauf sind, wenn sie eine zeitlang damit gespielt oder gechattet haben? Häufig unkonzentriert, abgelenkt, gereizt, matschiges Hirn! Utopisch und naiv die Vorstellung, dass die Schüler das Handy - genauer gesagt, Smartphone - nicht primär zum Spielen oder Chatten einsetzen.
Ausnahmen - z.B. für Recherche - fände ich aber sinnvoll ...

Salomoon, Donnerstag, 01.Februar, 11:39 Uhr

23. Da kommt Freude auf

Da kannst als Lehrer dann viel Spaß beim Untericht haben wenn in jeder Ecke das Handy sich dann bemerkbar macht.

Marianne, Donnerstag, 01.Februar, 11:29 Uhr

22. Es kommt drauf an

An der Schule meines Sohnes gilt absolutes Handy-Verbot. Das bedeutet Mobiltelefone aller Art (auch ganz einfache, nicht nur Smartphones) müssen daheim bleiben. An der Schule meiner Tochter gilt die Regelung dass Handys zwar mitgenommen werden dürfen aber auf dem Schulgelände ausgeschaltet sein müssen. Diese Regelung finde ich als Mutter optimal. In der Schule, noch dazu im Unterricht haben diese Teile nichts verloren. Da fast jeder ein anderes hat glaube ich sind sie zu Unterrichtszwecken auch nur sehr eingeschränkt zu nutzen. Auf dem Schulweg finde ich es aber sehr beruhigend zu wissen, dass mich mein Kind im Ernstfall erreichen kann und nicht darauf angewiesen ist fremde Leute bitten zu müssen mit deren Handy telefonieren zu dürfen um Bescheid zu sagen, dass etwas passiert ist oder auch nur der Zug ausgefallen ist und man nun eine Stunde später kommt.

  • Antwort von Hrdlicka, Donnerstag, 01.Februar, 12:45 Uhr

    @Marianne: wie ist das nur alles dier unzähligen Genarationen vor dem Handyzeitalter gegangen....man kann es sich selbst in der größten Phantasie nicht vorstellen, dass dies überhaupt möglich war ! Eigentlich hätte sich der Mensch ohne Handy gar nicht bis ins jetzige Jahrhundert entwickeln können.....

Woody, Donnerstag, 01.Februar, 10:42 Uhr

21. Verbot

Wozu braucht man während des Unterrichts ein Handy?
Die Schüler nutzen doch nur die "Kommunikations-Apps"!
Tagtäglicher Pausenalltag an Schulen: Handy raus, Nachrichten abrufen, erhaltene Bilder und Videos vergleichen und ggf.weiterleiten!
Zur Bildungsförderung trägt das jedenfalls nicht bei!

  • Antwort von Stephania, Donnerstag, 01.Februar, 10:49 Uhr

    @Woody
    Besser hätte ich es nicht sagen können. Ich stimme Ihnen zu 100% zu.

  • Antwort von Truderinger, Donnerstag, 01.Februar, 11:27 Uhr

    Und was haben wir in den Pausen gemacht? In Lerngruppen über die vergangenen Unterrichtsstunden reflektiert? Also bitte...!

  • Antwort von Woody, Donnerstag, 01.Februar, 12:29 Uhr

    Truderinger: Darum geht es doch gar nicht! Fakt ist dass Handys doch gar nicht zur Bildung benutzt werden, sondern nur zur Kommunikation!

  • Antwort von Truderinger, Donnerstag, 01.Februar, 12:52 Uhr

    Woody, erstens ist Kommunikation heutzutage ein integraler Bestandteil von Bildung und zweitens sind Pausen da, um abzuschalten und nicht zur Bildungsförderung.

Elisabeth, Donnerstag, 01.Februar, 10:35 Uhr

20. Wer Handys an Schulen erlaubt hat keine Kinder/Schüler zu Hause

NEIN !!!!
Die Ablenkung und der Suchtfaktor sind riesengroß !
Von 10 Kindern ist vielleicht 1KInd dabei das ein Handy stressfrei nutzt.
Ansonsten ist der Handykonsum ein zeitraubendes und stressiges Thema in den Familien geworden Thema .
Von wegen besser und motivierter lernen ,wenn es auf dem Handy eine Lern App gibt ist total cool, denn dann ist man auch gleich an allen anderen Verführerischen Kanälen dran.
Gottsei Dank gibt es Screen Time :
da können die Eltern gegen Bezahlung die Handys ihrer Kinder sperren und die Nutzungszeit einschränken .
Cool oder erst Handy kaufen dann gegen Bezahlung Handyzeiten einteilen.
Meine Kinder bekamen/bekommen mit 12Jahren ein Handy was immer noch zu früh war und sein wird .
Es ist eine enorme Erziehungsarbeit mit dem Ding umzugehen .Nicht jeder ist süchtig nach dem Ding aber sehr sehr viele .
Gerade für Kinder nach denen keiner schaut kanns schulisch zum Verhängnis werden.