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Umstrittene Preisverleihung Enoch zu Guttenberg gibt Echo-Preis zurück

Aus Protest gegen die Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang gibt auch der Dirigent Enoch zu Guttenberg den Preis zurück. Er hatte 2008 einen Echo Klassik für die Einspielung der vierten Symphonie von Anton Bruckner bekommen.

Stand: 17.04.2018

Enoch zu Guttenberg | Bild: picture-alliance/dpa

"Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen", "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow". Um diese Textzeilen geht es. Am vergangenen Donnerstag waren die Rapper Kollegah & Farid Bang mit dem Musikpreis für ihr Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" ausgezeichnet worden. Es enthält Textzeilen wie diese, wird als antisemitisch kritisiert.

Jetzt gab der gebürtige Oberfranke Enoch zu Guttenberg seine Echo-Auszeichnung zurück."Das einstige Symbol für gute künstlerische Arbeit hat sich in ein schmutziges Menetekel für eine Entwicklung in unserem Land verwandelt, die uns mit tiefster Sorge erfüllt", schrieben sie in einem offenen Brief an den Bundesverband Musikindustrie. Zu Guttenberg und das Orchester Klangverwaltung hatten 2008 einen Echo Klassik für ihre Einspielung der vierten Symphonie von Anton Bruckner bekommen.

"Nachdem solch ein Preis nun im Jahr 2018 auch Verfassern von widerwärtigen antisemitischen Schmähtexten verliehen und noch dazu vom 'Ethikrat' Ihres Verbandes bedenkenlos freigegeben wurde, würden wir es als Schande empfinden, weiterhin diesen Preis in unseren Händen zu halten."

Enoch zu Guttenberg und Andreas Reiner vom Orchester Klangverwaltung

Auch andere Musiker gaben Echo bereits zurück

Zuvor hatten andere Preiseträger die Rückgabe angekündigt, darunter der Pianist Igor Levit und Klaus Voormann, Freund und Wegbegleiter der Beatles, sowie das Notos Quartett aus Berlin. Der Sänger Peter Maffay forderte die Verantwortlichen zum Rücktritt auf.

Der Präsident des Deutschen Kulturrats, Christian Höppner, zog sich inzwischen aus dem Beirat des Musikpreises zurück. Der Beirat habe sich in Abwägung zwischen Kunstfreiheit und Nichtzulassung zugunsten der Kunstfreiheit durchgerungen.

Diese Entscheidung sei ein Fehler gewesen.


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