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Antrag im Bundestag FDP will längere und flexiblere Arbeitszeiten

Nach dem Vorschlag der FDP soll es keine tägliche Arbeitszeit-Höchstgrenze mehr geben, sondern nur noch eine wöchentliche. Als Obergrenze schlagen die Liberalen 48 Stunden pro Woche vor.

Von: Günter Mayr-Eisinger

Stand: 14.03.2018

Arbeitszeitumfrage | Bild: picture-alliance/dpa|Ulrich Baumgarten

Der Antrag der FDP wird morgen im Bundestag beraten. Er sieht auch vor, dass die derzeit geltenden Ruhezeiten - mindestens elf Stunden zwischen zwei Arbeitseinsätzen - verkürzt werden. Zur Begründung heißt es, durch die Digitalisierung verändere sich die Arbeitswelt massiv. Deshalb müsse das Arbeitszeitgesetz flexibilisiert werden, so der sozialpolitische Sprecher der FDP, Pascal Kober. Homeoffice und mobiles Arbeiten böten neue Chancen.

Weg von der täglichen Obergrenze

"Die Einführung einer Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit schafft neuen Spielraum und erhält zugleich die Schutzfunktion der Vorgabe einer Höchstarbeitszeit."

FDP-Entwurf zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes

Paragraf 3 des derzeitig geltenden Arbeitszeitgesetzes sieht bisher vor, dass die "werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer...acht Stunden nicht überschreitet". Verlängerungen auf maximal zehn Stunden sind erlaubt, wenn innerhalb von sechs Monaten die durchschnittlichen acht Stunden nicht überschritten werden. Die Zahl der Arbeitstage pro Woche ist in dem Abschnitt nicht geregelt - insofern ergibt sich keine wöchentliche Höchstarbeitszeit.

Das soll sich nach dem Willen der Liberalen nun ändern. Sie orientieren sich an der EU-Arbeitszeit-Richtlinie. Die sieht eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden vor - einschließlich Überstunden. Die tägliche Beschränkung auf acht Stunden fiele damit weg.

Kürzere Ruhezeiten zwischen zwei Diensten

Außerdem sind bisher zwischen Arbeitsende und Arbeitsanfang am kommenden Tag elf Stunden Ruhezeit vorgeschrieben, die im Einzelfall auf neun Stunden reduziert werden können. Auch diese Ruhezeiten sollen nach dem Willen der FDP in Tarifverhandlungen verkürzt werden dürfen. Der Gesetzgeber solle sich aus dieser Frage heraushalten, so der Forderung.

Europarechtliche Probleme sieht die FDP nicht. Bisher habe der Gesetzgeber in Deutschland die Spielräume der EU-Arbeitszeitrichtlinie nur unzureichend genutzt.

Auch Union und SPD denken derzeit über Änderungen des Arbeitszeitgesetzes nach. Konkrete Vorschläge von den Parteien der Großen Koalition liegen dem Bundestag allerdings noch nicht vor.


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Hinterland, Mittwoch, 14.März, 23:25 Uhr

13. Die Politiker kriegen den Hals nicht voll

Du als kleiner Mann sollst noch mehr arbeiten und länger das es unseren Politiker noch besser geht oder wissen die was Arbeiten im Schichtdienst heist.
Nein Danke ich rauch nichtmehr.

Mani, Mittwoch, 14.März, 22:02 Uhr

12.

Ihr werdet Euch noch wundern, was in den nächsten Jahren alles beschlossen wird....habt sie ja wieder alle gewählt!

ekelhaft, Mittwoch, 14.März, 21:15 Uhr

11.

Kein Mensch braucht die FDP und was sie absondert, ist spätrömische Dekadenz.

Endlosschleife , Mittwoch, 14.März, 20:41 Uhr

10. FDP will längere und flexiblere Arbeitszeiten

Noch mehr arbeiten, nicht nur länger bis 67 oder 70, damit es den Flüchtlingen bei uns noch besser geht? Damit die Bundeswehr mehr Waffen kaufen kann?

  • Antwort von Leonia, Mittwoch, 14.März, 21:32 Uhr

    Wo bitte steht im Artikel was von Flüchtlingen und warum sollte ausgerechnet die FDP was für Flüchtlinge tun? Eine Partei, die ihre Klientel unter den sogenannten "Besserverdienenden" bzw. in der Wirtschaft sieht, hat gar keine Veranlassung, eine Forderung zu stellen, die Flüchtlingen zugute käme.

Leonia, Mittwoch, 14.März, 20:27 Uhr

9. Was soll das denn?

Es ist doch heute schon möglich, bis zu 48 Stunden zu arbeiten nach dem Arbeitszeitgesetz. Man fragt sich, was dieser Vorschlag wirklich bewirken soll? Stimmungsmache in der einheimischen Wirtschaft, damit diese eine mittlerweile marginale Partei namens FDP wieder mehr unterstützen?