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Kultevent mit katholischen Ursprüngen Halloween: Das Fest der vergessenen Bräuche

Kürbisfratzen, Friedhofslook und Süßigkeiten: Halloween wird oft als amerikanischer Spaßtag abgetan, dabei hat das Fest durchaus katholische Ursprünge. Denn die Iren gedachten einst gewissenhaft nicht nur der Heiligen, sondern aller Verstorbenen - und aus diesem "All Hallow's Evening" wurde mit der Zeit "Halloween".

Von: Petra Zimmermann

Stand: 31.10.2017

Bildkombo mit beleuchtetem Halloween-Kürbis und Engelfigur auf einem Friedhof  | Bild: picture-alliance/dpa/Bernd Thissen, Oliver Berg

Am Vorabend von Allerheiligen wird Halloween gefeiert, vielerorts inzwischen auch bei uns. Das gefällt nicht allen, scheint das Horrorfest doch ein reiner Kitsch-Event der Spaßgesellschaft zu sein. Aber stimmt das wirklich?

Ein Licht für die Verstorbenen

Das "Fest aller Heiligen" wurde schon vor 1.200 Jahren durch Papst Gregor IV für den 1. November festgelegt. Doch die katholischen Iren feierten schon mal ein bisschen voraus - und gedachten am Vorabend nicht nur der Heiligen, sondern aller Verstorbenen, die, so glaubte man damals in Irland, in eben dieser Nacht vom Fegefeuer erlöst würden und nach Hause dürften. Friedhofslook und Zombie-Kostüme des heutigen Horrorfestes Halloween gehen auf die Darstellung der zurückgekommenen Toten zurück.

Ein Licht vor dem Haus sollte die herumirrenden Seelen begrüßen. Auch in Bayern war das früher in den Dörfern üblich. Die Kerzen stellte man zum Schutz in ausgehöhlte Futterrüben. Sicherheitshalber verzierte man diese gleich mit furchtbaren Fratzen, schließlich wollte man nur den Guten helfen - die bösen Seelen sollten ja vertrieben werden.

Auch süße Gaben gab es damals schon

Und die Süßigkeiten-Jagd der Kinder von Tür zu Tür? Auch das heutige "Trick or Treat - Süßes oder Saures" beruht auf einem alten Brauch. Schon damals zogen Kinder von Haus zu Haus, um Spenden zu erbitten. Früher gab es zwar keine Geisterlollies, aber in Bayern etwa verschenkte man aus Hefeteig und Rosinen gebackene Allerseelenzöpferl. Durch die gute Tat der Spende hoffte man, im Gegenzug eine arme Seele aus der Verwandtschaft aus dem Fegefeuer zu befreien.

Das Gedenken wich dem Kommerz

Nach dem Zweiten Weltkrieg gerieten viele dieser Bräuche hierzulande fürs Erste in Vergessenheit, denn mit Tod und Trauer wollten die Menschen nichts mehr zu tun haben. Doch im Laufe der Zeit brachten europäische Auswanderer ihren Glauben und ihre Traditionen mit nach Amerika - und so wurden aus Futterrüben schließlich Kürbisse und aus Hefezöpfen Horrorkekse.


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Chris, Mittwoch, 01.November, 11:03 Uhr

12. Flach recherchiert, kurz gedacht.

Das keltische Samhain, mehr als 2k Jahre alt wurde von den Christen 'praktischerweise' übernommen und umbenannt, man kann Menschen nicht einfach einen uralten Brauch nehmen. Ähnlich wie das zur Sonnwende, das man zu Weihnachten gemacht hat.
Dem BR sind >1000 Jahre offenbar zu gross. Oiwei kann man ja schon nach 150 Jahren sagen. Gratuliere.

Gruselgeist, Dienstag, 31.Oktober, 18:10 Uhr

11. Heidenspaß

Halloween hat sein alpenländisches Pendant in den Rübengeistern, die sich ebenso wieder wachsender Beliebtheit erfreuen! (...) Verzerrte Horrorfratzen und böse Geister kommen von der Dämonisierung durch die Kirche. Nur ist mittlerweile Halloween weitverbreitetes Allgemeingut geworden. (...) Spaß am Gruseln, Morbiden ist angesichts bevorstehender trister Novembertage, aber auch wachsender Entfremdung durchs Internet, sicher keine schlechte Idee und zeitgemäß. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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  • Antwort von 187, Dienstag, 31.Oktober, 18:34 Uhr

    Wie kann man bitte bei so einem nervigen Fest dass auch noch (in der heutigen Form) aus Amerika kommtt davon sprechen, dass es in ordnung ist. Das ist nur noch kommerze pur wie auch schon in Kommentar 5 zu lesen ist.

Herbert Bauer, Dienstag, 31.Oktober, 18:01 Uhr

10. Das Fest hat nicht katholischen, sondern keltischen Ursprung!!!!

Die frühen Ursprünge des Halloween-Brauchs liegen wahrscheinlich 2500 Jahre zurück in der Eisenzeit. Damals lebten die Kelten in weiten Teilen Mitteleuropas. Sie richteten ihre Kalender nach dem landwirtschaftlichen Zyklus der Vegetation aus und feierten am Abend des elften Vollmonds eines Jahres ihren Jahreswechsel mit dem Fest des Samhain. Das ist das gälische Wort für November.
Die Kelten glaubten, dass an diesem Abend die Toten auf die Erde zurückkommen, um ihre Verwandten zu besuchen. Mit Lichtern wiesen sie den Geistern der Verstorbenen den Weg. Die Iren wandelten den Brauch dann später ab. Sie hatten Angst vor den Toten und verkleideten sich mit grausigen Masken, um die Geister abzuschrecken.
Im Mittelalter wurde die heidnische Tradition christianisiert: Papst Gregor IV. setzte im Jahre 837 den 1. November als Allerheiligen an. Jetzt konnten auch die Christen das heidnische Fest Samhain feiern, ohne zu sündigen.
(Netzfundstück)

Josef, Dienstag, 31.Oktober, 17:27 Uhr

9. Früh übt sich

für den späteren Lebensweg in Hartz4 können die Kinder nicht früh genug das Betteln erlernen irgendwie müssen sie in Zukunft auch durch kommen. Im Hintergrund stehen ja deren Eltern die auch achten das nichts passiert und eine richtige Ausbildung bekommen.

  • Antwort von Rosenstolz, Dienstag, 31.Oktober, 18:07 Uhr

    Josef, was sie da schreiben ist einfach nur geschmacklos! Glauben sie dass an diesem Abend nur Hartz 4 Empfänger Kinder betteln gehen, sicherlich nicht. Aber zur Zeit kommen nur solche bösen Kommentare von unseren Gutmenschen, es geht bald nicht mehr schlimmer. Es gehen Erwachsene mit die auf die Kinder aufpassen damit sie vor solchen Menschen wie sie geschützt werden.

  • Antwort von 187, Dienstag, 31.Oktober, 18:08 Uhr

    Das stimmt. Und vor allem: Die Kinderlernen, Sachen/Dinge die ihnen nicht gehören zu beschmutzen.

Südsachse, Dienstag, 31.Oktober, 16:31 Uhr

8. Was ich dazu anmerken möchte:

Wenn es auch katholische Wurzeln sein sollten - diese ganze idiotische Gruselshows drum herum ist sehr amerikanisch. Übrigens, wir feiern Reformationstag. Und nicht nur heute, weil Jubiläum ist, sondern immer! Gruß aus Sachsen!

  • Antwort von Rübe in Wien, Dienstag, 31.Oktober, 16:48 Uhr

    Südsachse: 500 Jahre Reformation und Halloween passen nun wirklich nicht zusammen.

  • Antwort von 187, Dienstag, 31.Oktober, 18:12 Uhr

    1. @Rübe in Wien: wo hat @Südsachse in seinem Kommentar behauptet, dass 500 Jahre Reformation und Halloween nun wirklich nicht zusammen passen?

    2. Ich dachte auch dass Halloween seinen Uhrsprung in Amerika hatte und dann nach DE kam.