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Zehn Tote bei Protesten in Chile | BR24

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In Chile dauern die gewaltsamen Proteste an. Zehn Menschen kamen ums Leben, mehr als 1.500 Menschen wurden festgenommen. Auslöser der Unruhen war eine Erhöhung der Ticketpreise für die U-Bahn.

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Zehn Tote bei Protesten in Chile

In Chile dauern die gewaltsamen Proteste an. Zehn Menschen kamen ums Leben, mehr als 1.500 Menschen wurden festgenommen. Auslöser der Unruhen war eine Erhöhung der Ticketpreise für die U-Bahn.

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Bei den anhaltenden Unruhen in ganz Chile sind mindestens zehn Menschen umgekommen. Fünf Leichen wurden in einer geplünderten und in Brand gesetzten Kleiderfabrik in Santiago de Chile geborgen, wie die Feuerwehr mitteilte. Zuvor waren in zwei Supermärkten der Hauptstadt zwei Frauen und ein Mann ebenfalls bei Bränden nach Plünderungen umgekommen.

Zwei weitere Tote wurden in der ausgebrannten Halle einer Baumarktkette im Süden Santiagos aufgefunden, teilte Bürgermeisterin Karla Rubilar mit. Am Sonntagabend wurde erneut eine Ausgangssperre in Santiago, Valparaíso, Concepción, Antofagasta und Coquimbo verhängt. In der chilenischen Hauptstadt hielten die Kundgebungen jedoch nach Beginn der Ausgangssperre an.

Proteste im ganzen Land

Die gewaltsamen Proteste waren nach einer Fahrpreiserhöhung der U-Bahn in Santiago ausgebrochen und weiteten sich rasch über das ganze Land aus. Die landesweite Erhöhung der Stromtarife um durchschnittlich zehn Prozent heizte zusätzlich den Unmut an.

Chiles Präsident Sebastián Piñera hatte am Freitagabend den Ausnahmezustand ausgerufen. Am Samstagabend machte er die Tariferhöhung der U-Bahn rückgängig. Rund 9.400 Soldaten waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Einsatz.

Insgesamt wurden während der Protestwelle nach Angaben der Staatsanwaltschaft 1.554 Menschen festgenommen. Mehr als 60 Supermärkte wurden in verschiedenen Städten geplündert und mindestens sechs in Brand gesetzt.

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Mindestens zehn Menschen sind in Chile bei gewalttätigen Protesten gegen soziale Missstände gestorben. Seit Freitag gehen täglich Tausende Chilenen auf die Straße. Auslöser war eine Fahrpreiserhöhung für die U-Bahn in Santiago de Chile.