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Weiterhin hohes Niveau Gewalt gegen Polizisten: Gewerkschafts-Chef fordert Umdenken

Die Gewalt gegen Polizisten in Bayern bleibt offenbar auf hohem Niveau. Die konkreten Zahlen will Innenminister Herrmann am Vormittag vorstellen. Die Gewerkschaft der Polizei in Bayern sieht ein gesamtgesellschaftliches Problem und fordert ein Umdenken.

Von: Claudia Schweikl und Johanna Popp

Stand: 13.07.2018

Im letzten Jahr gab es nach Informationen der Deutschen Presseagentur etwas weniger Fälle von Gewalt gegen Polizisten im Freistaat - dafür aber mehr betroffene Beamte. Für den Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei in Bayern, Peter Schall, ist die wachsende Gewaltbereitschaft gegen die Beamten ein gesamtgesellschaftliches Problem. Im B5-Thema des Tages forderte er daher ein Umdenken in der Bevölkerung. Den Heranwachsenden müsse klar gemacht werden, Grenzen zu respektieren. Dazu gehöre auch die Grenze, dass der Staat das Gewaltmonopol habe.

"Da sind zum einen die Eltern und die Schulen gefordert, zum anderen ist es auch ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es muss wieder mehr in die Köpfe, dass erstens Gewalt keine Lösung ist sondern eher Probleme schafft oder verschlimmert, und zum anderen ist es auch so, dass die Polizei ja nicht aus Eigennutz da ist und den Bürger ärgern will, sondern sie erfüllt ja ihre Aufgabe." Peter Schall, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Bayern

Bodycams bei Polizisten wirken oft deeskalierend

Zum Einsatz von Bodycams bei Polizisten zeigte sich Schall optimistisch. Bei einem Pilotversuch habe man gute Erfahrungen gemacht: Allein die Ankündigung, die Kamera einzuschalten, habe in 30 bis 35 Prozent der Fälle dazu geführt, dass eine Situation, die zu eskalieren drohte, sich wieder beruhigte.

Aktion: Rettungskräften und Polizei nicht behindern

Schall wies auf eine gemeinsame Aktion der Rettungskräfte und der Polizei in Niederbayern hin - sie soll die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, dass die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit nicht behindert werden sollten.


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Kommentare

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Oliver M., Freitag, 13.Juli, 12:03 Uhr

8.

Vermutlich nicht nur in Bayern. M.E. ist die Hemmschwelle auch deswegen niedriger geworden, weil einige Gruppen per se überzogener Polizeigewalt die Schuld geben. Ganz ehrlich, wenn den Anweisungen eines Polizisten nicht Folge geleistet wird, dann muss das auch entsprechende Konsequenzen haben. Aber genau das darf die Polizei oft nicht. Stattdessen oft ein Spießrutenlauf durch juristische Instanzen, wenn ein Polizist hart zupackt oder gar zur Waffe greift.

In diesem Kontext finde ich auch Bodycams sinnvoll. Denn damit lässt sich eindeutig nachweisen, wie es tatsächlich zu der Situation gekommen ist und ob tatsächlich die Polizei überreagiert. Die Dinger dürfen dazu auch ohne Ankündigung laufen!

Dass - wie kürzlich der Fall - bewaffnete Polizisten krankenhausreif geprügelt am Boden liegen oder denen Waffen entrissen werden, das darf es eigentlich nicht geben. Ist aber die Folge, wenn die Polizei nicht präventiv handeln darf...

InspektorC, Freitag, 13.Juli, 10:58 Uhr

7. Ist ja nur der Staat

Speziell unser Staat wird als Alleinverantwortlicher für alle Probleme gesehen. Vom zu niedrigen Hartz 4-Satz über Kindergärten in Wohngebieten bis hin zum Straßenausbau. Jeder hat dazu eine eigene Meinung, die resolut geäußert wird. Und dann kommt der Staat, dieser Kümmerer und verteilt anstatt eines rundum sorglos Pakets einen Platzverweis. Nur weil man zu laut feiert, zu viel trinkt und andere sich gestört fühlen. Eine Serviceeinrichtung hat zu dienen und nicht zu maßregeln. Also wird der Staat beschimpft, bespuckt und geschlagen. Und wenn der Staat Zwangsmittel einsetzt wehrt man sich, körperlich, mit Waffen oder juristisch. Weil der Staat immer alles richtig machen muss, egal wie lange er im Dienst ist und wie aggresiv der Bürger ist. Gut das der Staat kein Mensch ist. Menschen könnten gar nicht so unfehlbar sein. Und Menschen dürfte man auch nicht als Bullen bezeichnen und Steine auf sie werfen. Wer steckt eigentlich in der staatlichen Uniform? Ein Polizist oder ein Mensch?

  • Antwort von Oliver M., Freitag, 13.Juli, 14:34 Uhr

    Und wer ist der Staat? Wir alle im Kollektiv! Auch das wird gerne übersehen.

    Meine Meinung: wir werden auf die Schnauze fallen müssen, um zu erkennen, was wir eigentlich hatten. Wir werden auf die Schnauze fallen müssen, um überhaupt in diverser Hinsicht einen Neuanfang starten zu können.
    Zunehmende Aggression ist m.E. die Konsequenz einer Gesellschaft, die einerseits immer wohlhabender wird und im Luxus lebt, in der andererseits aber Zweiklassengesellschaften immer mehr zunehmen und es immer mehr Verlierer gibt - zugunsten derer, denen es gut geht ...

Entsprechende Strafen, Freitag, 13.Juli, 10:26 Uhr

6. Extrabratwurst Bayern?

Wenn Polizisten nichts zu verbergen haben, können sie doch Dienstnummern tragen?
Ich kann doch mein KfZ-Kennzeichen auch nicht zukleben.
Als Bürger muß ich mich doch auch ausweisen müssen.
Ansonsten braucht die Polizei auch keine Bodycams.

Im Gegenzug gehören die entsprechende Strafen einfach höher angesetzt, wenn Polizisten oder Sanis angegriffen werden.
Schüler gehören auch gleich mal entsprechend in der Schule von der Polizei aufgeklärt, was bei Verstößen blüht. Ende des Kuschelkurses, denn mich selbst stört das laute und aggressive Verhalten mancher Jugendlicher in der Öffentlichkeit. Es geht hier ja nicht nur um die Polizei, sondern um alle Bürger.

Aton, Freitag, 13.Juli, 10:07 Uhr

5. Dienstnummern tragen

Zu einer Objektivierung der ständigen Debatten, wer böse ist und wer gut, würde die schon lange geforderte eindeutige Dienstnummer, die jeder Beamte gut sichtbar zu tragen hätte, beitragen.
Bei Fehlverhalten der Polizei ist der Betreffende heute meist "leider" nicht zu identifizieren.
Warum wehren sich einschlägige Kreise so vehement gegen diese Nummern?
In GB geht es doch auch.

Realistin1, Freitag, 13.Juli, 10:06 Uhr

4. Die meisten wissen gar nicht wie sicher sie hier im Land leben.......

Diese Allgemeine Verrohung unserer Gesellschaft kann man in jedem Bereich feststellen.
Wenn man sich vorstellt dass bei jeder Demo zig Polizisten zum Schutz dabei sein müssen, denke ich nicht dass die Respektlosigkeit direkt gegen die Polizei geht, sondern dass es ein Resultat gegenüber einer soziale Unzufriedenheit ist. Die Schuld liegt absolut bei der Politik.
Dass dann genügend Meinungen kommen und sagen "selber schuld" das befürchtet man, aber die Begründungen sind einen dann doch Schleierhaft.
Man darf also sagen diese Berufsgruppen, Feuerwehr, Polizisten, Sanitäter usw. sind selber Schuld an der Gewalt gegen sie und es normal ist dass sie angegriffen werden.
Solange es Menschen gibt die glauben, mit Gewalt könne man anderer Meinung ändern, solange kann hier auf Erden kein Frieden möglich sein.
Gehen sie doch mal in ein arabisches, afrikanisches, indisches usw. Land und bespucken dort einen Polizisten.....!

  • Antwort von hannes, Freitag, 13.Juli, 11:17 Uhr

    an welchen Fakten machen Sie es den fest, dass unsere Gesellschaft immer mehr verroht?
    ich stelle eigentlich nur fest, dass unsere Kinder und Jugendlichen immer friedlicher und vernünftiger werden.

    Allerdings stelle ich fest, dass sich was bei der Polizei ändert. Die haben in meinen Augen ein großes
    Nachwuchs Problem und immer weniger geeignete Leute für diesen komplizierten und anspruchsvolleren
    Beruf und sind heute deutlich aggressiver wegen ihrer Unsicherheit als früher, was zu erhöhter Gewaltbereitschaft
    beiträgt.