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Zurückgerufene Milch: Ursache offenbar gefunden | BR24

© dpa-Bildfunk/Sebastian Gollnow

Zurückgerufene Milch: Ursache offenbar gefunden

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Zurückgerufene Milch: Ursache offenbar gefunden

Die Quelle der Verunreinigung der am Donnerstag zurückgerufenen Milch ist offenbar gefunden. Laut dem Deutschen Milchkontor (DMK) ist das Bakterium Aeromonas hydrophila/caviae über eine defekte Dichtung in die bereits erhitzte Milch gelangt.

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Eine nicht bezifferte, aber sehr große Menge Milch ist gestern von zahlreichen Discounter-Märkten in Deutschland zurückgerufen worden. Der Grund war, dass für den Menschen schädliche Keime in die Milch gelangt waren.

Das Bakterium Aeromonas hydrophila/caviae, das zum Beispiel in Ausscheidungen von Tieren vorkommt, war am Donnerstag in einer Probe des Werkes Everswinkel gefunden worden. Zuvor war bei einer Routinekontrolle aufgefallen, dass eine Dichtung undicht war. So seien die Keime in die bereits durcherhitzte Milch gelangt, so das Deutsche Milchkontor (DMK). Man habe sofort den Rückruf veranlasst.

Defekte Dichtung repariert

Die defekte Dichtung sei umgehend repariert worden, so ein Sprecher der DMK. Der Rückruf betraf "Frische fettarme Milch 1,5%" im Ein-Liter-Pack.

In den Handel gekommen war die verunreinigte Milch in Lebensmittelmärkten der Ketten Metro, Aldi Nord und Süd sowie Lidl bis zu Edeka, Netto und Real. Die Handelsketten nahmen die zurückgerufene Milch in den Supermärkten sofort aus dem Regal.

Bei Gesunden: Keine lebensgefährlichen Auswirkungen

Wer mit dem Bakterium belastete Produkte verzehrt, kann laut dem Institut für Medizinische Mikrobiologie der Uniklinik Göttingen Beschwerden bekommen - meist jedoch nur in Form von Durchfällen. Bei schwachem Immunsystem könne der Verlauf aber auch schwerer sein.

Vor einer Woche: Wilke-Wurstwaren zurückgerufen

Gerade erst vor einer Woche waren - nach zwei Todesfällen - möglicherweise mit Listerien belastete Waren des nordhessischen Wurstherstellers Wilke zurückgerufen worden. Inzwischen können Verbraucher im Internet eine 13-seitige Liste von Produkten der Firma einsehen. Sie wurde auf dem gemeinsamen Portal der Bundesländer und des Bundesverbraucherschutzministeriums www.lebensmittelwarnung.de veröffentlicht.

Seit 2012 mehr als doppelt so viele Rückrufe von Lebensmitteln

Die Zahl der Lebensmittelrückrufe in Deutschland hat sich seit 2012 mehr als verdoppelt. Besonders betroffen sind Fleisch- und Milchprodukte, so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Die Behörde stützt sich auf eine Auswertung des 2011 gestarteten Internetportals Lebensmittelwarnung.de. Dort werden Warnhinweise auch jenseits der großen Lebensmittelskandale veröffentlicht.

Die Zahl der Warnungen sei von 83 im Jahr 2012 auf 186 im vergangenen Jahr geklettert. 2019 wurden bis Freitag 160 Warnungen veröffentlicht, so die aktuelle statistische Auswertung des Bundesamtes. Über die Gründe des Anstiegs gebe es keine gesicherten Erkenntnisse. Am häufigsten würden Produkte wegen mikrobiologischer Verunreinigungen oder Fremdkörpern zurückgerufen. Auch falsche Kennzeichnungen können zu Rückrufen führen.

© BR/Sven Weingärtner

Eine große Molkerei hat bei Kontrollen Bakterien in ihrer Milch festgestellt. Die möglicherweise verunreinigten Packungen sind in fast allen großen Supermarkt- und Discounter-Ketten zu finden gewesen.