BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Zyklon "Amphan": Mindestens 80 Tote in Indien und Bangladesch | BR24

© BR.de

Der Wirbelsturm "Amphan" ist mit bis zu 170 Stundenkilometern über Teile von Bangladesch und Indien gezogen und hat Verwüstungen angerichtet. Dutzende Menschen starben in dem Unwetter. Nach dem Zyklon kommt jetzt die Angst vor Corona.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Zyklon "Amphan": Mindestens 80 Tote in Indien und Bangladesch

Mit viel Regen und Wind ist Zyklon "Amphan" in Indien und Bangladesch auf Land getroffen. Die Zahl der Toten ist auf 80 gestiegen, ein Ende ist noch nicht abzusehen. Mehr als drei Millionen Menschen waren in Notunterkünfte geflüchtet.

Per Mail sharen

Wirbelsturm "Amphan" hat in Indien und Bangladesch mindestens 80 Menschen das Leben gekostet. Allein im besonders betroffenen nordostindischen Bundesstaat Westbengalen habe es 72 Tote gegeben, sagte die zuständige Regierungschefin am Donnerstag.

Der Zyklon hatte das Festland am Mittwoch mit viel Wind und Regen erreicht. Mehr als drei Millionen Menschen waren den Behörden zufolge in Notunterkünfte gebracht worden. Laut dem indischen meteorologischen Dienst ist "Amphan" seit 20 Jahren einer der schlimmsten Stürme in der Region. Der Wind habe bis zu 185 km/h erreicht.

Sturm wütet weiter

Betroffen sind unter anderem die dicht besiedelte Stadt Kolkata im Nordosten Indiens mit ihren 15 Millionen Einwohnern und Küstenregionen mit vielen schlecht gebauten Hütten. Im Tagesverlauf am Donnerstag wurden der indischen Meteorologiebehörde und dem Katastrophenschutz zufolge weitere heftige Regenfälle, Gewitter und Sturmböen erwartet.

Der Sturm sollte weiter über Bangladesch ziehen und sich später Richtung Norden nach Bhutan bewegen. Die Corona-Pandemie macht die große Evakuierung noch schwieriger als sonst. Um Abstand zu gewährleisten, stellten Behörden beider Länder nach eigenen Angaben mehr Notunterkünfte zur Verfügung als sonst bei solchen Stürmen. Es würden etwa leerstehende Schulen genutzt. Doch mehr Gebäude zu finden, sei schwierig gewesen, da einige Notunterkünfte zurzeit als Quarantäne-Gebäude oder temporäre Unterkünfte für gestrandete Wanderarbeiter dienten.

Zwei Katastrophen gleichzeitig

Pankaj Anand von der Hilfsorganisation Oxfam sagte, dass einige Leute Angst hätten, sich in den Unterkünften mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren. Teils würden Masken oder Desinfektionsmittel verteilt. Indien und Bangladesch kämpfen mit immer mehr Corona-Infektionen, in beiden Ländern gilt eine Ausgangssperre. In Indien haben sich nach Aufzeichnungen der amerikanischen Johns Hopkins Universität inzwischen mehr als 112.000 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, mehr als 3.400 starben infolge der Lungenkrankheit Covid-19. In Bangladesch gibt es demnach über 26.700 bestätigte Infektionen und über 380 Todesfälle.

Wirbelstürme kommen im Golf von Bengalen immer wieder vor. Bei einem großen Zyklon im Jahr 1999 starben rund 10.000 Menschen. Experten gehen davon aus, dass die Intensität der Stürme in den vergangenen Jahren unter anderem wegen des Klimawandels tendenziell zugenommen hat. Die Opferzahlen waren aber in den vergangenen Jahren generell kleiner, da es inzwischen mehr gute Notunterkünfte und Evakuierungspläne gibt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!