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Bundestagswahl Gratulationen, Gegenstimmen, harsche Kritik - die besten Zitate zur Wahl von Angela Merkel

Der Bundestag hat Angela Merkel zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt. "Ich bin einfach froh für das Vertrauen, muss ich sagen", sagte Merkel nach ihrer Vereidigung als Kanzlerin in der ARD-Sendung "Farbe bekennen". Und was meinten die anderen so dazu? Wir haben die besten Zitate für Sie zusammengestellt.

Stand: 14.03.2018

13.03.2018, Berlin: Angela Merkel, Bundeskanzlerin und Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union (CDU), unterhält sich zu Beginn der Sitzung der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Bernd von Jutrczenka

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat sich trotz der hohen Zahl von Nein-Stimmen aus den eigenen Reihen zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Wahl zur Kanzlerin geäußert. "Ich bin einfach froh für das Vertrauen, muss ich sagen", sagte Merkel nach ihrer vierten Vereidigung als Kanzlerin in der ARD-Sendung "Farbe bekennen"

Die Zeit der Ungewissheit und Verunsicherung ist vorbei

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich erleichtert über die Regierungsbildung. "Es ist gut, dass die Zeit der Ungewissheit und Verunsicherung vorbei ist. Es ist gut, dass drei Parteien bereit und willens sind, Regierungsverantwortung zu übernehmen", sagt Steinmeier im Schloss Bellevue anlässlich der Ernennung der 15 Bundesminister.

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu ihrer vierten Amtszeit gratuliert. "Gutes Gelingen!" schrieb Tusk auf Deutsch in einer am Mittwoch in Brüssel veröffentlichen Erklärung nach der Vereidigung Merkels in Berlin. Die Europäische Union stehe derzeit vor "bedeutenden Herausforderungen", er freue sich, Merkel beim nächsten EU-Gipfel Ende kommender Woche in Brüssel empfangen zu können, erklärte Tusk.

"Schlechter Tag für D-land: Nach Monaten wählt Wahlverlierer-Koalition Merkel an Spitze der nächsten Weiter-so- Regierung. Immerhin: knapp 30 Abgeordnete von CDU/CSU & SPD den Mut gehabt nicht für Merkel zu stimmen." twittert Linksfraktions-Vorsitzende Sahra Wagenknecht.

Weidel reicht es irgendwann dann auch

Mit der Wahl Merkels zur Kanzlerin wurde dem Land nach Ansicht von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel "nichts Gutes getan". Sie hoffe, dass es sich um die letzte Legislaturperiode Merkels handele. "Irgendwann reicht es dann auch", sagt sie im Sender n-tv. Merkel gehe mit "Rechtsbrüchen" in der Euro-Rettungspolitik und der Öffnung der Grenzen als "Unrechtskanzlerin" in die deutsche Geschichte ein.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt kündigt für ihre Patei eine harte Opposition an. Die Grünen würden zeigen, was die Alternativen seien, sagt sie im Sender n-tv.

Gratulation von Putin, "quasi volles Vetrauen" von Kühnert

Der russische Präsident Wladimir Putin gratuliert Merkel zur Wiederwahl. In einem Telegramm habe er die Wichtigkeit der Beziehungen der beiden Länder unterstrichen, melden russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das russische Präsidialamt.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer hofft auf ein mutigeres Agieren der neuen Bundesregierung als es der Koalitionsvertrag vorsieht. Der Vertrag enthalte zwar eine Reihe guter Ansätze, bürde den Betrieben aber auch unnötige Lasten auf. "Ich hoffe deshalb, dass sich im praktischen Regierungshandeln kreative und zukunftsfähige Lösungen durchsetzen."

"Die GroKo hat Angela Merkel quasi das 'volle Vertrauen' ausgesprochen", twittert Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert

Das Strucksche Gesetz gilt auch für Angela Merkel

Die SPD-Fraktion wird die Regierung nach Angaben ihres parlamentarische Geschäftsführers Carsten Schneider unterstützen und zugleich kontrollieren. Sie werde das selbstbewusst und mit eigener Handschrift tun, twittert Schneider. "Das Strucksche Gesetz gilt", schreibt er mit Verweis auf die Aussage des früheren SPD-Fraktionschefs Peter Struck, dass kein Gesetz so aus dem Parlament herauskomme, wie es eingebracht worden sei.

Israels Botschafter Jeremy Issacharoff hat für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) viel Lob übrig. Die Bundeskanzlerin gehöre zu Deutschlands bedeutendsten Führungspersönlichkeiten, sagte Issacharoff der "Berliner Zeitung"

"Mut und Zutrauen, Begleiter und Berater und die Nähe Gottes" wünscht Hamburgs Erzbischof Stefan Heße Angelika Merkel.

SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles ist verwundert über die relativ knappe Mehrheit bei der Wahl von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag "Es waren mehr Gegenstimmen, als ich erwartet hätte", sagte sie in der "Welt". Bei der SPD sei "die Lage sehr geschlossen" gewesen. "Darum kann ich mich nur wundern. Es ist letzten Endes nicht herauszufinden."

Dobrints Gegenstimmen und Petrys Buch

Die frühere AfD-Chefin Frauke Petry hat Angela Merkel (CDU) nach der Wahl zur Kanzlerin ein Buch geschenkt - und zwar: "Höhenrausch - die wirklichkeitsleere Welt der Politiker". Darin geht es um Politikverdrossenheit und dem Autor nach um das "katastrophale Ansehen" von Politikern.

"Gegenstimmen gehören zur Demokratie dazu", erklärt CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt im TV-Sender "Welt" mit Blick auf das nicht ausgeschöpfte Stimmen-Potenzial der großen Koalition. "Aber wir haben eine klare Mehrheit, ich bin ausgesprochen zufrieden." Wichtig sei, dass die inhaltliche Arbeit jetzt losgehe. Dazu zähle die dauerhafte Begrenzung der Zuwanderung und Hilfen für Familien.

"364 Stimmen für AngelaMerkel, die Regierungsmehrheit steht, eine GroKo ist es nicht." sagt Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann von der SPD auf Twitter

"Holpriger" Start für Kipping

Die künftige Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner erwartet "viele Gespräche" zur EU-Agrarpolitik. Ihr CDU-Parteikollege, EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger, hat Kürzungen in diesem Bereich im EU-Haushalt ab 2021 angekündigt.

Der Maschinenbauerverband VDMA warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre neue Regierung vor "Dienst nach Vorschrift". Merkel und ihr Kabinett dürften "sich nicht darauf beschränken, ihren wenig ambitionierten Koalitionsvertrag lediglich abzuarbeiten", kommentiert Verbands-Geschäftsführer Thilo Brodtmann Merkels Wiederwahl.

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping bezeichnet die Wahl als holprig. "Nur 9 Stimmen über dem Durst. Das ist ein holpriger Start für Merkel und die neue Regierung", schreibt sie auf Twitter.

"Nur darin groß, viel Geld der Bürger auszugeben" meint Lindner

"Ich habe Frau Merkel nicht gewählt, und das ist auch kein Geheimnis", sagt FDP-Chef Christian Lindner bei n-tv. "Wir teilen die politische Richtung, die jetzt eingeschlagen wird, nicht. Das ist eine große Koalition, die aber nur groß darin ist, viel Geld der Bürger auszugeben."

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx hat der wiedergewählten Kanzlerin Angela Merkel eine wohlwollende Begleitung ihrer Amtszeit zugesagt. "Sie dürfen sicher sein, dass die katholische Kirche in Deutschland die Arbeit der Bundesregierung gerne weiterhin konstruktiv begleiten wird und wir uns mit unseren Anliegen in die aktuellen Debatten einbringen werden", schreibt er.

Volker Kauder und die CDU freuen sich riesig

Unions-Fraktionschef Volker Kauder wertet das Ergebnis als gut, da Merkel im ersten Wahlgang zur Bundeskanzlerin gewählt worden sei. "Darüber freuen wir uns riesig", sagt der CDU-Politiker bei n-tv.

Die designierte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) will sich in ihrem neuen Amt vor allem um die Städte und Gemeinden mit viel Kinderarmut kümmern. "Es gibt viele Neukölln in Deutschland", sagt die frühere Bürgermeisterin des Berliner Problembezirks. Die Frage sei, "wie können wir Menschen, die in ganz schwierigen Lagen sind, da herausbringen, nicht nur versorgen", sagt sie dem TV-Sender phoenix.

"Ein guter Start für Deutschland" für von der Leyen

"Es ist ein guter Start für Deutschland, denn wir haben wieder eine stabile Regierung", sagt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach der Wahl bei n-tv. Dass Merkel im ersten Wahlgang gewählt worden sei, sei nach langen Monaten der Regierungsbildung nun "großer Ansporn" mit Schwung in die Arbeit hineinzugehen. Auch das Ausland habe darauf gewartet, dass Deutschland eine stabile Regierung habe.

Verbandspräsident 'Die Familienunternehmer' Reinhold von Eben-Wortlee:" "Die vierte Merkel-Regierung wird über sich und den Koalitionsvertrag hinauswachsen müssen, um Deutschland wettbewerbsfähig zu halten""

"Die große Koaltition ist eine kleine Koalition" sagt Kubicki

Das Abstimmungsergebnis zeigt nach Ansicht von FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki, "dass die große Koalition eigentlich eine kleine Koalition ist".

Keine Überraschungen im Bundestag für SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles: "Ich rechne mit einem sehr deutlichen Ergebnis für die Kanzlerin", sagt sie im ZDF.

Unionsfraktionschef Volker Kauder drängt im ZDF zur Eile: "Das muss jetzt alles ganz schnell gehen."

Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), fordert rasche Maßnahmen zur Stärkung des Standorts Deutschland: "Die Welt wartet nicht auf die große Koalition"

Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Generalsekretärin auf Twitter: ""Klare Wahl, reibungsloser Start. Jetzt mit aller Kraft für Deutschland!""


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