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DFB ist inkonsequent Fußball-WM: Stefan Effenberg fordert den Rauswurf von Özil und Gündogan

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg übt im Fall der WM-Starter Mesut Özil und Ilkay Gündogan harsche Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) und fordert den Rauswurf der beiden England-Legionäre, die mit ihrem Treffen mit Türkeis umstrittenem Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan für Aufregung im Vorfeld der WM-Vorbereitung gesorgt hatten

Stand: 13.06.2018

ARCHIV - 14.01.2017, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Fußball: Telekom-Cup, Fortuna Düsseldorf - Bayern München in der ESPRIT arena in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Der ehemalige Fußballspieler Stefan Effenberg steht als TV-Experte an der Seite. (zu "Effenberg: DFB hätte Özil und Gündogan rauswerfen müssen" vom 13.06.2018) Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Federico Gambarini

Der frühere Nationalspieler Stefan Effenberg vermisst in der Debatte um Mesut Özil und Ilkay Gündogan eine klare Linie des Deutschen Fußball-Bundes. "Wenn man auf gewisse Werte setzt, so wie das der DFB immer wieder vermittelt, dann kann die Entscheidung eigentlich nur so ausfallen, dass man die beiden Spieler rauswirft", sagte der 49-Jährige dem Internetportal t-online.de. Die beiden Nationalspieler Özil und Gündogan waren wegen gemeinsamer Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan scharf in die Kritik geraten.

1994: Effenberg nach Stinkefinger für die Fans ausgeschlossen

Effenberg selbst durfte jahrelang nicht mehr für die Nationalelf spielen, nachdem er Fans bei der WM 1994 den Mittelfinger gezeigt hatte. "Der DFB war damals sehr konsequent und sehr schnell in der Entscheidung. Özil und Gündogan haben jetzt Glück gehabt, dass der DFB in diesem Fall inkonsequent und nicht schnell gehandelt hat", sagte Effenberg.

Stefan Effenberg: „Man dreht es sich beim DFB, wie man es braucht“

Effenberg vermisst beim DFB anno 2018 eine klare Linie: "Man dreht es sich beim DFB so, wie man es gerade braucht. Bei mir oder bei Uli Stein haben sie anders reagiert. Ich sehe dementsprechend auch keine klare Linie."

1986: Franz Beckenbauer schickt Torwart Uli Stein nach Hause

Bei der WM 1986 in Mexiko hatte Stein den damaligen Teamchef Franz Beckenbauer als "Suppenkasper" bezeichnet und wurde ebenfalls nach Hause geschickt. "Der DFB war damals sehr konsequent und sehr schnell in der Entscheidung. Özil und Gündogan haben jetzt Glück gehabt, dass der DFB in diesem Fall inkonsequent und nicht schnell gehandelt hat", urteilt der einstige Bayern-München-Kapitän.

Gündogan ausgepfiffen – Özil verletzt

Beim letzten WM-Test von Weltmeister Deutschland am vergangenen Freitag in Leverkusen gegen Saudi-Arabien (2:1) war Gündogan nach seiner Einwechslung von den Zuschauern bei jeder Ballberührung ausgepfiffen worden. Özil fehlte verletzungsbedingt. Auch bei den WM-Spielen drohen den beiden Akteuren Negativ-Reaktionen der deutschen Fans auf den Rängen. Effenberg dazu: "Das ist mit das Schlimmste, was einem passieren kann. Da stellt man sich viele Fragen. Zum Beispiel die, ob es wert ist, dieses Trikot zu tragen."


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