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Zunehmende Polizeigewalt gegen Journalisten in den USA | BR24

© picture alliance / AP Photo

Reporter ohne Grenzen zeigte sich schockiert über die zunehmende Gewalt gegen Journalisten in den USA.

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    Zunehmende Polizeigewalt gegen Journalisten in den USA

    In den letzten Tagen kam es zu mindestens 68 Übergriffen auf Medienschaffende in den USA. Die Gewalt ging dabei meistens von der Polizei aus. Reporter ohne Grenzen zeigte sich schockiert.

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    Nach dem Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd häufen sich die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in den USA. Innerhalb weniger Tage kam es zu mindestens 68 Übergriffen auf Medienschaffende, die über Proteste gegen Polizeigewalt berichteten – darunter auch ein Fernsehteam der Deutschen Welle.

    Reporter ohne Grenzen ist schockiert

    Reporter ohne Grenzen zeigte sich entsetzt über diese Gewalt gegen Journalisten. "Es war vorauszusehen, dass die Art von Präsident Trump, die Medien zu dämonisieren und ein klares Feindbild aufzubauen, tatsächlich zu Gewalt führen würde. Die beispiellose Brutalität, mit der sowohl die Polizei als auch Protestierende in den vergangenen Tagen auf Reporterinnen und Reporter losgegangen sind, ist das Ergebnis dieser feindseligen Rhetorik", sagte Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen.

    Gewalt geht meist von Polizisten aus

    Die Gewalt ging dabei nicht nur von Protestierenden, sondern in den meisten Fällen von der Polizei aus. Reporterinnen und Reporter wurden mit Gummigeschossen, Pfefferspray und Tränengas angegriffen, beschimpft und geschlagen. Vielerorts wurden journalistische Ausrüstung oder Übertragungswagen zerstört. "Die Polizei muss Journalistinnen und Journalisten, die von den Protesten berichten, vor Gewalt schützen und darf sie nicht an ihrer Arbeit hindern“, so Christian Mihr.

    Mindestens 68 Übergriffe innerhalb weniger Tage

    Die Fotografin Linda Tirado verlor in Minneapolis durch ein Gummigeschoss der Polizei ihr linkes Auge. Auch ein Team der Deutschen Welle um Korrespondent Stefan Simons wurde in Minneapolis von der Polizei beschossen. Zwei Mitarbeiter eines Kamerateams der Nachrichtenagentur Reuters wurden ebenfalls von Gummigeschossen getroffen.

    In Pittsburg wurde Ian Smith, Reporter für den Sender KDKA-TV, von einer Gruppe Protestierender zusammengeschlagen, bevor ihm Umstehende zu Hilfe kamen und er ins Krankenhaus gebracht wurde. In Washington wurden Leland Vittert, Reporter des TV-Kanals Fox News, und sein Kamerateam geschlagen und von Demonstranten verfolgt. In Louisville griff die Polizei Kaitlin Rust, Reporterin des lokalen TV-Senders Wave3-News, und ihr Team während einer Live-Übertragung an. In Phoenix versuchte ein Mann, der CBS-Reporterin Briana Whitney während eines Live-Berichts das Mikrofon aus der Hand zu reißen.

    Auch zahlreiche Festnahmen behinderten die Arbeit der Medienschaffenden. CNN-Reporter Omar Jimenez und sein Team wurden am Freitag in Minneapolis während einer live-Übertragung abgeführt, nachdem Jimenez die Polizei mehrmals gefragt hatte, ob er seinen Standort ändern solle. Ebenfalls in Minneapolis nahm die Polizei Tim Arvier, Korrespondent des australischen Fernsehsenders 9News, und sein Team kurzzeitig fest. In Las Vegas, wurde die freie Fotografin Bridget Bennet, die im Auftrag der Nachrichtenagentur AFP über die Proteste berichtete, festgenommen und musste die Nacht in der Polizeiwache verbringen. Ebenso erging es Ellen Schmidt, Fotografin für das Review-Journal aus Las Vegas.