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Erinnerungen an WM in Mexiko Fußball-WM-Ball für Russland "Telstar 18" erinnert an Ball von 1970

Leicht verpixelte schwarze Flächen, weißer Grund und goldene Schrift: so sieht der WM-Ball für Russland aus. Das Design des offiziellen Spielballs der WM von Adidas erinnert an früher und hat neueste Technik in seinem Inneren.

Stand: 04.06.2018

Fußball-WM-Ball 2018: Telstart 18 | Bild: adidas

Auch Telstar 18 besteht wie alle WM-und EM-Bälle seit der Weltmeisterschaft 2014 nur noch aus sechs propellerförmigen Einzelteilen, die nahtlos miteinander verbunden sind.

WM-Ball auf Flug und Durchhaltevermögen getestet

Ein Brazuca-Fußball liegt im Stadion «Arena Amazonia» | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Der perfekte Ball Inspiriert von einem Würfel

Der Ball, der seit der WM 2014 gespielt wird, besteht nicht wie die lange herkömmlichen aus 32 Waben, sondern nur noch aus sechs propellerförmigen Einzelteilen. Die große Kunst: Er muss perfekt gerundet und sollte nicht flatterhaft sein. [mehr]

Dadurch, dass der Ball verklebt und versiegelt – und nicht wie früher genäht – ist, soll er auch bei starkem Regen kein Wasser aufnehmen. Wie seine Vorgänger, wurde auch dieser WM-Ball zahlreichen Tests unterzogen. Bei der Entwicklung standen vor allem eine hohe Belastbarkeit, die Flugeigenschaften, lange Lebensdauer und die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt, so der Sportartikelhersteller. So wurde er auch vor seiner offiziellen Vorstellung im November 2017 von Profi-Teams wie Ajax Amsterdam, Real Madrid oder Manchester United getestet. Erstmals zum Einsatz kam der neue WM-Ball im Freundschaftsspiel zwischen WM-Gastgeber Russland und Argentinien am 11. November 2017.

Reminiszenz an die WM in Mexiko 1970

Telstar im Tor im Finale der Fußball-WM 1970 in Mexiko: 4:1 für Brasilien gegen Italien

Erinnern soll das Design des Balls an die WM 1970 in Mexiko und den damals erstmals eingesetzten Telstar. Der erste von Adidas bereitgestellte WM-Ball prägt mit seinen schwarzen fünfeckigen Flecken auf weißem Grund bis heute das Bild vom "richtigen Fußball". Dieses Modell war auch bei der WM 1974 in Deutschland und bei den beiden Europameisterschaften 1972 in Belgien und 1976 in Jugoslawien im Einsatz. Der Telstar war der erste Ball, der über 20 sechseckige und zwölf schwarze fünfeckige Flächen verfügte und damit auch über andere Spieleigenschaften als seine Vorgänger. Die schwarz-weiße Einfärbung wurde damals gewählt, weil der Ball auch im Schwarz-Weiß-Fernsehen bei den Übertragungen gut zu erkennen sein sollte.

In Anlehnung an den Klassiker

Der neue Ball besteht im Gegensatz zu seinem Vorbild aus Leder zu 100 Prozent aus einem recycelten, verformbaren Kunststoff: aus thermoplastischem Polyurethan. Er ist dadurch leichter und schnittiger als sein Vorbild. Die sogenannten Panels, die eckigen Einzelteile des Balls, wurden neu strukturiert.

Datenaustausch für Fans über den Ball

Ausgestattet ist der Ball im Inneren mit einem NFC-Chip. NFC steht für "Near Field Communication", zu Deutsch "Nahfeldkommunikation". Mit diesem Chip können Daten kontaktlos ausgetauscht werden. Der Chip soll Fans ermöglichen, über ihre Smartphones Daten an den Ball zu übertragen und sich mit einer von Adidas verwalteten Community zu vernetzen.

WM-Ball aus dem All zurück

Immer wieder wird der Telstar 18 in Szene gesetzt, um auf den Beginn der Fußball-WM am 14. Juni aufmerksam zu machen. So haben Kosmonauten den Ball zwei Monate lang mit auf die Internationale Raumstation ISS ins All genommen. In Videos und auf Bildern aus der ISS spielten sie den Ball für das Eröffnungsspiel und demonstrierten eindrucksvoll, wie Fußballspiel in der Schwerelosigkeit geht. Am 3. Juni haben drei Raumfahrer den Ball nun wieder mit auf die Erde gebracht. In der Steppe Kasachstans landete er gemeinsam mit den Astronauten. Es heißt, die Russen erhofften sich von dem Ball aus dem All Glück für ihr Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien.


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Kommentare

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Barbara, Donnerstag, 14.Juni, 14:02 Uhr

2. Anscheinend ist der Ball aus Schlangen-Leder gemacht, weil mein Kommentar

par tout nicht erscheint. Es wäre ja nicht das erste Mal, daß ein Kommentar von der Schlange oder Raupe gefressen wurde.

Barbara, Donnerstag, 14.Juni, 13:16 Uhr

1. Mich würde nur interessieren, aus welchem Leder der Ball der Russen ist?

Aus Rentier-, Elch-, Ziegen-, Kalbs-, Krokodil-, Bären-Leder usw.? Oder müssen die Russen mit demselben Ball spielen, den auch die anderen Mannschaften verwenden? Werden auch Bälle aus Plastik verwendet? Hat jede Mannschaft einen "gleich schweren" Ball? Wieviel wiegt so ein Ball?