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Neues Projekt Grundlegende Wende in der Telemedizin

Wenn es um Einkäufe oder das Bestellen von Essen geht, greifen die Deutschen immer öfter zum Smartphone oder auch zum traditionellen Telefon. Sich von einem Arzt auf diesem Weg behandeln zu lassen, war bislang hingegen schwierig. Jetzt soll es aber grundlegende Erleichterungen für diese Art der Telemedizin geben.

Von: Nikolaus Nützel

Stand: 09.01.2018

Frau vor Computerbildschirmen | Bild: picture-alliance/dpa

Bei vielen Gesundheitsproblemen kann ein Arzt auch per Telefon oder Videokonferenz eine Diagnose stellen und danach eine Therapie empfehlen. Bislang ist in den Berufsordnungen der Ärztekammern aber festgelegt, dass eine solche Fernbehandlung vorher oder hinterher mit einem persönlichen Kontakt ergänzt werden muss.

Online- und Telefonsprechstunde

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg schafft diese Vorschrift jetzt ab, zunächst in einem Pilotprojekt. Die Münchner Firma Teleclinic, die bei diesem Projekt Ärzte und Patienten in Online- und Telefonsprechstunden zusammenbringt, sieht darin einen großen Fortschritt, erklärt Geschäftsführerin Katharina Jünger:

"Für Leute auf dem Land ist es sehr praktisch, wo nicht alle Fachärzte vorhanden sind - für Leute, die vielleicht nicht so mobil sind, das können ältere Leute sein, können behinderte Leute sein. Das funktioniert aber auch gut für Leute, die zeitlich stark eingeschränkt sind, d.h. für Leute, die keine Zeit haben, zwischen 9 und 17 Uhr, wenn die Praxis offen ist, in die Praxis zu gehen."

Katharina Jünger, Teleclinic

Die bayerische Ärztekammer erwartet, dass auf dem Ärztetag im Mai die Regeln für Video- und Telefonsprechstunden bundesweit gelockert werden. Diese Entwicklung lasse sich nicht mehr aufhalten, heißt es von der Kammer.


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