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Versicherungsaufsicht EIOPA warnt vor Deckungslücke bei Betriebsrenten

Jeder vierte Deutsche hat Anspruch auf eine Betriebsrente, die für die Altersversorgung meist fest eingeplant ist. Die anhaltend niedrigen Zinsen stellen die betrieblichen Rentenkassen vor große Probleme. Die europäische Versicherungsaufsicht kommt im Extremfall auf eine Deckungslücke von bis zu 702 Milliarden Euro.

Von: Felix Lincke

Stand: 14.12.2017

Gelber Ordner mit der Aufschrift "Betriebsrente" | Bild: picture-alliance/dpa

EIOPA hat sich mit den Zusagen von Betriebsrenten aus Versicherungen und Pensionsfonds beschäftigt. In einem Stresstest hat die europäische Versicherungsaufsicht ein Krisen-Szenario entwickelt. Demnach müssen Unternehmen und Mitarbeiter mit großen Deckungslücken rechnen, wenn es am Ende nicht für die erhoffte Betriebsrente reicht.

Mehr als 700 Milliarden Euro könnten fehlen

Sollte die Europäische Zentralbank die Zinsen niedrig lassen und auch noch ein Börsencrash passieren, dann könnten langfristig mehr als 700 Milliarden Euro in der betrieblichen Altersvorsorge fehlen. Der Stresstest der EIOPA sagt aber wenig über die Situation in einzelnen Ländern aus, und darüber wer die Lücke schließen müsste.

Versicherte Mitarbeiter tragen meistens das Risiko

In Deutschland sind feste Zusagen von Unternehmen über die Höhe der späteren Betriebsrente ihrer Mitarbeiter die Ausnahme. In den meisten Fällen tragen die versicherten Mitarbeiter das Risiko. Wenn das Versorgungsniveau nicht deutlich sinken soll, müssen beide Seiten sich grundsätzlich auf höhere Beiträge einstellen.


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Seppl, Donnerstag, 14.Dezember, 20:52 Uhr

2. Politikversagen

Das ist mal ein Feld, auf dem die katastrophalen Auswirkungen der Euro-Politik klar zu sehen sind und von Fachleuten mit Zahlen bewertet werden. Die ganze, unglaublich teuere, Rettungspolitik hat bisher nur dazu gedient, Zeit zu kaufen. Zeit, die dann jeweils ungenutzt verstrichen ist. Keine Sparpolitik in den Südländern, keine Einhaltung der Verträge und keine Schuldenschnitte, um einen Neustart zu ermöglichen weil Merkel nicht will, dass die Bürger die Kosten der Eurorettung vor Augen haben.

Von den Kosten der Nullzinspolitik für die deutschen Sparer wird kaum noch gesprochen. Die Zeit nennt mal 436 Milliarden €, es werden aber auch höhere Zahlen genannt.

Dazu kommen die Kosten für die Preisexplosion bei Immobilien. Gäbe es einen Wert für die Vermögensinflation (die offizielle Zahl von 1,7 % bildet nur Konsumgüter ab), er läge bei über 10 %.

Wie kann eigentlich Demokratie funktionieren, wenn die Bürger nicht informiert, sondern systematisch getäuscht werden?

Leonia, Donnerstag, 14.Dezember, 16:47 Uhr

1. Arbeitgeberfinanzierte Betriebsrenten nicht fest einplanen!

Auch wer die Zusage zu einer Betriebsrente, zu der er selbst nichts zuzahlen muss, schriftlich hat, sollte diesen Betrag nicht fest einkalkulieren, wenn es um die Finanzsituation im Rentenalter geht. Wenn Pensionszusagen die liquiden Mittel übersteigen und nicht anderweitig gesichert sind, dann geht das Unternehmen in Insolvenz und danach schauen alle, aktive sowie mittlerweile in Rente befindliche Mitarbeiter in die Röhre. Es hat in der Vergangenheit schon so manches Unternehmen gegeben, das nur um die Betriebsrentenzusagen loszuwerden, Insolvenz angemeldet und hinterher im alten Geschäftsfeld weitergemacht hat.