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Zukunft der Christsozialen "Einmal noch schlafen" – CSU-Machtkampf im Advent

Morgen ist "Tag der Entscheidung" bei der CSU. Parteichef und Ministerpräsident Horst Seehofer will erst der Landtagsfraktion, dann dem Parteivorstand einen Vorschlag machen, wie es weitergehen soll an der Spitze der CSU. Vorab hat Seehofer zwei Stunden lang mit den mächtigen Bezirksfürsten gesprochen.

Von: Eva Lell

Stand: 03.12.2017

Horst Seehofer kommt mit Andreas Scheuer zu einer CSU-Gremiensitzung in der Landesleitung in München. | Bild: dpa-Bildfunk/Andreas Gebert

Es ist viel von Advent die Rede bei den CSU-Politikern, die vor und nach Gesprächen mit Horst Seehofer an den wartenden Journalisten vorbei eilen.

"Ein Miteinander hat Zukunft", sagt der Augsburger CSU-Chef Johannes Hintersberger nach dem zweistündigen Gespräch mit Horst Seehofer. Ludwig Spaenle, der Münchener CSU-Vorsitzende, dessen Verband deutlich Richtung Markus Söder tendiert, spricht von einem "schönen Advent" und hastet weiter.

 Interne Gespräche im Advent

Nach den Bezirksfürsten sind die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaften zu einem Treffen mit Parteichef Seehofer gekommen. Die Vorsitzende der Frauenunion nannte eine Ämtertrennung "eine gute Idee". Hans Reichhart, der Vorsitzende der Jungen Union, ist auch dabei. Das ist durchaus pikant, immerhin hat seine Junge Union Anfang November bereits Markus Söder als den nächsten Ministerpräsidenten gefeiert.

 Treffen der Bezirksfürsten endet nach zwei Stunden

Was Seehofer mit den Bezirksfürsten besprochen hat, darüber gibt es bisher keine Informationen. Morgen ist "Tag der Entscheidung" bei der CSU. Parteichef und Ministerpräsident Horst Seehofer will erst der Landtagsfraktion, dann dem Parteivorstand einen Vorschlag machen, wie es weitergehen soll an der Spitze der CSU.

Was schlägt Seehofer der CSU-Fraktion morgen vor? Wird es eine Kampfkandidatur gegen Markus Söder geben? Diese Fragen sind weiter offen. Gut möglich, dass sich Seehofer in den internen Gesprächen nicht in die Karten schauen lässt und vor allem zuhört. "Einmal noch schlafen", das hat Seehofer zum Auftakt gesagt.


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