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Einladung von Orban Ex-Trump-Berater Bannon spricht auf Regierungskonferenz in Ungarn

Trumps umstrittener Ex-Berater und Gallionsfigur der radikalen Rechten, Steve Bannon, wird einen Vortrag über die „Zukunft Europas“ auf einer Konferenz in Budapest halten. Die Konferenz wird vom ungarischen Außenministerium finanziert.

Stand: 16.05.2018

Steve Bannon | Bild: picture-alliance/dpa

Der umstrittene ehemalige Strategieberater des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Bannon, tritt als Gast der rechts-nationalen ungarischen Regierung in Budapest auf. Auf der Konferenz "Die Zukunft Europas" hält er am kommenden Mittwoch das Schlussreferat mit dem Titel "Trumps "Amerika-zuerst"-Politik und ihre Auswirkungen auf Mitteleuropa", wie der Veranstalter am Dienstagabend auf seiner Webseite mitteilte. Die Konferenz begleitet die im Juli zu Ende gehende Präsidentschaft Ungarns in der Visegrad-Vier-Gruppe (Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei). Finanziert wird sie vom ungarischen Außenministerium.

Bannon reist nun häufiger nach Europa

Bannon ist eine Gallionsfigur der radikalen Rechten in den USA. Das früher von ihm geleitete Nachrichtenportal "Breitbart" trug mit zum Aufstieg Trumps an die Macht bei. Im Wahlkampf 2016 machte ihn Trump zu seinem Chefstrategen, nach der Wahl zum Chefberater im Weißen Haus. Wegen Meinungsverschiedenheiten entließ er ihn jedoch im August vergangenen Jahres. Auch "Breitbart", wo er zuletzt Vorstandsvorsitzender war, trennte sich von Bannon. Seitdem kommt er immer wieder nach Europa. Im vergangenen März traf er in Zürich die AfD-Spitzenpolitikerinnen Alice Weidel und Beatrix von Storch. Den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban bezeichnete Bannon im Gespräch mit der "New York Times" als "Helden" und den "derzeit bedeutendsten Burschen der Szene". 

Kritik an Orbans autoritärem Regierungsstil

Orbans Fidesz-Partei gehört zwar auf europäischer Ebene der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) an, zu der auch CDU und CSU gehören. Der Ungar ist aber selbst dort wegen seines autoritären Regierungsstils und wegen seiner Nähe zu Potentaten wie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin oder dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan umstritten.  

Auch andere Rechtspopulisten waren schon da

Zu Jahresbeginn empfing Orban in Budapest den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders. Milo Yiannopoulos, ein Star-Blogger der radikalen US-Rechten - der sogenannten Alt-Right-Bewegung - tritt zwei Tage nach Bannon in Budapest auf. Er spricht dort auf Einladung des regierungsnahen "Instituts 21. Jahrhundert".

Leiterin des Instituts ist die Historikerin und Orban-Beraterin Maria Schmidt. Sie ist auch Präsidentin der Stiftung für mittel- und osteuropäische Geschichts- und Sozialforschungen, die als Veranstalter der Europa-Konferenz auftritt, bei der Bannon sprechen wird.


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