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Zoo Krefeld: "Der Schmerz sitzt unglaublich tief" | BR24

© dpa-Bildfunk/Alexander Forstreuter

Nach dem Brand im Krefelder Zoo

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    Zoo Krefeld: "Der Schmerz sitzt unglaublich tief"

    Ein Meer aus Kerzen hat in der Nacht zum Donnerstag vor dem Krefelder Zoo an die mehr als 30 verbrannten Tiere erinnert. Am Neujahrsmorgen war das Affenhaus völlig ausgebrannt. Vermutlich hatte eine sogenannte Himmelslaterne das Feuer ausgelöst.

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    In der Nacht zum Donnerstag wurden zahllose Kerzen vor dem Krefelder Zoos entzündet: "Das ist unglaublich", sagte Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen am Morgen in einem Interview des WDR. Auch für die Mitarbeiter stehe nun - neben der Pflege der übrigen Tiere - die Trauerverarbeitung im Vordergrund.

    "Der Schmerz, der da ist, sitzt unglaublich tief." Wolfgang Dreßen, Zoodirektor Krefeld

    Enge Bindung an die Affen

    Die Tierpfleger hätten eine enge Bindung an diese Affen, ähnlich wie Besitzer zu ihren Haustieren, sagte Zoo-Direktor Dreßen. Einer der toten Affen ist der Gorilla Massa. "Ich habe ihn altern sehen", sagte Dreßen über den seit langem in Krefeld lebenden Senior-Affen.

    Konkrete Vorstellungen, wie es mit dem niedergebrannten Affenhaus weitergeht, gebe es noch nicht. Unklar sei auch, was nun aus der Zucht der in der Wildnis teilweise bedrohten Tiere werde, so Dreßen. Er stehe aber zur Menschenaffenhaltung im Krefelder Zoo, sagte der Direktor.

    Zoo bleibt geschlossen

    Nach dem verheerenden Brand bleibt der Krefelder Zoo am Donnerstag weiter geschlossen. Bei dem Feuer waren in der Nacht zu Neujahr mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse.

    Am Neujahrstag untersuchten Kriminalpolizei und Sachverständige den Brandort. Das Ergebnis wird für Donnerstag erwartet. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Es entstand ein Millionenschaden.

    Mögliche Verursacher stellen sich der Polizei

    Wenige Stunden nach der Feuerkatastrophe hatten sich am Mittwoch mögliche Verursacher des Brandes bei der Polizei gemeldet. Die Ermittler meinen, dass eine in der Nacht zu Neujahr gezündete Himmelslaterne den Brand ausgelöst haben könnte. Diese in Deutschland verbotenen Leuchtkörper waren im nordrhein-westfälischen Krefeld gesichtet worden. "Die Polizei hat die Personen vernommen und wird ihre Angaben überprüfen", erklärte die Polizei. Die Überprüfung der Angaben werde aber einige Zeit dauern.

    Ein vermeintlicher Glücksbringer, der Leid und Unglück brachte

    Himmelslaternen sind Lampions aus Papier, in denen die Luft mit einer Kerze oder einem anderen Brandsatz erwärmt wird. Dadurch können die Lampions wie ein Ballon weite Strecken fliegen. In Asien lassen die Menschen sie zu verschiedenen Anlässen als Glücksbringer aufsteigen. In Deutschland sind sie fast überall verboten, weil von ihnen eine starke Brandgefahr ausgeht.

    "Gestorben für euer Silvestervergnügen"

    Das Drama im Zoo schockierte die Tierfreunde: Vor den Toren des traditionsreichen Tierparks legten viele Menschen, oft unter Tränen, Kerzen, Blumen, Briefe und Stofftiere ab. "Gestorben für euer Silvestervergnügen", stand etwa auf einem Pappschild geschrieben. Die Fahnen des Zoos hingen auf halbmast.

    Affenhaus hatte keinen Brandmelder

    Der Brand im Krefelder Zoo ist eines der schwersten Zoo-Unglücke der vergangenen Jahrzehnte. Eine Brandmeldeanlage hatte das Affenhaus nicht. Das sei nicht vorgeschrieben, erklärte der Zoo. Der Brand habe sich so schnell entwickelt, dass eine solche Anlage auch nicht geholfen hätte, hieß es. Eine Brandschutzversicherung bestehe aber.

    Zwei Schimpansen haben überlebt

    Unter den umgekommenen Tieren waren auch kleinere Affenarten sowie Flughunde und Vögel. Zwei Schimpansen überlebten das Feuer mit leichten Verletzungen. In einem angrenzenden Gehege blieb eine junge, siebenköpfige Gorillafamilie unversehrt. Die Gorillas hätten noch dem Unglück normal gefressen, berichtete eine Sprecherin des Zoos.