BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa-Bildfunk/Kay Nietfeld
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Kay Nietfeld

Seit der Nominierung von Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin verzeichnen die Grünen einen neuen Rekord bei Partei-Eintritten und Spenden.

46
Per Mail sharen

    Zündet nun der Baerbock-Effekt? Grüne verzeichnen Mitgliederboom

    Für die Grünen läuft es vor der Bundestagswahl im September richtig gut. Sie registrieren aktuell geradezu einen regelrechten Mitgliederboom und auch die Parteispenden übertreffen die Erwartungen.

    46
    Per Mail sharen
    Von
    • Markus Wolf

    Gut vier Monate sind es noch bis zur Bundestagswahl im September und die Parteienlandschaft in Deutschland bringt sich so langsam in Stellung. Für die Grünen läuft es aber schon jetzt richtig gut. Sie verzeichnen gerade neue Rekorde bei Mitgliedern und Spenden. Und auch die aktuellen Umfragewerte geben Anlass zur Hoffnung.

    Starker Zuwachs bei Mitgliedsanträgen

    Vor allem nach der Bekanntgabe vor zwei Wochen, dass die derzeitige Co-Parteichefin Annalena Baerbock bei der Bundestagswahl im Herbst für die Grünen als Kanzlerkandidatin ins Rennen geht, erlebte die Partei einen regelrechten Höhenflug. Seit der Nominierung von Kanzlerkandidatin Baerbock habe es mehr als 3.700 Neueintritte in die Partei gegeben, sagte der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, der "Welt am Sonntag". "Wir liegen jetzt bei über 110.000 Mitgliedern."

    Wahlkampfetat im Vergleich zu 2017 verdoppelt

    Auch die Spenden im Superwahljahr 2021 übertreffen demnach die Erwartungen. Kellner zufolge hatte die Partei auf 700.000 Euro gehofft. "Nun sind wir bei zweieinhalb Millionen Euro, darunter sind Großspenden, aber auch sehr viele kleinere Beträge", sagte Kellner weiter.

    Der Wahlkampfetat könne nun erhöht werden. "Aktuell planen wir insgesamt mit zwölf Millionen Euro." Das sei etwa doppelt so viel wie noch 2017. Die Bundespartei will fünfstellige Summen an die Landesverbände in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern abgeben, wo es in diesem Jahr zusätzlich auch Landtagswahlen gibt.

    Grüne laut Umfragen momentan stärkste Kraft

    Bestätigt können sich die Grünen derzeit auch in den aktuellen Umfrageergebnissen sehen. Zwar hat die Partei in der Wählergunst zuletzt wieder leicht verloren, sie bleibt aber weiter stärkste Kraft. Wäre am Sonntag Bundestagwahl, kämen die Grünen auf 27 Prozent und damit auf einen Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche, berichtete die "Bild am Sonntag" vorab unter Berufung auf den "Sonntagstrend" des Instituts Kantar.

    CDU/CSU kämen auf nur noch 24 Prozent, drei Punkte weniger als zuletzt. Um je zwei Prozentpunkte zulegen könnten die SPD auf 15 Prozent und die FDP auf elf Prozent. Unverändert bleiben die Werte für die AfD mit zehn Prozent und die Linkspartei mit sieben Prozent.

    Kampfansage an die Union

    Bei einer Kanzler-Direktwahl würde Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock deutlich besser abschneiden als ihre Mitbewerber, berichtete die Zeitung zudem unter Berufung auf eine Insa-Umfrage. 26 Prozent würden Baerbock direkt wählen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz käme auf 16 Prozent und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet auf 15 Prozent.

    Möglichen Koalitionsplänen mit der Union erteilten die Grünen heute gleich wieder eine Absage. Sie machten ihre Ambitionen auf das Kanzleramt deutlich. "Wir sind der Hauptgegner von CDU/CSU. Das hat sich auch während der Pandemie nicht geändert", sagte Bundesgeschäftsführer Kellner und bekräftigte: "Wir kämpfen mit der Union um Platz eins."

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!