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Zu wenig Abstand: Große Infektionsgefahr in Flüchtlingsheimen | BR24

© pa/dpa/Uwe Lein

Polizeikräfte in Schutzkleidung sichern am 13.05. die Verlegung von Bewohnern einer Asylbewerberunterkunft in Rosenheim.

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    Zu wenig Abstand: Große Infektionsgefahr in Flüchtlingsheimen

    Die Infektionsgefahr in Flüchtlingsheimen ist sehr hoch. Zu diesem Schluss kommen Forscher in einer Studie, über die der SWR berichtet. Der Grund für die Gefahr: Die Menschen leben sehr dicht beisammen und können deshalb schlecht Abstand halten.

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    In einem Flüchtlingsheim in St. Augustin in Nordrhein-Westfalen sind nach aktuellen Testergebnissen 130 der 300 Bewohner mit Corona infiziert. Jetzt werden die negativ und die positiv Getesteten getrennt untergebracht und das Essen nur noch in den Zimmern eingenommen. Auch in den Flüchtlingsheimen Euskirchen und Mettmann bei Düsseldorf wurden jeweils 50 beziehungsweise 30 Personen positiv auf das Virus getestet.

    Schon über 1.100 Infizierte in Flüchtlingsunterkünften in Bayern

    In Bayern sind bislang drei Flüchtlinge an Covid-19 verstorben, zwei von ihnen hätten schwere Vorerkrankungen gehabt, teilte das Innenministerium vergangene Woche mit. Insgesamt hatten sich da schon 1.149 Asylbewerber aus Ankerzentren oder Dependancen mit dem Virus infiziert, rund die Hälfte davon ist wieder genesen, elf Flüchtlinge lagen vergangene Woche noch in einem Krankenhaus.

    Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

    Flüchtlingsunterkünfte als Corona-Hotspots?

    Die Flüchtlingsunterkünfte könnten wegen ihrer hohen Personendichte zu Hotspots für Corona-Infektionen in ganz Deutschland werden, befürchten nun Forscher von der Universität Bielefeld. Sie haben 23 Einrichtungen in sieben Bundesländern untersucht und gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern des "Kompetenzzentrum Public Health Covid-19" Daten zu insgesamt 1.367 bestätigten Sars-CoV-2 Infektionen unter 6.083 Asylbewerbern ausgewertet, deren Einrichtungen zum Zeitpunkt der Untersuchung unter Quarantäne standen.

    Studie: Risiko wie auf Kreuzfahrtschiffen

    Die Studie ist noch unveröffentlicht, liegt aber exklusiv dem SWR vor. Demnach kommen die Forscher zu dem Schluss, dass das Infektionsrisiko in den untersuchten Einrichtungen etwa so hoch oder sogar höher sei als auf Kreuzfahrtschiffen, auf denen wegen der hohen Personendichte eine besonders hohe Übertragungsgefahr herrscht.

    Zu eng für Abstands- und Hygieneregeln

    Die Forscher gehen davon aus, dass in den Sammelunterkünften die Corona-Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden können, weil zu viele Menschen auf zu engem Raum miteinander leben. Die Unterbringung von teilweise mehreren hundert Personen auf engstem Raum mache es den Bewohnern unmöglich, die Abstandsregeln oder Hygienevorschriften in den Einrichtungen einzuhalten, bilanziert der SWR das Ergebnis der Forscher. Zumindest Menschen mit chronischen Vorerkrankungen oder ältere Menschen sollten daher aus den Massenunterkünften verlegt werden, um sie besser schützen zu können und um gleichzeitig mehr Abstand für die anderen Bewohner zu schaffen.

    Die Bielefelder Forscher wollen ihre Studie möglichst bald veröffentlichen. Dann könnte sich auch die Politik bei ihren Entscheidungen auf diese Grundlage berufen und in den Unterkünften umsteuern.

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