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Zyklon "Idai": Mehr als 1.000 Tote in Mosambik befürchtet | BR24

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Der Zyklon "Idai" hat in Mosambik nach Angaben der Regierung vermutlich mehr als 1.000 Menschen in den Tod gerissen. Der tropische Wirbelsturm fegte seit Donnerstagabend über Mosambik. Langsam wird dort das Ausmaß bekannt.

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Zyklon "Idai": Mehr als 1.000 Tote in Mosambik befürchtet

Mehr als 1.000 Menschen könnten bei dem Zyklon "Idai" in Mosambik ums Leben gekommen sein, befürchtet der Präsident des Landes. Die Großstadt Beira ist offenbar weitgehend zerstört. Tausende Menschen sind obdachlos.

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Die Folgen des Zyklons "Idai" in Mosambik sind vermutlich weitaus schlimmer als bisher bekannt. Er rechne mit mehr als 1.000 Toten, sagte der mosambikanische Präsident Filipe Nyusi im staatlichen Radiosender Radio Moçambique.

Bislang seien erst 84 Todesfälle bestätigt worden, sagte er. Aus der Luft könne man aber viele Leichen sehen, die im Wasser treiben. Zuvor war von 150 Toten in Mosambik die Rede.

Hafenstadt großteils zerstört

In der am stärksten getroffenen Hafenstadt Beira mit 500.000 Einwohnern ist nach Augenzeugenberichten jedes Gebäude beschädigt, viele davon schwer. Hütten in den Vorstädten und im Umland seien oft komplett zerstört. Weggeschwemmte Brücken und Straßen sowie mangelnde Strom- und Handyverbindungen behindern Rettungs- und Bergungsmaßnahmen.

Der südafrikanischen Medienagentur APO zufolge sind 90 Prozent der Stadt beschädigt oder zerstört. Jamie LeSueur vom Internationalen Roten Kreuz berichtet aus der Zentrale in Vilankulo, etwa 500 Kilometer südlich von Beira. "Wir wissen, dass der Aufprall mit Windgeschwindigkeiten zwischen 170 bis 190 km/h hart war", sagt er. "Wir reden hier über das schlimmste Szenario."

Laut LeSueur sind die Teams des Roten Kreuzes inzwischen in Beira. "Das Problem ist, wir hören nichts von ihnen." Das Satellitentelefon funktioniere nicht. "Was da jetzt los ist, wissen wir nicht."

Suchmeldungen via Social Media

Inzwischen wurde der Flughafen Beira wieder geöffnet. Ein Mobilfunkbetreiber nahm die Arbeit wieder auf, aber viele Menschen konnten ihre Geräte nicht aufladen und so niemanden über ihren Verbleib informieren. In den sozialen Netzwerken häufen sich die Suchmeldungen.

Wie groß die Schäden wirklich sind, wird man erst in einigen Tagen überhaupt sagen können. Für Mosambik ist weiterer Regen vorher gesagt. Das macht selbst Flüge mit dem Hubschrauber schwierig. Und das ist derzeit der einzige Weg rein oder raus.

Der Zyklon "Idai" war in der Nacht auf Freitag auf die mosambikanische Küste gestoßen. Danach verursachte er weitere Schäden in Simbabwe. Bereits vor dem Zyklon und in den Tagen danach gab es in der Region schwere Unwetter mit zahlreichen Toten. Mosambik gehört einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt.

Auch Malawi ist von Stürmen und Fluten betroffen. Helfer gehen davon aus, dass Tausende Menschen in der Region obdachlos geworden sind.

Mit Informationen von Jana Genth, ARD-Studio Johannesburg