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Europäische Zentralbank EZB halbiert Ankauf von Anleihen ab Januar 2018

Ab Anfang nächsten Jahres will die Europäische Zentralbank deutlich weniger Anleihen kaufen als bisher. Monatlich sollen dann nur noch 30 Milliarden Euro in den Markt gepumpt werden - bisher hatte die EZB jeden Monat Staatsanleihen im Umfang von 60 Milliarden Euro angekauft.

Von: Felix Lincke

Stand: 26.10.2017

Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt | Bild: picture alliance/Ulrich Baumgarten

Ab Januar 2018 wird die Europäische Zentralbank das Volumen der Anleihekäufe zunächst halbieren und nach neun Monaten möglicherweise keine Wertpapiere mehr kaufen. Die EZB will sich aber weiterhin alle Optionen offen halten und könnte also das Kaufprogramm auch weiter verlängern oder sogar wieder ausweiten.

Diese Nicht-Festlegung hat einige Anleger offenbar überrascht, die sich eine eindeutigere Aussage des Zentralbankrats und eine deutlichere Straffung der Geldpolitik erhofft hatten. Der Wechselkurs des Euro gab deshalb nach Bekanntgabe der Entscheidung nach. Gerade in Deutschland, wo die Wirtschaft besonders gut läuft, hätte man sich ein konkretes Datum für einen Ausstieg aus den Anleihekäufen gewünscht.

An eine Erhöhung der Leitzinsen ist im frühesten Fall 2019 zu denken, vielleicht im weiteren Verlauf des Jahres. Ende Oktober 2019 endet die Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi. Spätestens sein Nachfolger wird dann eine tatsächliche Wende in der Geldpolitik einleiten müssen.


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