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Aktion der Kampagne "Kein Schlussstrich" Gedenken an die Opfer des NSU - 200 Straßen umbenannt

Aktivisten haben heute in über 20 Städten mehr als 200 Straßen umbenannt und mit den Namen der Opfer des NSU versehen. Kurz vor Ende des NSU-Prozesses soll damit das Gedenken an die Opfer des Terrornetzwerks in den Mittelpunkt gerückt werden.

Von: Thies Marsen

Stand: 11.07.2018

Das Straßenschild "Tasköprüstraße" im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld. In der Straße wurde der Gemüsehändler Süleyman Tasköprü 2001 vom NSU in seinem Geschäft erschossen.  | Bild: picture-alliance/dpa

Um der Opfer des NSU zu gedenken, haben Aktionisten heute zum Abschluss des Mammutprozesses bundesweit mehr als 200 Straßen umbenannt. Sie tragen nun die Namen der Menschen, die vom Terror-Trio des NSU getötet wurden.

Ausgesucht wurden Straßen, deren Namen aus der NS-Zeit belastet sind

Für die Umbenennungen wurden bevorzugt Straßen ausgesucht, die NS-belastete Namen trugen und deren Umbenennung längst überfällig war. Die Aktivisten und Aktivistinnen der Interventionistischen Linken (IL) wollen damit das Ausmaß rassistischer Gewalt sichtbar machen und den Opfern des NSU und ihren Angehörigen Respekt erweisen.

Kritik an der Aufklärung der NSU-Morde

Nach fünf Jahren NSU-Prozess blieben mehr Fragen als Antworten, so Aktivist Frank Gerber. Die Bundesanwaltschaft habe bis zum Ende den Mythos vom Terror-Trio aufrechterhalten. Sie habe die Aufklärung des Terrornetzwerks verhindert und die staatliche Beteiligung vertuscht.

Welche Rolle spielt der Verfassungschutz bei den NSU-Morden?

Das gesamte Umfeld des NSU sei durch V-Männer geprägt gewesen, so Gerber weiter. Der Verfassungsschutz habe sich durch aktive Unterstützung und Ausstattung mit finanziellen Ressourcen schuldig gemacht. Unter den Augen des Geheimdienstes verübten Neo-Nazis bis heute Anschläge und schreckten auch vor Mord nicht zurück.


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