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Photovoltaik lohnt sich teils ohne Subventionen

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"Zeitenwende": Photovoltaik lohnt sich teils ohne Subventionen

Bayern setzt beim Ausbau der erneuerbaren Energien unter anderem auf große Solarparks. Immer mehr von diesen Photovoltaik-Freiflächenanlagen produzieren inzwischen den Strom so günstig, dass sie ganz ohne Subventionen auskommen.

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Mehrere große Solarparks in Bayern verzichten inzwischen auf die garantierte Einspeisevergütung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Betreiber verkaufen den produzierten Strom stattdessen direkt und marktwirtschaftlich per langfristigem Liefervertrag an Stromversorger. Das ist möglich, weil Solarstrom inzwischen so billig zu produzieren ist.

Freilandanlagen stellen ihn in Deutschland inzwischen für rund 5 Cent pro Kilowattstunde her. Der Vorstandsvorsitzende des Ökostromversorgers Naturstrom AG, Thomas Banning, spricht von einer "Zeitenwende für die Photovoltaik". Durch die enormen Technologiesprünge würden inzwischen auch neue wirtschaftliche Konzepte möglich.

Projekte in Franken, Oberbayern und Niederbayern

Eine Naturstrom-Freiflächenanlage in Rottenbach bei Coburg liefert bereits subventionsfrei, ein jetzt fertiggestellter Solarpark in Uttenreuth bei Erlangen soll das bald ebenfalls tun. Auch von anderen Unternehmen gibt es ähnliche Beispiele: Der norwegische Versorger Statkraft kauft billigen Solarstrom aus einer Großanlage südwestlich von Ingolstadt. Die Energiewerke Schönau holen sich unsubventionierten Strom aus einem Solarpark bei Eggenfelden.

Allerdings kommen bisher nur wirklich große Photovoltaik-Freiflächenanlagen ohne die Unterstützung durch das EEG aus. Der Preiseinbruch am Strommarkt durch die Coronakrise hat die direkte Vermarktung des Stroms zwischenzeitlich erschwert, inzwischen erholen sich die Stromerzeugerpreise jedoch wieder.

Kleinere Anlagen kommen nicht ohne Einspeisevergütung aus

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz mit seinen Einspeisevergütungen ist allerdings durch das neue Stromvermarktungsmodell - in der Fachsprache "Power Purchase Agreement PPA"- nicht überflüssig. Kleinere Solarparks und erst recht Dachanlagen kommen ohne Einspeisevergütung vorerst nicht aus. Und auch große Solarparks, die selbst vermarkten, nehmen teilweise trotzdem an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teil, weil sie ohne eine zumindest theoretisch garantierte EEG-Vergütung kaum Bankkredite bekämen.

Bayern erlaubt mehr Solarparks auf dem Acker

Für Solar-Freiflächenanlagen herrscht in Bayern jedenfalls weiter Konjunktur. Die Bundesländer dürfen bestimmen, wie viele Solarparks auf landwirtschaftlichen Flächen erlaubt sind. Die Staatsregierung hat die Quote gerade erst angehoben: Nun dürfen jährlich 200 Solarparks auf Feldern und Wiesen entstehen statt bisher 70.

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