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© pa/dpa/Yao Kaile

Boeing 737 Max 8

Der Flugzeugabsturz in Äthiopien bringt den Hersteller Boeing in Bedrängnis. Chinas Luftfahrtaufsicht CAAC ordnete die heimischen Fluggesellschaften am Montag an, ihre knapp 100 Maschinen des Boeing-Typs 737 MAX 8 vorerst nicht mehr einzusetzen. Mit diesem Schritt solle die Flugsicherheit gewährleistet werden.

Auch Äthiopien und Indonesien, wo Ende Oktober eine 737 MAX ebenfalls kurz nach dem Abheben abgestürzt war, erließen ein Startverbot für den Flugzeugtyp, der erst seit 2017 ausgeliefert wird - ebenso wie die karibische Fluggesellschaft Cayman Airways.

Einige Airlines nutzen den Maschinentyp weiter

Andere Airlines wie Norwegian und die deutsch-britische Tuifly erklärten, die Maschinen blieben zunächst weiter in Betrieb. Tuifly hat15 Maschinen in Großbritannien und den Benelux-Ländern im Dienst. Mitte April soll die erste MAX 8 in Deutschland starten, in den kommenden Jahren sollen Dutzende weitere dazukommen. Ryanair hat 135 Stück bestellt, allerdings bis Ende Januar noch keine bekommen. Deutsche Fluggesellschaften nutzen derzeit keine Boeing 737 Max 8, wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Berlin mitteilte.

Noch keine Erklärung von Boeing

Hersteller Boeing äußerte sich zunächst nicht näher zu dem Unglück. In einer Mitteilung sprach Boeing den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und kündigte die Entsendung von Experten nach Äthiopien an. Diese sollten bei der Untersuchung der Unglücksursache helfen. Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug weltweit, die 737 Max ist das neueste Modell.

Absturz vor fünf Monaten in Indonesien weist Parallelen auf

Bereits im Oktober waren beim Absturz einer Boeing 737 Max 8 der Fluglinie Lion Air in Indonesien 189 Menschen ums Leben gekommen. Chinas CAAC verwies in der Begründung des nun verhängten Startverbots darauf, dass es bei beiden Unglücken "gewisse Ähnlichkeiten" gegeben habe. Beide Flüge waren bei guten Wetterverhältnissen kurz nach dem Start in Schwierigkeiten gekommen. Ein möglicherweise ähnlicher Fehler in der Elektronik konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden.

Flugschreiber gefunden

Am Unglücksort unweit von Addis Abeba wurden nach "mühsamer Suche" die sogenannten Blackboxes gefunden, die den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten aufzeichnen, wie Ethiopian Airlines mitteilte. Diese sind für Ermittler sehr wichtig bei der Klärung der Unfallursache. Die Blackboxes sind so robust gebaut, dass sie normalerweise auch ein Unglück überstehen sollten.

Ursachenforschung läuft

In Äthiopien begannen Experten am Montag mit der Identifizierung der Opfer und der Klärung der Unglücksursache. Am Sonntag war dafür eine Sonderkommission von Experten der Flugsicherung, Verkehrsministerium und Fluggesellschaft gebildet worden. Die Boeing 737, die von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba in die kenianische Metropole Nairobi fliegen sollte, war am Sonntagmorgen kurz nach dem Start abgestürzt. Alle 149 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte den Angehörigen ihr "tief empfundenes Mitgefühl". Auch Papst Franziskus äußerte seine Betroffenheit.

Boeing-Aktie eingebrochen

Nach dem Absturz einer Boeing-Maschine in Äthiopien ist der Aktienkurs des US-Flugzeugbauers am Montag zum Handelsstart um bis zu knapp 13,5 Prozent gesunken. Das bedeutete laut der Nachrichtenagentur Bloomberg den größten Tagesverlust im Handelsverlauf seit den Terroranschlägen in New York am 11. September 2001.