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Kampf gegen Treibhausgase EU-Kommission veröffentlicht Daten zu Emissionshandel

Wer Klimagase produziert, muss zahlen - nach diesem Prinzip soll der EU-Emissionshandel Unternehmen zum CO2-Sparen motivieren. Bislang funktioniert das aber nicht: Die Kosten pro Tonne Klimagas sind zu gering. Nun veröffentlicht die EU-Kommission die Daten zum Emissionshandel im vergangenen Jahr.

Von: Dirk Vilsmeier

Stand: 03.04.2018

Emissionshandel | Bild: picture-alliance/dpa

Seit dem Jahr 2005 müssen rund 12.000 Unternehmen in Europa, die Treibhausgase wie CO2 ausstoßen, dafür Emissionsrechte nachweisen. Knapp die Hälfte aller Treibhausgasemission in Europa wird darüber erfasst. 2021 steht die nächste Reform des Systems an. Damit soll es dann teurer werden, Treibhausgase zu emittieren - mit den entsprechend positiven Auswirkungen auf das Klima.

Es ist ein System das sein Ziel bislang nicht erreicht hat. Nach wie vor sind zu viele Emissionsrechte im Umlauf - folglich sind sie zu billig und es lohnt sich oft nicht, auf umweltschonendere Alternativen zu setzen. Auch der jüngste Preisanstieg der Zertifikate, auf rund 14 Euro, ist noch nicht ausreichend.

Experten: "Emissionsrechte müssten doppelt so teuer werden"

Klima-Experten gehen davon aus, dass das Emissionshandelssystem erst dann eine steuernde Wirkung entfalten wird, wenn das Recht, eine Tonne CO2 in der Atmosphäre zu entsorgen mehr als das Doppelte, also 30 Euro, kostet.

Laut der Umweltschutzorganisation WWF stößt Deutschland derzeit ähnlich viel CO2 aus wie im Jahr 2009. Dem Umweltbundesamt zufolge sank der CO2-Ausstoß in den Jahren 2005, also der Einführung des Emissionshandels, bis 2016 in Deutschland nur um 13 Prozent - europaweit um 26 Prozent.

Zwei Drittel des Ausstoßes aus Kohlekraftwerken

2016 stießen die in Deutschland erfassten Anlagen von Industrie und Energiewirtschaft 450 Millionen Tonnen sogenannte CO2-Aquivalente aus - zwei Drittel davon, also etwa 300 Millionen Tonnen entstehen in Kohlekraftwerken.


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