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Kanzlerin Merkel hat den Ärztinnen und Pflegern für ihren "aufopferungsvollen Einsatz" in der Corona-Krise gedankt.

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Merkel dankt Ärzten und Pflegekräften für Corona-Einsatz

Bundeskanzlerin Merkel hat sich zu Beginn des Bundesärztetages für den aufopferungsvollen Einsatz von Pflegepersonal und Ärzteschaft während der Pandemie bedankt. Ärzte-Präsident Reinhardt fordert derweil eine Generalüberholung des Gesundheitswesens.

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Von
  • Michael Küster
  • B5 aktuell

Zum Auftakt des Deutschen Ärztetages hat sich Kanzlerin Merkel bei Medizinern und Pflegekräften für ihren Einsatz in der Corona-Pandemie bedankt. Sie sagte, die Pandemie habe unser Gesundheitswesen auf eine harte Probe gestellt. Auch in der dritten Welle gäben Ärzte und Pflegepersonal für die Patienten alles. Nicht nur in der Klinik, sondern auch beim Testen und Impfen.

Pandemie zeigt die Schwachstellen des Gesundheitswesens

Zu Beginn des Ärztetages forderte Ärztepräsident Dr. Klaus Reinhardt im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk eine Generalüberholung des Gesundheitswesens als Konsequenz aus der Corona-Krise. Im Thema des Tages auf B5 aktuell sagte er, die Krise habe diverse Schwächen und Versäumnisse sichtbar gemacht. Der öffentliche Gesundheitsdienst sei personell und materiell in den letzten 20 bis 30 Jahren erheblich vernachlässigt worden.

Reinhardt praktiziert selbst auch als Hausarzt und kann viele seiner Kollegen verstehen, die auf Grund der Corona-Pandemie an ihre Grenzen kommen. Eine Belastung sei das ohne Frage. Dennoch höre er in der Fachschaft auch den Tenor, dass man das stemmen könne und auch stolz sei, einen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leisten zu können, so Reinhardt weiter.

Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal

Dreh- und Angelpunkt sei qualifiziertes Pflegepersonal. Das habe die Corona-Pandemie deutlich gezeigt, so der Bundesärztekammer-Präsident. "Der limitierende Faktor bei der Belastung der Intensivkapazität in Deutschland ist die Qualifikation des Personals. Es hat also nicht an Beatmungsgeräten gemangelt, sondern vielmehr an Menschen, die damit umgehen können."

Dieser Umstand sei laut Reinhardt seit Jahren beklagt worden. Die Pandemie habe das umso deutlicher zu Tage gebracht. Auch die Gesundheitsämter hätten Nachholbedarf - insbesondere bei der Digitalisierung, so Reinhardt weiter.

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Dr. Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer

Juristisch heikel: Recht auf selbstbestimmtes Sterben

Für rege Diskussionen dürfte auf dem Ärztetag das Thema "Begleiteter Suizid" sorgen. Denn das Bundesverfassungsgericht hatte jüngst grundsätzlich das Recht auf selbstbestimmtes Sterben festgestellt.

"Die Deutsche Ärzteschaft hat vor 10 Jahren in der sogenannten Musterberufsordnung vermerkt, dass Ärzten die Hilfestellung bei der Selbsttötung untersagt ist. Und jetzt stellt sich die Frage: Wenn der Staat den Bürgern nicht verbieten darf, Hilfestellung beim Suizid zu leisten, darf es dann ein Berufsstand in seiner Berufsordnung? Das muss diskutiert werden", so Klaus Reinhardt im Vorfeld des Deutschen Ärztetages, der am Dienstagmorgen online eröffnet wurde.

"Dem Leben verpflichtet"

Man wolle Suizidassistenz nicht zur Normalität werden lassen. Das sei aus seiner Sicht nicht mit der Berufsordnung vereinbar, denn Ärzte seien dem Leben verpflichtet und sollten eben nicht dabei helfen, Leben zu nehmen.

Der 124. Deutsche Ärztetag wird auf Grund der Corona-Pandemie heute und morgen online abgehalten. Es werden 250 Delegierte aus 17 Ärztekammern daran teilnehmen. Der erste Ärztetag fand im Jahr 1873 in Wiesbaden statt.

© B5-Thema des Tages: Deutscher Ärztetag startet.
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Heute beginnt der Deutsche Ärztetag. Im B5-Thema des Tages kommt unter anderem Bundesärztekammerpräsident Dr. Klaus Reinhardt zu Wort.

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