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Zwei "Unwörter des Jahres 2020" gekürt | BR24

© dpa-Bildfunk

"Unwort des Jahres" steht auf einer Leinwand.

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    Zwei "Unwörter des Jahres 2020" gekürt

    Die Jury der sprachkritischen Aktion hat "Corona-Diktatur" und "Rückführungspatenschaften" als "Unwörter des Jahres 2020" gewählt. Dominierendes Thema der Einsendungen war die Corona-Pandemie.

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    • BR24 Redaktion

    Überraschung bei der Wahl des Unwort des Jahres 2020: es gibt zwei. "Corona-Diktatur" und "Rückführungspatenschaften" sind die Gewinner des unrühmlichen Titels. Das hat die Jury der sprachkritischen Aktion bekannt gegeben. Sie möchte mit ihrer alljährlichen Aktion auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Aufgrund der Corona-Lage fand keine Pressekonferenz statt, stattdessen wurde eine Presseerklärung versendet und die Informationen auf der Homepage veröffentlicht.

    Dominierendes Thema der 1.826 Einsendungen mit 625 unterschiedlichen Vorschlägen sei die Corona-Pandemie gewesen. 75 der Wörter entsprechen den Angaben nach einem der vier Unwort-Kriterien.

    "Klimahysterie" war Unwort des Jahres 2019

    2019 wurde "Klimahysterie" zum Unwort des Jahres gewählt. Der Ausdruck diffamiere die gegenwärtigen Umweltschutzbewegungen, so die Jury der sprachkritischen Aktion seiner Zeit. In die engere Wahl der Jury waren für das Jahr 2019 auch Begriffe wie "Verschmutzungsrechte", "Ethikmauer", "Bauernbashing", "Ökodiktatur" oder "Umvolkung".

    Die Unworte der vergangenen Jahre

    In den "Unworten" spiegeln sich stets die Debattenschwerpunkte der Zeit: 2018 war es der von Alexander Dobrindt (CSU) geprägte Ausdruck "Anti-Abschiebe-Industrie", 2017 "alternative Fakten", ein Ausdruck, der Falschbehauptungen auf das Level von Tatsachenwahrheiten hebt.

    2016 wählte die Jury "Volksverräter" zum "Unwort des Jahres", um auf die alarmierende Konjunktur dieses aus diktatorischen Zeiten Deutschlands stammenden Begriffs aufmerksam zu machen. 2015 war das im Zuge der Flüchtlings-Debatte despektierlich gebrauchte Wort "Gutmensch" gekürt worden, 2014 "Lügenpresse", ein aus der NS-Zeit stammender Begriff, der häufig wieder bei Pegida-Demonstrationen auftauchte.

    Wort des Jahres 2020: "Corona-Pandemie"

    Zum Wort des Jahres 2020 ist "Corona-Pandemie" bereits im November vergangenen Jahres gewählt worden. Das hatte die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden verkündet. Auf dem zweiten Platz landete "Lockdown", gefolgt von "Verschwörungserzählung".

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