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Deutscher Städte- und Gemeindebund Gerd Landsberg: Gratis-ÖPNV "ein frommer Wunsch"

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sieht die Überlegungen der Bundesregierung für einen kostenlosen Nahverkehr in Städten skeptisch.

Stand: 15.02.2018

Gerd Landsberg | Bild: picture-alliance/dpa

Im Interview mit der radioWelt am Morgen auf Bayern 2 sagte Landsberg: "Das ist ein frommer Wunsch, der da formuliert worden ist. Und die Bundesregierung ist ja auch gestern schon etwas zurückgerudert." Und weiter: "Dass das morgen oder übermorgen kommt, das glaubt niemand in diesem Land."

"Jeder Bürger freut sich, wenn er etwas nicht bezahlen muss. Aber eigentlich ist das kurzfristig weder finanzierbar, noch organisierbar und es ist auch nicht vorrangig. Vorrangig ist ein massives Ausbauprogramm für leistungsfähige Nahverkehrssysteme auf dem Land, aber auch in der Stadt."

Gerd Landsberg

Für den Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes bedeutet das im Umkehrschluss: "Im letzten Jahr haben die Verkehrsbetriebe 10,3 Milliarden Fahrkarten verkauft. Also, der Preis ist nicht das Problem, die Systeme sind das Problem. Und da sollte der Bund lieber das Geld nehmen, um die Systeme besser und effektiver zu machen.

Mit Blick auf die Kosten eines möglichen Gratis-ÖPNV machte Landsberg klar: "Die Verkehrsunternehmen nehmen pro Jahr an Fahrscheinvergütungen etwa 13 Milliarden Euro ein. Das müsste der Bund leisten. Ich sehe das derzeit weder in der Koalitionsvereinbarung noch im Haushalt."


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